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Einfache Wahrheiten

Von der Besichtigung der Holzer‘schen Permakultur berichtet Volkmar Stephani:

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Wir sind mit einem Reisebus nach Ramingstein angereist, um am 21. Juni von 9 bis 18 Uhr eine Ganztagsführung auf den Permakultur-Terrassen von Sepp Holzer zu erleben, geführt durch ihn höchstpersönlich. Sepp Holzer musste sich wegen seiner neuartigen Wirtschaftsweise gegen heftige Widerstände der Behörden durchsetzen. Seine Permakultur war einer der Beiträge Österreichs zur Expo 2000 in Hannover, mit sozialen Projekten engagiert er sich in Kolumbien und Brasilien. Nach Ramingstein in den Salzburger Alpen kommen Besucher aus aller Welt. Ich nehme das Resümee vorweg: Ich empfand die Besichtigung als gartenbauliches Erlebnis, das seinesgleichen sucht, vor allem in seiner Vollkommenheit und auch Schönheit, außergewöhnlich motivierend und zugleich erholsam.

Streiflichter: Schon als fünfjähriger Junge hatte er im elterlichen Garten sein eigenes Stück Boden zum Ausprobieren, was wächst und was nicht. „Steinerdbeeren“: Erdbeeren werden größer und süßer, wenn sie neben Steinen stehen. Steine sind Wärmespender, bei Trockenheit bleibt es unter dem Stein feucht.

Kirschbäume wachsen bis in einer Höhe von 1 500 Metern, kalte Nächte bilden das unvergleichliche Aroma aus. Warum der Obstanbau in diesen Höhen funktionieren kann, wird in der Führung überzeugend vermittelt. Die grundlegende Philosophie lautet: „Je mehr Durcheinander, umso besser wächst es, umso weniger Arbeit.“ „Nix tun in der Pflanzengemeinschaft“ (kein Verschneiden, Düngen…). Der Mix der Pflanzen und Kräuter sorgt für das stabile Ökosystem und den Fakt, dass es praktisch kein madiges Obst oder irgendwelche Schädlingserscheinungen an Blättern gibt. Das Erlebnis geht weit über die Eindrücke hinaus, die die Videos vermitteln können. Unsere Besichtigungsgruppe bestand aus zwei Busreisegesellschaften und einigen privat Angereisten. Trotz der recht großen Gruppe waren die Ausführungen akustisch überwiegend gut zu verstehen, der Dialekt bereitet da stellenweise eher Probleme. Man kann sich bei Sepp Holzers Videos ja schon mal in seinen Dialekt reinhören.