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Elberadweg bleibt vorerst Nadelöhr

Die Unfallzahlen auf dem Radweg steigen von Jahr zu Jahr. Deshalb will Dresden zwischen Blauem Wunder und Fährgarten eine zweite Verbindung bauen. 

Auf dem Elberadweg geht es eng zu.
Auf dem Elberadweg geht es eng zu. © René Meinig

Acht Jahre sind sie schon alt: die Pläne für einen zweiten Rad- und Fußweg, der zwischen dem Fährgarten in der Johannstadt und dem Blauen Wunder in Blasewitz entstehen soll. Und der ist dringend nötig, zeigen doch die Zahlen aus den vergangenen Jahren, dass die Unfälle zwischen Radfahrern und Fußgängern zunehmen. Waren es 2016 noch 31 Radfahrunfälle, stieg die Zahl 2017 auf 36, im vergangenen Jahr sogar auf 43. Um insbesondere das Nadelöhr vor dem beliebten Fährgarten zu entschärfen, hatte die Stadtverwaltung schon 2011 die ersten Pläne für den zweiten Weg vorgelegt. Bislang scheiterte deren Umsetzung aber an der Genehmigung durch den Freistaat. Die Landesdirektion Sachsen und die Stadt hatten das sogenannte Planfeststellungsverfahren auf Eis gelegt, weil es zunächst eine gerichtliche Auseinandersetzung zur Waldschlößchenbrücke gab.

Diese ist inzwischen geklärt. Nach dem Urteil des Bundesverwaltungsgerichtes seien die Planungen wieder aufgenommen worden, teilt eine Stadtsprecherin auf SZ-Anfrage mit. Diese sind im Bereich der Elbwiesen allerdings nicht unproblematisch, gilt es doch, dort nicht zu stark in die Natur einzugreifen.

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Um für den neuen asphaltierten Weg und die dadurch versiegelte Fläche einen Ausgleich innerhalb des Dresdner Stadtgebietes zu schaffen, sollen rund drei Hektar Fläche im Bereich des alten Elbarms in Tolkewitz umgestaltet werden. Und zwar zu Wiesengrünland, in dem neue Lebensräume für Flora und Fauna entstehen. Derzeit findet sich im Altelbarm sogenanntes Wirtschaftsgrünland, in dem sich kaum Tiere oder Pflanzen ansiedeln. Um diesen Bereich in das angrenzende Flora-Fauna-Habitat, das streng geschützt ist, einzugliedern, ist ein weiterer behördlicher Schritt nötig, der wiederum Zeit kostet: Denn über diese Umwandlung des Areals muss die Europäische Kommission gesondert informiert werden und eine Stellungnahme abgeben.

Außerdem spielt in Tolkewitz ein weiteres Großbauprojekt der Stadt eine wichtige Rolle: die geplante Sanierung und der Ausbau der Wehlener Straße, Alttolkewitz und Österreicher Straße. Dort geht es unter anderem darum, den Lebensraum für den Vogel Wachtelkönig zu erhalten.

Und es gibt noch weitere Aufgaben für die Stadt: Seit 1. Oktober 2018 haben sich die Grenzen des Überschwemmungsgebietes der Elbe verändert. Auch das wurde nun in den Plänen angepasst. „Einzelheiten zur Wiederaufnahme des Planfeststellungsverfahrens müssen noch mit der Landesdirektion abgestimmt werden“, so die Stadt.

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