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Eine wunderbare Erfahrung

Die 20-jährige Gudula Vogler schwärmt vom Freiwilligen Sozialen Jahr in Kleinwachau. Aus einem wichtigen Grund.

Von Jens Fritzsche

Die Schule, das Abitur am Radeberger Humboldt-Gymnasium, das viele Lernen – irgendwann fehlte ihr einfach die Zeit für sich selbst, für Hobbys, fürs Leben eben, sagt Gudula Vogler. Und die 20-Jährige kann längst wieder entspannt und fröhlich lächeln. Denn vor einem Jahr war ihr dann „die perfekte Idee“ gekommen, wie sie sagt, um die Zeit bis zum Studium sinnvoll zu verbringen und trotzdem „mal durchatmen zu können“. Die Idee nämlich, ein Freiwilliges Soziales Jahr zu absolvieren. „Und da ich ganz in der Nähe von Liegau-Augustusbad wohnte, lag es ja dann auch irgendwie nahe, mal im hiesigen Epilepsiezentrum nachzufragen“, denkt die junge Frau zurück.

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Und die Idee sollte sich „als echter Glücksgriff“ entpuppen, wie Gudula Vogler heute zufrieden sagt. Wobei sie anfangs durchaus „nicht wirklich überzeugt von der Entscheidung war, hierher zu kommen“, gibt sie unumwunden zu. „Schließlich hatte ich vorher noch nie mit Menschen zu tun gehabt, die mit Behinderungen leben – ich wusste anfangs nicht so richtig, wie ich mich ihnen gegenüber verhalten soll, ob ich eventuell Fehler mache“, beschreibt sie. Doch die Kleinwachauer machten es Gudula Vogler leicht – „mit dem ersten Lächeln hier in der Behindertenwerkstatt waren alle Bedenken vom Tisch!“ Hier, in der Werkstatt des Epilepsiezentrums, hilft sie nun bei der Betreuung der Behinderten, die hier arbeiten. „Eine wunderbare Aufgabe, eine Aufgabe, die hilft, Dinge im Leben besser einzuordnen“, beschreibt die 20-Jährige. Hier hat sie gelernt, sagt sie, was wichtig ist und was nicht. Äußerlichkeiten zum Beispiel sind für sie nun längst nicht mehr so furchtbar bedeutsam –  „hier lernt man wirklich, dass es aufs Herz ankommt!“

Und auch der Wunsch, „den Akku wieder aufzuladen und endlich mal wieder Zeit für Hobbys zu haben, ist in Erfüllung gegangen“, freut sich Gudula Vogler. „Nach Feierabend hatte ich endlich mal wieder Zeit für mich, konnte mal wieder lesen oder ins Kino gehen – und jetzt habe ich auch wieder Lust aufs Studium“, schiebt sie gleich hinterher.

Wobei, das Studium könnte unter Umständen doch noch ein bisschen warten –  „ich überlege nämlich derzeit ernsthaft, ob ich mein Soziales Jahr noch einmal verlängere“, sagt die 20-Jährige. In jedem Fall aber „hat mir das vergangene Jahr eine wichtige Option für mein Leben aufgezeigt, nämlich dass ich mit behinderten Menschen arbeiten könnte“, klingt sie zufrieden. Passend dazu ist auch ihr geplanter Studiengang „Soziale Arbeit“ – mit diesem Abschluss könnte Gudula Vogler in der Kinderbetreuung arbeiten, im Sozialamtsbereich „oder in einer Einrichtung wie dem Epilepsiezentrum“, stellt sie klar. „Das Jahr hat mir also wirklich viel gebracht“, sagt sie absolut überzeugend.

Das Epilepsiezentrum Kleinwachau stellt für Jugendliche bis 27 Jahre insgesamt sieben FSJ-Stellen bereit. Die Unterkunft in Kleinwachau ist dabei kostenlos möglich, es gibt ein kostenfreies Mittagessen und ein Taschengeld von 350 Euro pro Monat. Sozialleistungen sind zudem frei. Ansprechpartner: Karsten Bilz 03528 4311121