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Radebeul

Einmal volltanken für 4 Euro

Im Ort gibt es jetzt eine Ladesäule für E-Autos. Dort wird in nächster Zeit öfter der Bürgermeister anzutreffen sein.

Gunnar Schneider von der Enso erklärt Bürgermeister Siegfried Zenker (li.), wie er sein geliehenes Elektro-Auto in den nächsten Tagen laden kann. Rund 250 Kilometer weit kommt er mit dem E-Golf ohne zu „tanken“. Für zwei Wochen darf er das Auto testen.
Gunnar Schneider von der Enso erklärt Bürgermeister Siegfried Zenker (li.), wie er sein geliehenes Elektro-Auto in den nächsten Tagen laden kann. Rund 250 Kilometer weit kommt er mit dem E-Golf ohne zu „tanken“. Für zwei Wochen darf er das Auto testen. © Arvid Müller

Weinböhla. In den Genuss eines schicken Dienstwagens kommt der Weinböhlaer Bürgermeister nicht. Mit seinem privaten Auto fährt Siegfried Zenker (CDU) zu Terminen. Doch der VW Golf kann in den nächsten zwei Wochen in der Garage stehen bleiben. Das Energieunternehmen Enso Energie Sachsen Ost AG leiht ihm für zwei Wochen einen E-Golf. Laden kann er den im Ortszentrum.

Auf der Kleinmarktfläche beim Küchenstudio hat die Enso für rund 40 000 Euro eine Schnell-Ladesäule errichtet. In einer halben Stunde kann dort der Akku komplett aufgeladen werden. Vorausgesetzt, man fährt einen geeigneten Fahrzeugtyp. Bisher sind nur wenige Modelle fürs Schnellladen geeignet. 

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In acht Minuten können 100 Kilometer „getankt“ werden. Bei anderen Autos dauert es etwas länger. Die meisten E-Auto-Fahrer zapfen zu Hause oder am Arbeitsplatz Strom. An der normalen Steckdose dauert das beim E-Golf etwa 17 Stunden. An normalen Stromtankstellen sind es ein paar Stunden.

Der E-Golf hat eine Reichweite von etwa 250 Kilometern. Einmal laden kostet vier Euro, egal wie lange das Auto angeschlossen wird.

Die Bedienung ist einfach. Mit einer Ladekarte der Enso können sich die E-Auto-Fahrer anmelden. Dann müssen sie nur noch den richtigen Stecker auswählen. Zwei stehen zur Auswahl – einer für europäische Fahrzeuge, einer für asiatische. Während des Ladevorgangs steckt der Stecker fest. Kein anderer als der Ladekarteninhaber kann ihn abziehen und damit ein anderes Auto laden.

Abgerechnet wird am Ende des Jahres jeder „Tankstopp“. Es funktioniert aber auch – wenn man keinen Vertrag mit der Enso abgeschlossen hat – über eine App auf dem Handy. Dann kann der Strom beispielsweise über die Mobilfunkrechnung bezahlt werden. In Zukunft soll es möglich sein, europaweit mit einer Karte an jede Stromtankstelle zu fahren. Dafür müssen die verschiedenen Anbieter sich aber erst untereinander einigen.

Vor fast zehn Jahren hat die Enso die erste Stromtankstelle gebaut. Damals sei man noch belächelt worden, erzählt Gunnar Schneider, Leiter Kommunalvertrieb bei der Enso. Heute sei Umweltschutz ein größeres Thema und die Elektromobilität ein Baustein. Für die Enso ist es die vierte Schnellladesäule, hinzu kommen 22 weitere normale Stromtankstellen. 

Zwischen Meißen und Dresden gelegen, werden in Weinböhla vor allem Weitfahrer an der Ladesäule erwartet. Für Bürgermeister Siegfried Zenker werden die ersten Tage im Elektro-Auto eine Umstellung sein. Nicht nur, weil das mit Strom fährt, sondern auch, weil es ein Automatikgetriebe hat. Nach der ersten Testfahrt war er aber begeistert. 

„Von der Beschleunigung her ist es nicht schlecht, was das Auto zu bieten hat.“ Vielleicht könnte der kleine Fuhrpark des Rathauses, der aus nur einem Dienstfahrzeug besteht, irgendwann mal mit einem E-Auto aufgewertet werden. Ab 35 900 Euro gibt es den Golf. Minus 4.000 Euro Umweltbonus.

Laut Landratsamt sind bisher mehr als 220 E-Autos im Kreis unterwegs. Die Enso-Statistik zeigt, dass die Ladesäulen durchaus gefragt sind. Die Weinböhlaer Turbo-Tankstelle ist seit knapp einem Monat in Betrieb und seitdem gab es 38 Ladevorgänge. An den Enso-Ladesäulen in Großenhain (149), Thiendorf (281), Lommatzsch (21) und Moritzburg (63) wurde seit Anfang dieses Jahres insgesamt 514-mal „getankt“. Bis 2022 will die Enso noch sechs weitere Schnelllader in Betrieb nehmen.

Auch in Weinböhla soll das nicht die einzige Stelle sein zum Stromtanken. Am geplanten Einkaufszentrum an der Moritzburger Straße wünscht sich Siegfried Zenker ebenfalls eine Ladesäule. Und gleich um die Ecke, an der alten Tenne, die zur Fahrraderlebniswelt umgebaut wird, soll es Lademöglichkeiten für E-Bikes geben.

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