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Elberadweg wird endlich saniert

Ab nächstem Sommer wird das schlechte, schmale Stück zwischen Prossen und Halbestadt gebaut. Der Königsteiner Ortsteil ist dann lange abgeschnitten.

Die schmale Trasse ist Radweg und Straße zugleich.
Die schmale Trasse ist Radweg und Straße zugleich. © Daniel Schäfer

Der Minister setzte von Königstein mit der Fähre über. Das ist der entspannteste Weg, um nach Halbestadt zu gelangen. Die Ortschaft im Flussbogen auf der gegenüberliegenden Elbseite der Festung ist sonst nur über eine extrem schmale und marode Straße vom Bad Schandauer Ortsteil Prossen aus zu erreichen, die in Halbestadt als Sackgasse endet. Die Verbindung ist gleichzeitig Teil des rechtselbischen Elbradwegs. 

Für dessen Sanierung macht der Freistaat Sachsen jetzt 1,34 Millionen Euro locker. Die aufwendigen Bauarbeiten sollen im Frühjahr 2020 starten.

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„Sachsen war lange Zeit ein Automobilland. In Zukunft müssen wir ein Mobilitätsland werden – auch mit Rad und Bahn“, sagte Verkehrsminister Martin Dulig (SPD) bei der Übergabe des Fördermittelbescheids am Freitag in der Natur- und Familienoase in Halbestadt. 

Gerade in Sachen Radwegebau gebe es riesigen Nachholbedarf. „Der Elberadweg ist unser Aushängeschild“, sagte Dulig. Im Radtourismus weise er weit über Sachsen hinaus. Aber auch für den alltäglichen Pendelverkehr würden Radwege immer wichtiger. Die Erfahrung zeigt: Entfernungen werden akzeptiert, wenn die Infrastruktur stimmt. Dafür wolle er die Bedingungen schaffen.

Vor gut einem Jahr war Sachsens Verkehrsminister vor Ort, um den linkselbischen Lückenschluss des Elbradwegs zwischen Bad Schandau und Königstein einzuweihen. Die rechtselbische Trasse habe an Bedeutung nicht eingebüßt, sagte Königsteins Bürgermeister Tobias Kummer (CDU). Der Radtourismus nehme zu, die Infrastruktur müsse nachziehen.

Bevor die Räder auf frischem Asphalt rollen können, kommt eine lange Bauphase auf die Einwohner und Gäste von Halbestadt zu. „Bevor es besser wird, wird’s erst mal schlechter werden“, sagte Heiko Weist, Chef der Natur- und Familienoase in Halbestadt. „Da müssen wird durch.“ Allein sein Haus mit 105 Betten zählt rund 13.000 Übernachtungen pro Jahr. Insgesamt konnte Halbestadt 2018 knapp 28.000 Übernachtungen verbuchen, und ist damit für über 15 Prozent der Übernachtungen in Königstein (179.000) verantwortlich.

Für voraussichtlich zwei Sommer wird die Straße nach Halbestadt wegen der Bauarbeiten komplett gesperrt: 2020 und 2021. Über den Winter soll die Strecke befahrbar sein. Am kompliziertesten wird der Bau einer neuen Stützmauer – ein Pfahlbauwerk das die am Elbhang verlaufende Straße hält. Breiter wird die Fahrbahn, auf der gerade ein Auto Platz hat, nicht. Sie erhält aber zwei zusätzliche Ausweichbuchten, wie Planer Ronald Wiesner ankündigt. Die Zahl der Ausweichstellen erhöht sich damit auf vier, was lange Rückwärtsfahrten bei Begegnungsverkehr verringern soll.

Die Umleitung wird von Waltersdorf aus über den Wäldchenweg geführt – eine Schotterpiste mitten durch den Nationalpark. Dort gibt es keinerlei Ausweichmöglichkeit, weshalb eine Ampel mit Phasen von voraussichtlich 15 Minuten installiert wird. 

Für die Halbestädter Anwohner plant die Stadt Königstein zudem, einen Auffangparkplatz in Königstein einzurichten. Dort könnten sie ihre Autos abstellen und mit der Fähre übersetzen. Der Stadtrat wird sich demnächst damit befassen.

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