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Einmal rund um die Körse

In Kirschau wurde ein neuer Wanderweg angelegt. Doch schon vor der Einweihung gibt es Ärger.

Von Katja Schäfer

Die runde Kirschauer Kirche ragt zwischen frühlingsfrischem Grün empor. Dahinter erheben sich die sanften Hügel der Kälbersteine. – Weit kann der Wanderer seinen Blick schweifen lassen vom höchsten Punkt des Weges, der in Höhe des Kirschauer Netto-Markts rüber nach Kleinpostwitz führt. Eine Bank lädt zum Verweilen ein. Wegweiser zeigen in alle Richtungen; sogar zur über 500 Kilometer entfernten Partnergemeinde.

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Einen schönen Blick auf die runde Kirche hat der Wanderer vom Weg nach Kleinpostwitz. Wegweiser zeigen in alle Himmelsrichtungen.
Einen schönen Blick auf die runde Kirche hat der Wanderer vom Weg nach Kleinpostwitz. Wegweiser zeigen in alle Himmelsrichtungen.
Ein Tisch aus großen Steinen und zwei Bänke laden an der Ortsgrenze zwischen Kirschau und Wilthen zum Ausruhen ein.
Ein Tisch aus großen Steinen und zwei Bänke laden an der Ortsgrenze zwischen Kirschau und Wilthen zum Ausruhen ein.

Der Aussichtspunkt ist eine von vielen schönen Stellen, zu denen der neue Körse-Rundweg führt. Zehn Kilometer ist er lang. Wer Lust und die nötige Kondition hat, kann noch einen anderthalb Kilometer langen Abstecher auf den Callenberger Berg machen und von dort aus einen grandiosen Ausblick genießen. Gestaltet wurde der Wanderweg vom Kirschauer Ortschaftsrat. „Einwohnern und Gästen der Oberlausitz soll ein Rundblick auf unsere Heimat und speziell auf Kirschau verschafft werden“, nennt Ortsvorsteher Andreas Fröde die Idee, die hinter dem Projekt steht. Dem Wanderer werden herrliche Aussichten ins Oberlausitzer Bergland geboten, aber ebenso Einblicke in die Geschichte der Gegend. Die Tour führt zum Beispiel zur Ruine der Burg Körse und zum Dreiländerstein an der früheren Grenze zwischen Meißen, Böhmen und der Lausitz. Mal geht es zwischen Feldern entlang, wo der Blick weit schweifen kann, zum Beispiel zwischen Kleinpostwitz und Sonnenberg. Dann wiederum ist der Wanderer zwischen hohen Bäumen unterwegs, wie im Spreetal zwischen Kirschau und Schirgiswalde.

Die Strecke hat der Ortschaftsrat in Absprache mit dem Kirschauer Heimat- und Historikverein und der Stadtverwaltung Schirgiswalde-Kirschau ausgesucht. Sie führt ausschließlich über öffentliche Straßen und Wege und bezieht angrenzende regionale Wanderwege ein. Entlang der Rundtour wurden fünf große Übersichtstafeln, drei Infotafeln, 65 grüne Wanderwegweiser mit der Aufschrift Körse-Rundweg und 25 gelbe Punkte als Markierung angebracht, außerdem drei Bänke und eine Sitzgruppe aufgestellt. 11 000 Euro hat das gekostet. Das Geld stammt aus der Vereinigungsprämie, die der Freistaat an Schirgiswalde, Kirschau und Crostau gezahlt hat, weil sie sich vor reichlich drei Jahren freiwillig zusammengeschlossen haben. „Der Gemeinderat von Kirschau hatte in seiner letzten Sitzung 2010 beschlossen, Mittel aus der Kirschauer Vereinigungsprämie für eine touristische Wegweisung im Ort bereitzustellen“, berichtet Andreas Fröde.

Bei der Umsetzung des Planes haben viele Leute mitgeholfen. Im vergangenen Jahr wurden bei einer Beschäftigungsmaßnahme die Wanderwege frei geschnitten. Das Atelier für künstlerische Fotografie und Design PIX-O-RAMA aus Kirschau hat das Layout für die Übersichtstafeln erarbeitet, die durch die Dresdner Firma Sachsen Kartographie angefertigt wurden. Die Wegweiser stellte die Werbefirma Kaiser aus Schirgiswalde her. Mitarbeiter vom Verein Oberlausitzer Holzgestaltung aus Sohland haben unter anderem die Träger für die Übersichts- und Informationstafeln sowie für die Wegweiser gebaut. Der Steinmetzbetrieb Spittang aus Bautzen hat den Dreiländerstein restauriert, der Baudienstleistungsbetrieb von Ullrich Bort aus Schirgiswalde die Wandersäule in Kleinpostwitz. Der Hausmeister- und Reparaturservice Dirk Hetsch aus Kirschau gestaltete die Sitzgruppe am Burgmuseum. Die Siedler der hinteren Waldstraße haben gemeinsam die Ruhefläche am Steintisch gestaltet. „Von Mitgliedern des Ortschaftsrates sowie des Heimat- und Historikvereins und von einzelnen Bürgern wurden viele ehrenamtliche Arbeitsstunden geleistet“, ist Ortsvorsteher Fröde dankbar. Zugleich ärgert er sich sehr. Denn einige der Schilder wurden schon zerstört, bevor der Weg überhaupt eingeweiht ist.Auf ein Wort

Eröffnet wird der Körse-Rundweg am Ostermontag mit einer Familienwanderung. Start ist um 13 Uhr am Kirschauer Burgmuseum. Um 15 Uhr öffnet das Museum, und auf dem Gelände gibt es einen Imbiss und Getränke.