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Folgenschwerer Unfall am Supermarkt

In Bad Schandau wird ein Rentner angefahren und stirbt später. Zwei Zeugen schildern die Umstände unterschiedlich.

Am Amtsgericht in Pirna fand jetzt die Verhandlung zum Tod eines 90-Jährigen statt, der durch einen Unfall starb.
Am Amtsgericht in Pirna fand jetzt die Verhandlung zum Tod eines 90-Jährigen statt, der durch einen Unfall starb. © Stephan Klingbeil

Wie aus dem Nichts sei der Senior mit dem Krückstock vor seinem Auto aufgetaucht, und dann sei auch schon der Unfall passiert, sagte Jens Z.. Gegen ihn wurde am Amtsgericht in Pirna wegen fahrlässiger Tötung verhandelt. Der 90-jährige Rentner stürzte bei dem Unfall auf dem Parkplatz des Penny-Marktes in Bad Schandau und erlitt dadurch schwere Schädel-Hirn-Verletzungen, an deren Folgen er zwei Wochen später im Krankenhaus starb.

Das Gericht musste nun klären, ob der Angeklagte den betagten Mann vor dem Aufprall hätte sehen können oder nicht. Die Zeugen erinnern sich unterschiedlich an den Vorfall, der sich am letzten Adventssonnabend 2018 ereignete. Als der Unfall passierte, war der 53-jährige Angeklagte mit seinem Auto nur mit rund zehn Stundenkilometern unterwegs. Bei seiner Suche nach einer Parklücke auf dem Parkplatz des Discounters musste er in einer Kurve auf ein vor ihm einparkendes Fahrzeug warten, um weiterfahren zu können. Just in diesem Moment habe der Rentner mittig vor seinem Auto gestanden, und er habe ihn angefahren, erinnerte sich Jens Z. Er habe den Rentner nicht gesehen, obwohl er nach links und rechts geschaut habe. Der Senior war dann, darin waren sich wiederum alle Zeugen einig, nach einem Aufprall auf der Motorhaube nach hinten auf den Kopf gefallen.

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Ein Ehepaar aus dem Erzgebirge, das in Kleinhennersdorf Urlaub machte und gerade einkaufen wollte, hatte den Unfall gesehen und auch Erste Hilfe geleistet. Während der Mann der Meinung war, dass das Opfer schräg über die Fahrbahn des Parkplatzes gelaufen sei, erinnerte sich seine Frau anders. Der Mann habe die Fahrgasse gerade überquert, sagte sie. Andere Zeugen des Unfalls, die die eine oder andere Version hätten bestätigen könnten, hat es nach Aussage des Polizisten, der den Unfall aufnahm, nicht gegeben. Es habe allgemein nur eine „dünne Spurenlage“ gegeben. Weder auf dem Parkplatz noch am Fahrzeug habe man Verwertbares gefunden. Der hinzugezogene Unfall-Sachverständige hatte den Ablauf für beide Versionen rekonstruiert. Er stellte fest, dass es bei der Überquerung der Fahrbahn im 90-Grad-Winkel durchaus möglich gewesen sei, dass die A-Säule des Fahrzeugs die Sicht des Angeklagten auf das Opfer verdeckt habe. Bei einem schrägen Weg des Seniors jedoch hätte der Angeklagte das Opfer sehen müssen. Was genau an diesem Dezembertag passiert ist, lies sich jedoch auch nach dieser Gutachteraussage nicht eindeutig vor dem Amtsgericht klären.

Die Anklage sprach daher auch von einem Augenblicksversagen des Angeklagten und einer Verkettung unglücklicher Umstände, bei dem jedoch immer noch ein Mensch gestorben sei. Der von der Staatsanwaltschaft geforderten Geldstrafe von 40 Tagessätzen zu je 35 Euro schloss sich neben der Verteidigung auch die Richterin an. „An diesem tödlichen Unfall werden Sie schwer zu tragen haben“, sagte sie zum Schluss der Verhandlung. Seinen Führerschein darf der Angeklagte behalten.

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