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Elbetierpark vor Wolfsangriffen geschützt

Dank vieler Spenden und ehrenamtlicher Helfer wurde ein Wolfsschutzzaun aufgebaut. Doch woher kommt das Geld?

Sven Näther (rechts), Gerald Labitzke und weitere Helfer bauen den Wolfsschutzzaun auf.
Sven Näther (rechts), Gerald Labitzke und weitere Helfer bauen den Wolfsschutzzaun auf. © Claudia Hübschmann

Diera-Zehren. Die Corona-Krise hat den Elbetierpark Hebelei stark getroffen und die ohnehin vorhandenen Probleme noch verschärft. Zeitweise musste der Tierpark ganz schließen. Doch auch nach Wiedereröffnung ist die Besucherzahl eingebrochen. „Wir hatten ja durch Corona gehofft, dass der Inlandstourismus boomt, aber das ist zumindest bei uns bisher nicht eingetreten“, sagt Betreiber Sven Näther. Doch ausgerechnet Corona hat für ihn nun auch etwas Gutes.

 Denn ohne diese Krise hätte der Tierpark wahrscheinlich keinen Wolfsschutzzaun bauen können. Diesen Zaun, der um das gesamte Gelände führen wird, bauen nämlich private Helfer vom Wildpark Schorfheide kostenlos auf.

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 „Wir haben uns um diese Zeit sonst immer in Polen zu einem Rock- und Popfestival getroffen. Weil dieses Festival in diesem Jahr wegen Corona ausfällt, haben wir uns entschieden, dem Elbetierpark Hebelei zu helfen und den Wolfsschutzzaun aufzubauen“, sagt Gerald Labitzke, einer der Helfer, der im richtigen Leben Geigenbauer ist. 

Strom- und Wasserkosten bezahlt

Seit Donnerstag bauen die Leute aus dem Brandburgischen den Zaun auf, am Sonntag soll alles fertig sein.Der Zaun ist 1,10 Meter hoch und kann auf 1,25 Meter erhöht werden. Einen Untergrabungsschutz gibt es nicht, den braucht es wohl auch nicht. Denn es handelt sich um einen Elektrozaun. Gefahr für Menschen besteht laut Näther jedoch nicht.

 „Der Zaun ist zwar elektrisch geladen, doch es ist nicht anders als bei einem normalen Weidezaun“, sagt Sven Näther. Dennoch werden Warnschilder angebracht, den Zaun nicht zu berühren. Diese sind im Grunde entbehrlich. Denn der Zaun wird über eine Zeitschaltuhr gesteuert. Er ist nur in den Nachtstunden außerhalb der Öffnungszeiten „scharf“. 

Doch woher hat der Elbetierpark, der ja chronisch unterfinanziert ist, plötzlich Geld für einen solchen Zaun? Die Antwort ist einfach: durch Spenden. „Wir haben in der letzten Zeit dankenswerterweise viele Geldspenden erhalten. Dadurch konnten wir bis Jahresende erst einmal alle Strom- und Wasserkosten bezahlen“, sagt der Betreiber. 

Für Sicherheit entschieden

Dennoch stand er vor einer schwerwiegenden Entscheidung: Sollte er das andere Geld auf die hohe Kante legen und für den Winter aufheben oder einen Wolfsschutzzaun kaufen? Er entschied sich für Letzteres und damit für den Schutz der Tiere. Die Gelegenheit war insofern günstig, weil er jetzt Helfer hat, die den Zaun kostenlos aufbauen. Eine Firma hätte er niemals bezahlen können.

Nach seinen Angaben kostet der Zaun selbst nur 3 500 Euro. Die Idee, einen Wolfsschutzzaun zu bauen, kam Sven Näther Anfang dieses Jahres, als die Gefahr eines Wolfsangriffs real geworden war. Ganz in der Nähe in Wölkisch hatte ein Wolf ein Schaf gerissen.

Näther beantragte Fördermittel, bekam aber vom Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie einen abschlägigen Bescheid. Der Freistaat Sachsen fördere nur Präventionsmaßnahmen, die dem Schutz von Schafen und Ziegen sowie Wild in Gattern dienen. 

Dies gelte sowohl für Hobbyhalter als auch für Tierhalter im landwirtschaftlichen Haupt- oder Nebenerwerb. Privat betriebene Tierparks fielen nicht unter die Förderrichtlinie, hieß es aus dem Landesamt.

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