merken
PLUS

Einkaufsmarkt bleibt in Reichenbach

NKD bleibt in der Kleinstadt. Ein Umzug in ein anderes Haus wird aber nicht ausgeschlossen.

© Pawel Sosnowski/80studio.net

von Constanze Junghanß

Bei den Verkäuferinnen im NKD am Reichenbacher Marktplatz ist die Neuigkeit noch gar nicht angekommen: Das denkmalgeschützte Haus, in dem sich die vor Ort beliebte Ladenkette eingemietet hat, steht zum Verkauf. Für ein Mindestgebot von 34 300 Euro ist es seit einigen Tagen auf einer Internet-Immobilienseite zu finden. Grund dafür ist die Insolvenz des privaten Besitzers.

Anzeige
Handwerk, das unbezahlbar ist!
Handwerk, das unbezahlbar ist!

Mit "Herz und Hand" heißt eine neue Kampagne im UnbezahlbarLand. Sie erklärt genau, warum Handwerker Motor und Rückgrat einer ganzen Region sind.

Und deshalb wird nun das Gebäude im Auftrag des Insolvenzverwalters über die Impro-Immobilienverwertungs GmbH verkauft. Einwohner von Reichenbach befürchten, dass sich das NKD aus der Kleinstadt zurückzieht. Doch diesen Befürchtungen kann Unternehmenssprecher Jörg Roßberg von der NKD-Service GmbH Bindlach widersprechen: „Ein Auszug ist aus Reichenbach nicht geplant“, sagte er. Nach jetzigem Stand der Dinge soll das NKD auch weiterhin am Marktplatz bleiben. „Allerdings“, so sagt Jörg Roßberg, „ist unser Unternehmen offen für alternative Standortvorschläge innerhalb von Reichenbach.“ Auch die Kunden hätten da ein Mitspracherecht.

NKD will im Stadtkern bleiben

Das Unternehmen möchte reagieren, wenn Kunden auf Veränderungen drängen. Mit den Verkäuferinnen vor Ort soll das dann abgesprochen werden. Ein neuer Standort ist aber derzeit in der Kleinstadt noch nicht in Sicht. Überlegungen gab es bereits, die ehemalige Schlecker-Filiale im Gewerbegebiet zu nutzen. Doch die Räumlichkeit ist zu klein und liegt nicht so zentral wie der jetzige Standort. Zumal in Marktnähe der neue Netto-Markt entstehen soll und auch die Volks- und Raiffeisenbank ihren jetzigen Standort vom Gewerbegebiet an den Markt verlegen will. Für das NKD sind das gute Aussichten, da dadurch der Kundenstrom noch weiter wachsen könnte.

Ende Juni stellte das NKD-Unternehmen die Weichen für einen geplanten Unternehmensverkauf und ein tragfähigeres Geschäftsmodell. „Die Strukturanpassung wird noch in diesem Jahr weitestgehend abgeschlossen sein. Von den damit verbundenen Maßnahmen bleibt die Reichenbacher Filiale unbeeinflusst“, sagt Unternehmenssprecher Jörg Roßberg. Das heißt, es werden keine Arbeitsplätze abgebaut. Vielmehr werde die Filiale vom geplanten Unternehmensumbau profitieren. „Dann wird das Reichenbacher NKD noch attraktiver. Das Geschäft wird seinen Anteil an dem geplanten Budget von 25 Millionen Euro erhalten, mit dem wir unser Filialnetzes modernisieren“, sagt Roßberg.

Wie das allerdings konkret aussieht, sagt der Unternehmenssprecher noch nicht. Auch nicht, welche Summe von dem Finanzbrocken nach Reichenbach fließen wird. Nur soviel: Das Ambiente soll deutlich attraktiver werden.

Trotz der Investitionen hält das Unternehmen an einem Verkauf fest. Derzeit laufen Gespräche mit potentiellen Investoren, so der NKD-Sprecher. Geplant ist auch, bereits ab 2015 in den Wachstumsmarkt Osteuropa und auch Westeuropa zu investieren und dort weitere Filialen zu eröffnen.