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Einer Siedlung entlehnt

Wo kommt eigentlich mein Familienname her? Die SZ ließ nachforschen. Heute: Frauendorf. Nomen est Omen

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Wie der zweite Teil des Familiennamens schon verrät, geht „Frauendorf“ auf eine Herkunftsbezeichnung zurück. Das Element „-dorf“ ist ein typisches Grundwort in Siedlungsnamen. In historischen Ortsbüchern findet man mehr als zehn Orte, die den Namen Frauendorf tragen, vier davon allein in Sachsen, andere in Bayern, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern sowie im ehemaligen Ostpreußen, in Schlesien und in Österreich.

Als Familienname ist „Frauendorf“ im deutschen Telefonbuch rund 400-mal vertreten. Ein deutlicher Schwerpunkt ist in Sachsen erkennbar. Wir können davon ausgehen, dass die ersten Namensträger ihren Namen aufgrund der Tatsache erhalten haben, dass sie aus einem Ort namens Frauendorf stammten.

Aber wie kommt ein Ort zu einem solchen Namen? Mit dem Grundwort „-dorf“ bezeichnete man früher eine bäuerliche Siedlung, manchmal auch einen Einzelhof. Dem Element „Frauen-“ liegt das mittelhochdeutsche Wort „vrouwe“ in der Bedeutung „Herrin, Gebieterin, Frau oder Jungfrau vom Stande“ zugrunde.

In Ortsnamen bezieht sich das Wort vor allem auf Nonnen oder auf die Jungfrau Maria. Der Siedlungsname „Frauendorf“ trägt also die Bedeutung „Dorf der Frauen“, was auf einen Klosterbesitz schließen lässt, genauer gesagt auf ein Nonnenkloster, oder aber auf ein bischöfliches Lehen.

Ein mit „Frauendorf“ benannter Ort kann auch im Besitz einer Feudalherrin gewesen sein.