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Eine Zaubertruhe nach japanischem Vorbild

Die Domowina wurde bei den Sächsischen Mitmachfonds mit Preisen bedacht.

Sonja Rehor vor der Kultur- und Begegnungsscheune, die künftig belebt und so zum Treffpunkt werden soll.
Sonja Rehor vor der Kultur- und Begegnungsscheune, die künftig belebt und so zum Treffpunkt werden soll. © Foto: Katrin Demcenzko

Von Katrin Demczenko

Hoyerswerda. Der Domowina-Regionalverband „Handrij Zejler“ will künftig noch stärker die sorbische Kultur sowie Sprache verbreiten, und dafür stehen jetzt Preisgelder der Sächsischen Mitmachfonds bereit. In der Vergaberunde 2020 wurden vor Kurzem zwei Projekte prämiert, kann die Regionalsprecherin Sonja Rehor berichten.Ein Projekt heißt „Sorbische Kultur- und Begegnungsscheune – Domowina-Haus Hoyerswerda“ und erhielt 2000 Euro Förderung. Es geht um die ausgebaute Scheune hinter dem Geschäftssitz des Regionalverbandes in der Dresdener Straße. Dieses Gebäude und den dahinter liegenden Garten sollen wieder häufiger Domowina-Gruppen und Schulklassen nutzen. Als Anreiz für Besucher sind Auftritte sorbischer Musiker und interessante zweisprachige Lesungen oder Vorträge für Schüler sowie Erwachsene geplant. Die angejahrte Kegelbahn im Garten wird repariert, damit sie erneut in Nutzung gehen kann, so Sonja Rehor. Im Ergebnis der Veranstaltungen entsteht im besten Fall eine sorbische Sprachinsel, auf der sich Menschen zwanglos treffen und ihre Sprachkenntnisse vertiefen können. Dieses Ziel verfolgt auch der bereits gut laufende „Sprachleuchtturm Hoyerswerda“, den Gabriela Linack, Sprecherin des Domowina-Regionalvorstandes Hoyerswerda und Sorbenbeauftragte der Stadt, 2019 initiiert hat.Für Kinder wird „Die lebendige Zaubertruhe sorbischer Sagen und Märchen“ geöffnet, die die Sächsischen Mitmachfonds mit satten 10.000 Euro unterstützen, sagt die Regionalsprecherin. Dieses Projekt soll ihnen Gestalten wie Pumpot, den Drachen Zmij oder den Schlangenkönig und ihre Geschichten nahe bringen. „Das geschieht nach dem Vorbild des in Japan verbreiteten Kamishibai-Theaters“, erläutert Sonja Rehor. Dabei werden liebevoll gezeichnete Abbildungen nacheinander in einen schwarzen Bühnenrahmen eingesteckt, der auf dem Tisch steht. Währenddessen wird die Geschichte erzählt. Es gibt solche Bildserien schon für deutsche Geschichten, und nun sollen sie für sorbische Sagen und Märchen entstehen. Die Bilder und die zweisprachigen Textversionen erarbeiten Kinder und Jugendliche zusammen mit sorbischen Künstlern. Schulen und Kitas können im Herbst an einem diesbezüglichen Malwettbewerb teilnehmen. Die fertigen Bildserien wird die Domowina später verleihen.

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