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Einheit Kamenz demontiert Budissa 

Spitzenreiter Kamenz bejubelt einen Kantersieg. Torhüter Max Höhne wird bei seinem Debüt nach 73 Minuten ausgewechselt.

Der Eindruck auf diesem Foto täuscht. Zwar wird hier der Kamenzer Rico Tänzer (in Rot) vom Bautzener Joseph Gröschke (unten) gestoppt und Norman Kloß (rechts) kommt an den Ball. Doch am Ende kassierte Budissa sieben Gegentore.
Der Eindruck auf diesem Foto täuscht. Zwar wird hier der Kamenzer Rico Tänzer (in Rot) vom Bautzener Joseph Gröschke (unten) gestoppt und Norman Kloß (rechts) kommt an den Ball. Doch am Ende kassierte Budissa sieben Gegentore. © Torsten Zettl

Fußball-Landesliga. Keiner der 361 Zuschauer im Bautzener Stadion Müllerwiese hätte dieses Ergebnis vorausgesagt, auch wenn ein Auswärtssieg des ungeschlagenen Spitzenreiters Einheit Kamenz durchaus im Bereich des Möglichen lag. Am Ende aber feierten die Lessingstädter einen sensationellen 7:1 (3:1)-Kantersieg und hinterließen einen sichtlich angeschlagenen Budissa-Trainer Thomas Hentschel.

„Einheit war uns auf jeder Position überlegen und hat uns regelecht demontiert“, befand Bautzens Chefcoach nach dem Abpfiff. Trotz des Debakels stellte er sich den Fragen der Journalisten. Und nein, Hentschel konnte sich nicht an eine Niederlage mit sieben Gegentoren erinnern. „Ich glaube, ich habe mal mit Budissa in der Regionalliga gegen den 1. FC Magdeburg 0:6 verloren.“ Stimmt! Das war am 25. Oktober 2014 in Bautzen.

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Im Mittelpunkt eines Spiels, in dem acht Treffer fallen, stehen natürlich auch die Torhüter – und auf beiden Seiten fehlten die Stammkeeper. Zlatan Kostal, der Kamenzer Schlussmann, musste aufgrund einer Grippe passen. Der erst 18 Jahre alte Torwart hatte in zwölf Partien nur vier Gegentore kassiert.

So musste der elf Jahre ältere Petr Svarc erstmals zwischen die Pfosten. „Wir haben ihn die ganze Woche starkgeredet und waren uns sicher, dass er seine Sache gut macht“, berichtete Einheit-Coach Frank Rietschel. Kollege Thomas Hentschel, einst Rietschels Trainer, musste seinerseits auf Torwart Martin Zoul verzichten. Der 24 Jahre alte Tscheche war aufgrund von Rückenproblemen nicht einsatzbereit.

Die Gastgeber versagen komplett

So feierte der 26-jährige Max Höhne – sonst die Nummer zwei – sein Debüt bei den Budissen. In der 73. Minute holte Hentschel seinen Torhüter wieder vom Feld. Der 18 Jahre alte Tom Köhler rückte nach und blieb bis zum Abpfiff ohne Gegentor. „Die ganze Mannschaft hat komplett versagt“, stellte Hentschel klar.

Höhne, bei Dynamo Dresden ausgebildet, stand in der Vorsaison noch bei Einheit unter Vertrag, löste seinen Vertrag in Kamenz aber Anfang des Jahres vorzeitig auf. Danach war er vereinslos – und nur dadurch konnte Hentschel ihn nach Transferschluss noch zu Budissa holen. Das erste Tor auf der Müllerwiese fiel übrigens schon nach 120 Sekunden – aber für Budissa durch Jakub Sidlo.

„Wir sind trotz des schnellen 0:1 nicht in Panik verfallen, sondern haben unseren Stil konsequent umgesetzt“, freute sich Frank Rietschel. Sandro Schulze (8.), Martin Sobe (27.) und Franz Häfner (37.) drehten die Partie schon vor der Pause. Augenscheinlich, dass die Bautzener Defensive mit dem schnellen Aufbau- und Offensivspiel der Gäste überfordert war. „Trotzdem, ich war mir erst nach dem 5:1 sicher, dass wir die drei Punkte mit nach Hause nehmen“, gab Rietschel später zu.

Schulze (53.) und Tom Grellmann (55.) sorgten für einen regelrechten Schockzustand der Budissen. Robin Huth (64.) und Schulze mit seinem dritten Treffer (72.) erhöhten noch auf 7:1. Rietschel will nun natürlich die Herbstmeisterschaft: „Wir haben jetzt Markkleeberg und Radebeul vor der Brust. Das sind unangenehme Gegner. Die interessiert es nicht, dass wir sieben Tore in Bautzen geschossen haben.“ Trotzdem strahlte der Kamenzer Coach: „Klar, für den Moment bin ich richtig glücklich.“

Bautzen: Höhne (73. Köhler) - Fischer (66. Röhle), Kloß, Hagemann, Gärtner, Lehmann, Hentsch (60. Mühlmann), Rülicke, Gröschke, Hentschel und Sidlo.

Kamenz: Svarc - Schulze, Sobe (86. Wocko), Gries, Grellmann (77. Graage), Rettig, Häfner (82. Barnickel), Huth, Krautschick, Schidun und Tänzer.

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