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Einstein aus Schmölln grüßt Schiller in Bautzen

Schilleranlagen. EineBüste von Einstein steht seit gestern im Schiller-Gymnasium. Manfred Wagner aus Schmölln hatdie Plastik gearbeitet.

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Von Helga Koch

Einstein im Schillerjahr. Oder Schiller im Einsteinjahr? Im Bautzener Schillergymnasium stehen die beiden großen Deutschen seit gestern Vormittag einträchtig nebeneinander. Besser gesagt: relativ nahe, um mal mit Einstein zu sprechen. Dass der Dichter solch schillernde Gesellschaft bekommen hat, verdankt er rund 25 Ehemaligen vom Bautzener Einsteingymnasium. Die Zeugnisse bekommen sie erst heute überreicht. Aber die edle Büste haben sie als Abschiedsgeschenk schon aufgestellt.

„Anfangs waren wir gar nicht begeistert, dass wir zum Schillergymnasium wechseln sollten“, erinnert sich Doreen Müller aus Bautzen. Schließlich hatte sie seit der fünften Klasse am Einsteingymnasium gelernt, genau wie Laura Prkno aus Kleinwelka oder Rene Wenzel aus Bautzen. „Aber nach drei Jahren haben wir uns längst dran gewöhnt.“ Irgendwann, kurz vor Ultimo, hätten mehrere Ehemalige die Idee gehabt, der Schule eine Einsteinbüste zu schenken. Vater Hartmut Müller telefonierte in den Dörfern rings um den Klosterberg herum, die für gute Steinmetzen und Bildhauer bekannt sind. Im Schmöllner Bildhauer Manfred Wagner fand er schließlich jemanden, der die Idee in die Tat umsetzen konnte – und das obendrein in enorm kurzer Zeit. Reichlich 50 Arbeitsstunden waren nötig. Erst am Donnerstag trat die vier, fünf Kilogramm schwere Büste, inzwischen auf einem kleinen Diabas-Sockel, ihre Reise nach Bautzen an. Einzig Schulleiter Dr. Wulf-Otto Ehrhardt und zwei Lehrer waren in das Geheimnis der Schüler eingeweiht. Schließlich musste der künftige Standort der Büste ja genehmigt werden. Die Säule, die Laura Prkno aus Kleinwelka in einer Coblenzer Tischlerfirma bauen lassen hat, ist übrigens genauso groß wie die von Schiller. Möglicherweise steht ja die Relativitätstheorie bei den Schülern ebenso hoch im Kurs wie „Kabale und Liebe“.