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Eiskönigin bricht im CiD alle Rekorde

Das zurückliegende Kinojahr war in Döbeln erfolgreich. Das führt der Chef nicht nur auf besonders gute Filme zurück.

Von Elke Braun
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Neben einer Werbepuppe für den Film „Blues Brothers“ hat Kino-Chef Niklas Spitzer auf den nagelneuen Sitzmöbeln im Foyer Platz genommen.
Neben einer Werbepuppe für den Film „Blues Brothers“ hat Kino-Chef Niklas Spitzer auf den nagelneuen Sitzmöbeln im Foyer Platz genommen. © Dietmar Thomas

Döbeln. Rund 80.000 Zuschauer haben im vergangenen Jahr das Döbelner Kino an der Burgstraße besucht. Wesentlich mehr, als im Jahr davor. Diese Bilanz zieht Niklas Spitzer, der das Cinema in Döbeln (CiD) leitet.

Generell sei das Jahr 2018 bundesweit nicht gut gelaufen. Im vergangenen Jahr konnte diese Entwicklung aber wieder umgekehrt werden. Das Plus sei in erster Linie den guten Filmen zu verdanken. Los ging es im April mit dem Science-Fiction-Actionfilm „Avengers“, im Sommer folgte die Neuverfilmung von Disneys „Der König der Löwen“. 

Der zweite Teil des Animationsfilms „Die Eiskönigin“ habe dann alle Rekorde gebrochen. „In Döbeln habe ich so einen Ansturm noch nicht erlebt“, sagt Niklas Spitzer. Etwa 1.000 Besucher seien am Tag des Filmstarts, dem Buß- und Bettag, ins CiD gekommen. „Da ging teilweise gar nichts mehr“, sagt der Kino-Chef. Der Film läuft bis heute und steht wochentags noch einmal täglich auf dem Spielplan, am Wochenende öfter.

Niklas Spitzer ist sich sicher, dass die guten Filme nicht der alleinige Grund für den Erfolg sind. „Wir haben im vergangenen Jahr viel investiert, um das Umfeld zu verbessern.“ So sind das Foyer und der Gang zu den Toiletten neu gefliest worden. Eine moderne Theke, zu der auch neue Kühlschänke gehören, und eine futuristische Beleuchtung in Form riesiger Schreibtischlampen wurden eingebaut. Erst seit vergangenem Mittwoch stehen neue Sitzgarnituren im Foyer.

Spitzer spricht von einem knapp sechsstelligen Betrag, der im vergangenen Jahr eingesetzt worden ist, um das Kino zu verschönern. „Es war an der Zeit, den Besuchern etwas zurückzugeben.“ 

Investiert worden sei zwar ständig, aber immer nur in kleinerem Rahmen. Dies sei die erste große Investition der Kinogruppe, zu der auch der Reginapalast Leipzig und das Capitol Altenburg gehören, in das Döbelner Haus. Die Gruppe hat das CiD im Jahr 2009 gekauft und davor seit 2005 von der Döbelner Wohnungsbau- und -verwaltungsgesellschaft gemietet.

„Wir wollen in Döbeln künftig viel mehr Wert auf Geselligkeit legen“, erklärt Spitzer. Es sei durchaus gewünscht, dass es sich die Besucher vor und nach dem Filmeschauen noch im Foyer gemütlich machen, vielleicht einen Kaffee trinken und sich unterhalten. Dazu müssten die Ausstattung und das Umfeld stimmen.

Einige Restarbeiten seien noch im Foyer zu erledigen, sagt Spitzer. Die nächste größere „Baustelle“ wird noch in diesem Jahr die Erneuerung der sanitären Anlagen sein. Er schätzt aber ein, dass die Arbeiten nicht vor Juni beginnen können. Denn der Fachkräftemangel macht auch um das Döbelner Kino keinen Bogen. „Es ist schwer, Handwerksbetriebe zu finden, die dann auch noch in verschiedenen Gewerken gleichzeitig verfügbar sind“, sagt er.

Mit rund 80.000 Zuschauern im Jahr 2019 hat durchschnittlich jeder Döbelner viermal das Kino besucht, rechnet Niklas Spitzer vor. Auch wenn es viele Stammgäste gibt, sei das aber natürlich nur ein statistischer Wert. 

Der Einzugsbereich habe sich in letzter Zeit vergrößert. Die Besucher kommen längst nicht mehr nur aus dem Altkreis, sondern beispielsweise auch aus der Region Grimma oder Mittweida nach Döbeln.

Nach wie vor gerne genutzt werde von den Döbelnern die Reihe „Der besondere Film“, bei der mittwochs um 17.15 und 20 Uhr Filme mit besonderem Anspruch gezeigt werden. „Das behalten wir auf jeden Fall bei“, sagt Niklas Spitzer.

Das Kinogeschäft sei ein sehr schnelllebiges. Nicht nur, dass jede Woche drei bis vier Filme neu starten. „Auch die Technik entwickelt sich ständig weiter.“ Mit dem Dolby-Atmos-Audioformat und dem 4K-Projektor im Kino 1 stehe sehr moderne Vorführtechnik zur Verfügung, so der Kinoleiter.

Ein überwiegend Döbelner Phänomen sei es, dass die beliebtesten Sitzplätze nach wie vor „ganz hinten in der Mitte“ sind. „Manche Besucher sind richtig enttäuscht, wenn die schon besetzt sind.“ Mittlerweile könnten die Zuschauer aber von allen Sitzplätzen aus gut sehen und auch hören. Für Kinder können spezielle Sitzerhöhungen ausgeliehen werden, sodass auch die kleinen Gäste das Geschehen auf der Leinwand problemlos verfolgen können.

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