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Radebeul

Einschränkungen auch ohne Corona

Die 4. Klassen der Grundschule Radeburg sind zurück. Wie es weitergeht, ist ungewiss. Normalen Betrieb gibt es aber nicht. Denn im Haus muss gebaut werden.

Endlich wieder fast richtig Schule. Die 4. Klassen durften am Mittwoch auch in Radeburg zurück in die Schule. Allerdings mit ungewohnten Auflagen und Einschränkungen.
Endlich wieder fast richtig Schule. Die 4. Klassen durften am Mittwoch auch in Radeburg zurück in die Schule. Allerdings mit ungewohnten Auflagen und Einschränkungen. © SZ/Sven Görner

Radeburg. Die Stimmung bei den Mädchen und Jungen der 4a ist am Mittwochvormittag prächtig. Endlich wieder die Klassenkameraden treffen und mit ihnen reden können. Wenn auch nicht alle. Denn die Viertklässler, die wie überall in Sachsen an diesem Tag nach der Corona-Zwangspause auch in die Grundschule auf dem Meißner Berg zurückkehren durften, werden aufgeteilt. 

Acht Gruppen mit jeweils maximal 14 Kindern, statt vier Klassen. So hat jeder eine Schulbank für sich allein. „Jede Gruppe wird in den nächsten Wochen von einem Lehrer begleitet“, sagt Schulleiter Thomas Damme. Geplant sind derzeit vier Stunden Unterricht am Tag - Deutsch, Mathe, Sachkunde. „Nächste Woche kommt dann Englisch dazu.“

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Markierte Laufwege in den Fluren, versetzte Pausenzeiten und die Nutzung aller drei Höfe der Schule sollen zudem dafür sorgen, dass sich nicht zu viele Schüler zu nah kommen. Waren für die in den vergangenen Wochen eingerichtete Notbetreuung zuletzt fast 50 Mädchen und Jungen angemeldet, sind seit Mittwoch nun 85 der insgesamt 350 Schüler zurück. Die Notbetreuung der Erst- bis Drittklässler haben dafür jetzt die Hort-Einrichtungen in Radeburg, Großdittmannsdorf und Tauscha übernommen.

In der Schule und auf den Höfen gelten genaue Vorgaben, wo und wie sich die Schüler bewegen dürfen.
In der Schule und auf den Höfen gelten genaue Vorgaben, wo und wie sich die Schüler bewegen dürfen. © SZ/Sven Görner

Wann die nächsten Schüler in die Grundschule zurückkommen und wie dann der Unterricht organisiert werden muss, ist derzeit noch offen. Eines weiß Thomas Damme aber schon jetzt: Einen normalen Schulalltag wird es in seinem Haus unabhängig von der Entwicklung der Corona-Pandemie auch im nächsten halben bis dreiviertel Jahr nicht geben. 

Denn bereits seit dem vergangenen Jahr steht fest, dass in dem vor gut zehn Jahren eingeweihten Gebäude, umfangreiche Sanierungsarbeiten erforderlich sind. Denn die in Kanälen im Fundament verlaufenden Heizungsrohre sind defekt und haben für erhebliche Wasserschäden gesorgt. Die Fußböden müssen geöffnet und die Leitungen komplett erneuert werden.

Inzwischen ist klar, dass die Versicherung zwar für diese Kosten aufkommt, nicht aber für Aufwendungen der Stadt zur Aufrechterhaltung des Schulbetriebes. In Absprache mit der Schulleitung wurde zu Jahresbeginn schließlich einer Sanierungsvariante  Vorzug gegeben, bei der durch möglichst geringe Containerstandzeiten die Mietkosten begrenzt werden. 

Auf diese Weise sollen vier Interimsklassenzimmer bereitgestellt werden. Und zwar ab dem zweiten von insgesamt drei Bauabschnitten, der mit dem Start des neuen Schuljahres Ende August beginnen soll.

Ursprünglich war geplant, den 1. Bauabschnitt in die Mitte Juli beginnenden Sommerferien zu legen. Anfang 2021 soll die Wasserschaden-Sanierung abgeschlossen sein. Aufgrund der Corona-Situation wurde nun daraufhin gearbeitet, das Vorhaben bereits früher zu starten. 

Ziel ist jetzt der 22. Juni. Im Stadtrat am 28. Mai sollen die Arbeiten vergeben werden. Mit der Zille-Oberschule wurde abgesprochen, dass bei Bedarf die 4. Klassen nach den schriftlichen Prüfungen der Oberschüler Mitte Juni bis zum Schuljahresende in der Zille-Schule unterrichtet werden. Das ist aber nun abhängig von den weiteren Corona-Regelungen.

In dem zehn Jahre alten Schulhaus müssen ab Juni die Folgen eines Wasserschadens des Heizungssystems beseitigt werden.
In dem zehn Jahre alten Schulhaus müssen ab Juni die Folgen eines Wasserschadens des Heizungssystems beseitigt werden. © Norbert Millauer

Die Grundschule hofft zudem, während der Bauzeit im nächsten Schuljahr vier Zimmer im benachbarten Hort nutzen zu können. Auch zwei Werkenräume sollen in Klassenzimmer umgewandelt werden. „Zur Not wäre vorübergehend auch Unterricht in der kleinen Turnhalle möglich“, sagt Thomas Damme. Denn statt derzeit 13 wird es in der Grundschule im nächsten Jahr mindestens 15 Klassen geben.

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