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Pirna

Einkaufsmarkt in Graupa wird gebaut

Nach dem Rückzieher von Konsum gibt es jetzt einen Nachfolger für das Projekt. Die Verträge sind bereits unterschrieben.

Penny kommt statt Konsum nach Graupa.
Penny kommt statt Konsum nach Graupa. © Daniel Schäfer

Der geplante Neubau eines Supermarktes in Graupa gleicht einem Wechselbad der Gefühle. Eigentlich wollte Konsum Dresden hier bauen. Und das schon vor über einem Jahr. Doch dann machte das Unternehmen einen Rückzieher. Viele Graupaer unkten bereits, das Vorhaben sei komplett geplatzt.

Jetzt gibt es die gute Nachricht. Anstelle von Konsum wird der Lebensmitteldiscounter Penny in Graupa an dem Standort Kastanienallee die geplante Kaufhalle errichten. Das bestätigt Klaus Off, Geschäftsführer der BBH Immobilien. Das Münchner Unternehmen ist der Projektentwickler. "Die Verträge mit Penny sind unterschrieben", sagt Off gegenüber Sächsische.de. Wann auf dem circa 6.000 Quadratmeter großen Grundstück die Bagger anrücken, kann der Geschäftsführer allerdings noch nicht sagen. "Die Corona-Krise bringt alles durcheinander", so Off. Er fügt hinzu, dass man sich freue, jetzt einen Ersatz für Konsum gefunden zu haben und somit die Lebensmittelversorgung in Graupa langfristig sichern zu können.

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Graupas Ortsvorsteher Gernot Heerde wurde bereits über die neue Situation informiert. "Wir hätten auch gerne den Konsum in Graupa gehabt, da das Unternehmen ein breiteres Sortiment als der Pennymarkt bietet. Aber das Wichtigste ist, dass wir überhaupt einen Lebensmittel-Markt bekommen", beurteilt der Ortschef die neue Lage. Seitens der Penny-Leitung sei ihm zugesichert worden, dass der künftige Markt in Graupa ein höheres Niveau haben wird, als die Filiale in Pillnitz. Heerde geht davon aus, dass  der Neubau Mitte des Jahres startet, sodass die Graupaer im Sommer 2021 in dem neuen Penny-Markt einkaufen können.

Für den Rückzug von Konsum gab es zwei Gründe. Einerseits sei das Engagement von Konsum Dresden in Bannewitz ausschlaggebend. "Wir sind dabei, ein neues Verkaufsgebäude in Bannewitz zu errichten, und können für das parallele Vorantreiben zweier Baustellen nicht die erforderlichen Kapazitäten bereitstellen", sagt Konsum-Vorstand Roger Ulke. Außerdem erwähnt Ulke in diesem Zusammenhang den großen zeitlichen Verzug. Bereits seit 2017 lagen Pläne für den Neubau vor. "Selbst mit intensivsten Bemühungen ist es dem Bauträger bis heute nicht gelungen, den Bau zu beginnen. Allein die lange Zeitspanne bis zum noch immer offenen Baustart stellt uns vor scheinbar unlösbare Herausforderungen", sagt Ulke.

Gaststätte fehlt im Dorf

So richtig rund  verlief das Projekt von Beginn an nicht. Es gab Verzögerung wegen der Baugenehmigung. Und dann wurde auf dem zu bebauenden Areal Kastanienallee/ Kirchweg eine schützenswerte Trockenwiese entdeckt. Um für den Eingriff in die Natur Ausgleich zu schaffen, wurde im vergangenen Jahr eine neue Trockenwiese ganz in der Nähe der Kastanienallee angelegt. Die Kosten dafür übernahm BBH Immobilien.

Je früher eine Kaufhalle kommt, desto besser, sagen viele im Ort. Diese Einstellung erstaunt nicht sonderlich, denn einen größeren Discounter gibt es hier nicht. Deshalb stößt der geplante Neubau auch beim Ortschaftsrat auf große Zustimmung. Einmal mehr, da der nahe Graupa gelegene Aldi-Markt in Jessen geschlossen hat und nach Pirna-Copitz gezogen ist. Damit fiel für die Graupaer eine ortsnahe Einkaufsmöglichkeit weg. Zwar gibt es einen mobilen Einkaufsdienst, der vom Verein Pro Graupa zusammen mit dem ASB Königstein organisiert wird. Aber der Kleinbus fährt nur alle 14 Tage zum Kaufland nach Copitz, wo dann eine Stunde eingekauft werden kann. "Eine feste Kaufhalle vor Ort ist natürlich die bessere Lösung", stellt Gernot Heerde fest.

Nun hat der Ortschef noch einen weiteren Wunsch: Nach seiner Ansicht fehlt ein gastronomisches Angebot in Graupa. Am besten wäre, so Heerde, ein Restaurant auch für Familienfeiern in der Nähe der Richard-Wagner-Stätten, um auch mehr Touristen in den Ort zu locken. Derzeit gibt es in Graupa eine Eisdiele, die im Sommer geöffnet hat, und eine Bäckerei in der Ortsmitte. Das beliebte Café Schlenzig an der Kastanienallee schloss im vergangenen Herbst. Die Betreiber haben wegen Personalmangel aufgehört. Umso wichtiger sei es, dass sich wieder ein Lokal in Graupa ansiedelt, betont der Ortsvorsteher.

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