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Der Start ist verschoben – was passiert nun?

Die Eishockey-Zweitligisten kämpfen weiter um eine Saison mit Zuschauern. Aber es gibt keine einheitlichen Bedingungen.

So voll wie beim Winterderby am 4. Januar zwischen Dresdner Eislöwen und Lausitzer Füchsen werden auf absehbare Zeit weder Stadien noch Hallen sein.
So voll wie beim Winterderby am 4. Januar zwischen Dresdner Eislöwen und Lausitzer Füchsen werden auf absehbare Zeit weder Stadien noch Hallen sein. © Thomas Kretschel

Dresden/Weißwasser. Das Warten geht weiter, aber die Hoffnung will keiner aufgeben. „Wir sind uns alle einig, dass wir dieses Jahr noch spielen wollen, spielen müssen“, sagt Maik Walsdorf. Nach einer „extremen Diskussion“ über zweieinhalb Stunden, wie der Geschäftsführer der Dresdner Eislöwen berichtet, hatten sich die Vertreter der 14 Klubs am Freitag entschieden, den Start für die neue Saison noch mal zu verschieben: vom 2. Oktober auf den 6. November.

Das Problem: So lange keine Zuschauer zugelassen sind, wäre ein Spielbetrieb für die Klubs finanziell ein bedrohliches Verlustgeschäft. Selbst eine begrenzte Anzahl von vielleicht 500 Besuchern sei „„wirtschaftlich nicht darstellbar“, betont auch Dirk Rohrbach, Geschäftsführer der Lausitzer Füchse. In Weißwasser wurde bereits vor drei Wochen ein Hygienekonzept mit dem Gesundheitsamt und der Stadt besprochen. Man will, so Rohrbach, „so viele Zuschauer wie möglich“ hineinlassen. Die damit verbundenen Auflagen würden jedoch auch 4.000 Euro Mehrkosten pro Spiel bedeuten. Es ist eine schwierige Rechnung.

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Am 26. August gebe es dazu den nächsten Termin. In Dresden steht der noch aus. Trotzdem glauben beide Geschäftsführer, in Sachsen hätte es wie geplant losgehen können. Ministerpräsident Michael Kretschmer hatte sich – anders als die Gesundheitsminister – dafür ausgesprochen, dem Hygienekonzept der Deutschen Fußball-Liga eine Chance zu geben. Das sieht vor, eine bestimmte Anzahl Zuschauer ins Stadion zu lassen, dabei aber auf Stehplätze und Gäste-Fans zu verzichten, nur personalisierte Tickets zu verkaufen und Alkohol zu verbieten.

„Wir müssen und wollen dieses Jahr noch spielen“, sagt Eislöwen-Geschäftsführer Maik Walsdorf.
„Wir müssen und wollen dieses Jahr noch spielen“, sagt Eislöwen-Geschäftsführer Maik Walsdorf. © Ronald Bonß

Die Corona-Fallzahlen lassen derzeit aber offenbar keine einheitliche Regelung zu, sodass die sächsischen Eishockey-Zweitligisten, zu denen auch Crimmitschau gehört, sich gedulden müssen. „Wir wissen, dass wir Gegner brauchen und auch an anderen Standorten spielen müssen“, sagt Walsdorf. „Es macht keinen Sinn, als sächsische oder hessische Mannschaft auf die Tube zu drücken, während in Kaufbeuren, Landshut und anderen bayerischen Städten nicht mal der Ligabetrieb an sich genehmigt worden ist.“

Auch Rohrbach verweist auf die Unsicherheit in Bayern und Baden-Württemberg. „Wir wissen nicht, was da passiert“, meint der Füchse-Manager, und er betont das Solidarprinzip. „Wir wissen, dass wir die anderen Vereine auch in zehn, 15 Jahren noch als Gegner brauchen“, meint Walsdorf. „Deshalb sind wir solidarisch.“ Andererseits hätte eine Absage der Saison für Klubs wie Spieler unübersehbare Konsequenzen. Rohrbach hatte bei den Füchsen bereits den Etat für die Profis um 20 Prozent gekürzt. In Dresden wurden mit den Spielern, deren Verträge erst sechs Wochen vor dem tatsächlichen Saisonstart gelten, individuelle Lösungen beim Gehaltsverzicht gefunden, sagt Walsdorf.

Der Geschäftsführer geht davon aus, dass die Eislöwen ein Jahr ohne Spiele „mit einem halbwegs blauen Auge“ überstehen könnten. „Wir sind mit unseren Gesellschaftern und Partnern breit aufgestellt, wollen und werden gemeinsam verhindern, dass wir im April oder Mai nächsten Jahres über ein ganz anderes Szenario reden.“ Erst am Freitag wurde die Partnerschaft mit der SSS Energietechnik und Netzservice GmbH erweitert.

Füchse-Geschäftsführer Dirk Rohrbach will „so viele Zuschauer wie möglich“ in die Halle hineinlassen.
Füchse-Geschäftsführer Dirk Rohrbach will „so viele Zuschauer wie möglich“ in die Halle hineinlassen. © Robert Michael

Walsdorf sagt aber klipp und klar: „Wir wissen aber auch, wenn wir noch später beginnen oder die Saison ausfallen lassen müssen, können wir die Folgen derzeit gar nicht greifen. Das ist für alle Hallensportarten undenkbar.“

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Für den Fall, dass es auch am 6. November nicht losgehen kann, liege ein Szenario „ein Stück weit in der Schublade“, berichtet Walsdorf. Wie lange sich die Saison weiter aufschieben ließe, hängt auch davon ab, wie die Hallenbetreiber planen und welche Länderspiele es im nächsten Frühjahr gibt. Die für dieses Jahr geplanten Auftritte der Nationalmannschaft in Sachsen wurden wegen der Corona-Pandemie auf den 22. April 2021 in Dresden und zwei Tage später in Crimmitschau verschoben.

Rohrbach will so weit nicht schauen, rechnet aber damit, dass die Saison bis in den Mai gehen würde – sofern sie beginnt und wie vorgesehen im normalen Rhythmus mit Hauptrunde und Play-offs ausgetragen wird. Die Hoffnung stirbt zuletzt.

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