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Eine wohltemperierte Orgel

Mitarbeiter der Bautzener Firma Eule haben das Instrument der Michaeliskirche jetzt komplett auf Vordermann gebracht.

© Carmen Schumann

Von Carmen Schumann

Danny Schmidt hat gut lachen: Der Kantor der Bautzener Michaeliskirche hat jetzt eine Orgel mit Komfort. Er braucht nicht mehr zu befürchten, beim Spielen kalte Füße zu bekommen, egal, wie kalt es auch draußen sein mag. Die Mitarbeiter der bekannten Orgelbaufirma Eule haben unter dem Instrument eine sogenannte Pedalheizung angebracht. Das ist eine Heizmatte, die unter die Orgel gelegt wurde.

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Doch diese Annehmlichkeit für den Organisten ist nur ein Nebenaspekt der soeben zu Ende gegangenen Generalüberholung des Instruments. „Nach 37 Jahren war dies jetzt einfach unumgänglich geworden“, sagt Pfarrer Andreas Höhne. Seit dem 16. September war die Orgel verstummt. An diesem Sonntag erklingt sie nun beim Gottesdienst wieder. „In der Zwischenzeit behalfen wir uns mit dem kleinen Orgelpositiv neben dem Altar“, sagt Kantor Danny Schmidt. Außerdem seien in der orgellosen Zeit mehr Instrumentalgruppen zum Einsatz gekommen.

Die Mitarbeiter der Orgelbaufirma Eule bauten sämtliche 1 416 Pfeifen aus und nahmen sie mit in die Firma. Dort wurden die Metallpfeifen mit Wasser gereinigt und die Holzpfeifen mit Druckluft abgestaubt. „Normalerweise machen wir dies vor Ort, aber in diesem Falle bot es sich an, die Pfeifen mit in den Betrieb zu nehmen“, sagt Orgelbauer Michael Poldrack. Schließlich sitzt Orgelbau Eule nur wenige Hundert Meter von der Michaeliskirche entfernt.

Nach dem Reinigen wurden die Pfeifen klanglich überarbeitet und neu intoniert. Denn beim Säubern kann schon mal eine Pfeife verbogen werden und außerdem ändert sich der Klang einer Orgel mit den Jahren. Kantor Danny Schmidt hatte das daran gemerkt, dass sie ein wenig verstimmt klang. Das 1976 von Eule gebaute Instrument hatte ja auch in den letzten Jahren einiges über sich ergehen lassen müssen. So war 2005 bis 2006 die Empore vergrößert worden. Obwohl die Orgel natürlich abgedeckt wurde, gingen die staubigen Bauarbeiten nicht spurlos an ihr vorüber. Zudem führten die veränderten klimatischen Verhältnisse im Kirchenraum dazu, dass die Holzteile geringfügig von Schimmel befallen wurden. Der Orgelprospekt wurde deshalb von der Bautzener Malerfirma Michael Pohl abgelaugt, abgebeizt und neu geölt. Kantor Danny Schmidt freut sich, dass die ein wenig klapprig gewordene Klaviatur erneuert wurde. Beim Spielen sitzt er jetzt auf einer neuen Bank. Die Mitglieder der Chöre und Instrumentalgruppen, die auf der Orgelempore auftreten, müssen , ebenso wie der Kantor, keine kalten Füße mehr in Kauf nehmen. Denn die Empore wurde mit Auslegware versehen, was außerdem zu einer verbesserten Akustik führt.

„Es ist gut, dass wir jetzt einiges zur Verbesserung der Verhältnisse auf der Orgelempore getan haben“, sagt Pfarrer Andreas Höhne. Denn seine Kirche wird in den nächsten Monaten verstärkt beansprucht, da sie während der Domsanierung auch von der Sankt-Petri-Gemeinde genutzt wird. Die Überholung der Orgel kostete 28 000 Euro. Die Landeskirche Sachsen übernahm davon 5 000 Euro und die Sparkassenstiftung spendete 4 000 Euro. Die Erneuerung der Heizung, Elektrik, Tonanlage und des Fußbodens der Empore kostete 13 000 Euro. Drei Viertel der Baukosten stemmte die Kirchgemeinde selbst.

Am Sonntag findet um 19 Uhr in der Michaeliskirche ein Orgelkonzert mit Felix Bräuer statt.