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Einkaufsvergnügen mit Hässlich-Blick?

Ende November öffnet der neue Edeka. Doch davor steht ein eigenwilliges Gebäude.

Von Jens Fritzsche

Wie sieht das denn aus? Da wächst mitten in Radeberg ein schmucker neuer Einkaufstempel und gleich neben den derzeit entstehenden Parkplätzen flattert eine dunkle Plasteplane an einem morsch wirkenden Häusergiebel im Novemberwind. Überhaupt ist das Haus wohl nicht wirklich ein Blickfang …

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Die Rede ist vom neuen Edeka-Markt der Generationen, der auf dem Areal zwischen Oberstraße und Pulsnitzer Straße wächst und der am 28. November eröffnet werden soll. Dafür hatten in den vergangenen Monaten jede Menge Ruinen entlang beider Straßen Platz machen müssen, was dem Stadtbild durchaus gutgetan hat. Nur drei Häuser haben quasi „überlebt“. Eines davon zu Recht. Doch bei den beiden anderen ist die Sache zumindest von außen betrachtet durchaus strittig, sind viele Radeberger überzeugt. Vor allem beim äußeren Gebäude. Immer wieder klingelt deshalb in der SZ-Redaktion das Telefon „Warum wurde das Haus nicht auch mit weggerissen“, fragen die verwunderten Anrufer nach. Die Antwort ist einfach: Das Gebäude ist Privatbesitz und die Eigentümerin, die auch darin wohnt, wollte das Haus nicht an Mario Schubert – den Bauherrn des Edeka-Markts – verkaufen. Zwei Jahre lang, sagt der Radeberger Architekt, habe er sich bemüht, eine Alternative für die Eigentümerin zu finden. „Aber sie wollte ihr Haus nicht verkaufen, was für unser Projekt zwar bedauerlich ist – aber eben nicht zu ändern“, stellt Mario Schubert klar.

Stadt kann nicht eingreifen

Auch der Radeberger Stadtverwaltung sind jedenfalls die Hände gebunden, sagt Stadtsprecher Jürgen Wähnert. Wohl wissend, dass es in letzter Zeit häufiger mal den Ruf nach einem Einschreiten durch die Verwaltung gab. „Ja, es gab immer mal Leute, die quasi eine Enteignung gefordert hatten“, so Jürgen Wähnert. Für bedeutsame öffentliche Bauvorhaben, wie zum Beispiel wichtige Straßenprojekte, gibt es durchaus solche Möglichkeiten. Dann wird der Wert der Fläche festgelegt, der Eigentümer entschädigt und das Areal fällt an die öffentliche Hand. „Aber das ist zum einen ein sehr langwieriger Prozess und zum anderen ist der Edeka-Bau ja auch kein öffentliches Bauvorhaben – hier baut eben ein Privatmann für ein Privatunternehmen“, verdeutlicht der Stadtsprecher

Optisch wird sich aber in den nächsten Tagen bis zur Eröffnung des neuen Edeka-Marktes noch einiges zum Positiven verändern, verspricht Edeka-Bauherr Mario Schubert. Die ersten Fundamente hinter dem umstrittenen Haus sind bereits gelegt, „in den nächsten Tagen werden hier blickdichte Zäune aufgebaut“, beschreibt er. Auch der Giebel werde wieder ordentlich verputzt.