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Einwohner fordern einen Bürgerentscheid

Die Arbeitsgruppe 1 hat festgestellt: Wir passen zusammen“, so fasste der Seifhennersdorfer Stadtrat Helge Hanfeld zusammen, was die Vorbereitungen für einen Zusammenschluss von Neugersdorf, Ebersbach und Seifhennersdorf bisher ergeben haben.

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Von Romy Kühr

Die Arbeitsgruppe 1 hat festgestellt: Wir passen zusammen“, so fasste der Seifhennersdorfer Stadtrat Helge Hanfeld zusammen, was die Vorbereitungen für einen Zusammenschluss von Neugersdorf, Ebersbach und Seifhennersdorf bisher ergeben haben. In einer Einwohnerversammlung stellte er am Dienstagabend im Seifhennersdorfer Karli-Haus die Ergebnisse vor. Er legte dar, dass es aus finanzieller Sicht wichtig ist, sich künftig auf größere Verbände zu orientieren. Größere Gemeinden erhalten mehr Schlüsselzuweisungen. Hanfeld stellte außerdem den Zeitplan vor bis zu einer Fusion. 2011 soll es soweit sein.

Seine Feststellung teilte aber offensichtlich ein Großteil der anwesenden Gäste nicht. Ängste wurden laut. So sorgen sich die Seifhennersdorfer darum, dass das Rathaus geschlossen wird, sie für Behördengänge weit fahren müssen. „Die älteren Leute können das nicht“, so eine Einwohnerin. Auch was aus Einrichtungen wie Bibliothek oder Bad wird, die dann dreimal vorhanden wären, bewegte die Bürger.

Konkrete Antworten erhielten sie darauf nicht. „Soweit sind wir noch nicht“, erklärte Helge Hanfeld. Die Arbeitsgruppe habe die Grundvoraussetzungen, vor allem die finanziellen, geprüft. Demnach spreche nichts gegen einen Zusammenschluss. Konkrete Detailfragen müssten nun geklärt werden. Dazu sind vier weitere Arbeitsgruppen geplant, an denen sich auch Bürger der Städte beteiligen sollen.

Unter den anwesenden Seifhennersdorfern wurde die Forderung laut, nach Alternativen zur Großen Oberlandstadt zu suchen, zum Beispiel mit Leutersdorf. Der Leutersdorfer Gemeinderat hatte aber eine entsprechende Anfrage Seifhennersdorfs abgelehnt. Erst 1999 hat die Gemeinde mit Spitzkunnersdorf fusioniert. Jetzt sehe man keine Notwendigkeit für einen weiteren Zusammenschluss.

Es meldeten sich aber auch Befürworter der Oberland-Fusion zu Wort: Wenn man im Kreissitz in Görlitz wahrgenommen werden wolle, gehe das nur in einem großen Verbund. Die Einwohner möchten, so das Ergebnis der Versammlung, in einem Bürgerentscheid über die Fusion abstimmen. Neugersdorfs Bürgermeisterin Verena Hergenröder unterstützte diese Ansicht. „Kämpfen sie für einen Bürgerentscheid“, forderte sie auf.

Bisher scheinen auch interne Querelen in der Stadt und im Seifhennersdorfer Stadtrat einem Zusammenschluss im Wege zu stehen. So steht die Entscheidung des Stadtrates im Raum, dass der Bürgermeister künftig ehrenamtlich arbeiten soll. Ein Ehrenamtlicher könne aber nicht auf Augenhöhe mit den hauptamtlichen Kollegen verhandeln, so Bürgermeisterin Karin Berndt. Sie ist in Widerspruch gegangen. Stadtrat Lothar Meusel sagte, es sei nicht fair mit diesen Streitigkeiten in die Verhandlungen mit den Nachbarn zu gehen.

Weitere Einwohnerversammlung zur Großen Oberlandstadt: 3.Februar, 19Uhr, in Ebersbach, Stadtsaal Weberstraße; 10.Februar, 19Uhr, Neugersdorf, Gesundhaus Martin-Luther-Straße.