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Eine Weihnachtsbäckerei im Schloss

Eberhard Klinkewitz sammelt seit über 40 Jahren Erzgebirgskunst. Einige seiner Schmuckstücke  sind in Lauenstein zu sehen.

Von Maik Brückner

An dieser Weihnachtsbäckerei kommt kein Kind vorbei. Zehn Bäcker und Gehilfen in Miniaturgröße stehen im Backraum und warten nur darauf, dass sich jemand findet, der einen Euro springen lässt. Wer ihn übrig hat und in den kleinen Schlitz neben der Minibäckerei schiebt, darf staunen. Denn dann legen die kleinen Männchen los. Eines knetet den Teig, ein anderes raspelt eine Zitrone und ein drittes wäscht ab. Ein wahrer Augenschmaus. Zu sehen ist dieses kleine Wunderwerk der Mechanik in der Weihnachtsausstellung, die am Sonntag im Osterzgebirgsmuseum auf Schloss Lauenstein eröffnet wurde. Diese zeigt neben einer historischen Puppenstube, die Christine Stöckel aus Geising zur Verfügung gestellt hat, viele Puppen, Adventskalender, Schwibbögen, Bergmänner und Engel. Zusammengetragen hat diese Schätze der Dresdner Eberhard Klinkewitz. Aus seinem reichen Fundus, der über 5 000 Sammelstücke umfasst, stellte er gemeinsam mit Museumsleiterin Gabriele Gelbrich eine kleine und feine Ausstellung zusammen, die bis zum nächsten März zu sehen sein wird. Sehr sehenswert sind die historischen Adventskalender. Davon zeigt Klinkewitz 21, die ältesten sind über 70 Jahre alt. Die Motive sind sehr unterschiedlich, manche zeigen eine Winterlandschaft, andere einen Christbaum, wieder andere einen Pyramide. Auch die intakte Dresdner Frauenkirche ist auf einem zu sehen. Der stammt aus dem Jahr 1948, als das berühmte Bauwerk in Trümmern lag. Welche Intention der Grafiker dieses Kalenders hatte, kann man nur erahnen. Als gesichert gilt, dass der erste Adventskalender 1903 vom Pfarrersohn Gerhard Lang „erfunden“ wurde. Er beauftragte Ernst Kepler mit der Gestaltung. Adventskalender mit Schokoladenfüllung wurden in den 1920er-Jahren auf den Markt gebracht. Einer der bedeutendsten Hersteller war die in Dresden tätige Firma Petzold und Aulhorn. Nachzulesen ist das ebenfalls in der Ausstellung.

Weihnachten
Weihnachten kommt schneller als gedacht
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Dieser Adventskalender von 1948 zeigt die unzerstörte Frauenkirche.
Dieser Adventskalender von 1948 zeigt die unzerstörte Frauenkirche.
Diese Bergparade ist eine von mehreren Miniaturdarstellungen.
Diese Bergparade ist eine von mehreren Miniaturdarstellungen.

Genauso liebevoll wie die Kalender wurden auch die fünf Miniaturdarstellungen gestaltet, die in den Vitrinen gezeigt werden. Zu sehen sind ein Aufmarsch der sächsischen Armee, eine Übung der Feuerwehr, ein Bauernhof, ein Bergaufzug und ein großer Holzeinschlag. Es lohnt sich, in die Hocke zu gehen und sich die kleinen Meisterwerke Seiffener Schnitzkunst genauer anzuschauen.

Für die kleineren Besucher hat das Museum noch kindgerechte Führungen entwickelt, die von Kindergartengruppen und Grundschulklassen gebucht werden können. Schlossfledermaus Laurentia führt durch die Ausstellung, liest eine Geschichte vor und bastelt mit den Kindern.

Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 10-16.30 Uhr