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Eine Zeitreise durch die Musikgeschichte

Die Karo Dancers präsentieren ihre Show „Night of Diamonds“. Die ruft bei den Gästen Erinnerungen wach.

Die Karo Dancers aus Bad Schlema begeisterten mit ihrer Night of the Diamonds-Show die Gäste in der Hartharena.
Die Karo Dancers aus Bad Schlema begeisterten mit ihrer Night of the Diamonds-Show die Gäste in der Hartharena. © Thomas Kube

Von Helene Krause

Hartha. Einen Abend, der durch hundert Jahre Tanz- und Musikgeschichte führte, konnten die Besucher in der Hartharena erleben. Die Karo Dancers aus Bad Schlema zeigten in einer einzigartigen Show ihr Programm „Night of Diamonds“.

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Die Show wurde vom MDR-Reporter Mario Unger aus dem Studio Chemnitz moderiert. Er führte nicht nur in die einzelnen Programmteile ein, sondern gab auch zu jedem einen Überblick über die Geschichte von Bad Schlema. Als in dem Ort nach 1900 Radon gefunden wurde, mutierte er recht bald zum Radonbad. 

Ende der 1920er-Jahre wurde dort das größte Badehaus eröffnet. 16 Badeärzte arbeiteten darin. 1945 war der Schlema der beliebteste Kurort der sowjetischen Besatzungszone. Doch es wurde Uran entdeckt. Der Badebetrieb wurde eingestellt. Ein Teil des Kurortes verkam zur Mondlandschaft. Erst nach der Wende wurde Schlema mithilfe der Wismut, die half, den Ort zu rekultivieren, wieder ein Badeort.

Zur Geschichte des Kurortes erklang auch die entsprechende Musik und es wurden die Tänze dieser Zeit gezeigt. Im Stil der 1920er-Jahre tanzten kleine Charly Chaplins über die Bühne und Charleston und Cancan begeisterten die Zuschauer. Mit Twist und Rock´n´Roll ging es in die Musik der 1950er- und 60er-Jahre über. Es erklangen Hits wie „Hello Mary Lou“ von Phil & John, von Rita Pavone „Wenn ich ein Junge wär…“ oder Trude Herr „Ich will keine Schokolade“. Dazu tanzten die Darsteller unter anderem in Petticoatkleidern oder sie schwangen Hulareifen.

Nach einer 25-minütigen Pause ging die Zeitreise weiter in die 1970er-Jahre bis in unsere Zeit. Es erklangen Hits wie „Mama Mia“ von Abba, Sophia Trzarowski, bekannt aus „Deutschland sucht den Superstar“ sang. Die Breakdancer Lucas und Dennis aus Chemnitz traten auf. Es gab Parcoursläufer und einen Tischtanz. Jede Menge bunte Kostüme, Accessoires wie Regenschirme, Federfächer und Hüte sorgten für das Gelingen der Show. Bunte Lichtreflexe, durch die die Kostüme in verschiedenen Farben erstrahlten, trugen ihr Übriges bei. Dazu gab Bühnennebel den Darbietungen mehrfach einen mystischen Touch.

Tanz auf allen Ebenen

Doch nicht nur auf der Bühne wurde getanzt. Auch den Saal bezogen die Tänzer in die Show ein. So stolzierten Tangotänzerinnen in Charlestonkleidern an beiden Seiten des Saales zur Bühne und zum Abschluss der Show zeigten sich alle Beteiligten noch einmal auf und vor dieser.

Nach jedem Programmteil spendeten die etwa 320 Besucher jede Menge Beifall. Und auch während des Programms klatschten sie im Takt der Musik mit. Tosenden Applaus gab es am Ende der Veranstaltung.

Christine Hönemann aus Polditz war das erste Mal zu einer Veranstaltung in der Hartharena. „Nur die Tanzstunde meines Enkels habe ich hier mitgemacht“, sagte sie. Von der Show war sie total begeistert. Susanne Nöller aus Waldheim war schon mehrfach in der Hartarena, auch zur Jubiläumsshow der „Tanzperlen des Zschopautales“. „Meine Tochter tanzt bei diesem Verein“, sagte sie. „Da ist es immer schön zu sehen, was andere machen.“ Deshalb schaute sie auch beim Programm der Karo Dancers ganz genau hin.

Barbara Wagner aus Ehrenberg findet die Show ebenfalls super. Einige der Musiktitel erinnerten sie an die Zeit, in der sie selbst tanzen war. In der Hartharena war sie schon zu vielen Veranstaltungen, so auch zu Weihnachtsprogrammen, zu Volksmusikveranstaltungen und zum Iris Dance. Die Karten für die Karo Dancers hat sie, wie sie sagte, beim Döbelner Anzeiger gewonnen.

Etwa 80 Mitwirkende beteiligten sich an der Veranstaltung, die vom Mittelsächsischen Kultursommer organisiert wurde.

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