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Meißen

Elblandkliniken mit weniger Gewinn

Die hohen Baukosten vor allem in Riesa wirken sich jetzt negativ aus. Doch es gibt auch interessante Wachstumsfelder.

Mit seiner markanten Fassade ist das Riesaer Krankenhaus eine von Weitem sichtbare Landmarke. Vor wenigen Tagen war ein Neubau samt neuer Notaufnahme eröffnet worden. Noch bis 2022 wird das Hochhaus Etage für Etage saniert.
Mit seiner markanten Fassade ist das Riesaer Krankenhaus eine von Weitem sichtbare Landmarke. Vor wenigen Tagen war ein Neubau samt neuer Notaufnahme eröffnet worden. Noch bis 2022 wird das Hochhaus Etage für Etage saniert. © Sebastian Schultz

Meißen. Die Elblandkliniken haben das vergangene Jahr mit einem Überschuss von 6,5 Millionen Euro abgeschlossen. Das sind 1,75 Million Euro weniger als im Jahr zuvor. Wie der zur Kreistagssitzung am Donnerstag vorgestellten Bilanz zu entnehmen ist, waren für den Rückgang des Gewinns vor allem steigende Personalkosten durch höhere Löhne und 73 neue Stellen verantwortlich.

Sämtliche aktive Tochtergesellschaften des Gesundheitskonzerns liegen im Plus. Eine Ausnahme bilden lediglich die Polikliniken. Positive Nachrichten kommen aus Großenhain. Die dort angesiedelte Reha- und Präventions GmbH konnte ihr Resultat im Vergleich zu 2017 um rund 1,2 Millionen Euro steigern.

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Sorgen bereiten dem Unternehmen derzeit der Teilneubau in Riesa sowie das Bauprogramm an den anderen Standorten. Es werde geprüft, ob das Krankenhaus hierfür noch in diesem Jahr einen Kredit aufnehmen müsse, heißt es im Jahresabschluss für 2018. 

Nötig werden könnte dies nicht zuletzt, da die Finanzmittel der Gruppe im Vergleich von 2017 zu 2018 durch Investitionen um 10,7 Millionen Euro abgenommen haben. Die gestiegenen und weiter steigenden Preise auf dem Bau machen sich bemerkbar. 

Die Kosten betragen laut Lagebericht mittlerweile ein Vielfaches der Ausgaben von vor fünf Jahren. Insbesondere für die noch mehrere Jahre andauernden Vorhaben in Riesa und Radebeul könnte dies erhebliche Differenzen zur ursprünglichen Kalkulation nach sich ziehen.

Trotz dieser Schwierigkeiten steht der Teilneubau in Riesa für die Elblandkliniken weiterhin ganz oben auf der Agenda. Die besondere Chance des Standortes liegt in seiner geografischen Lage zwischen den Oberzentren Dresden und Leipzig. Ein weiteres Potenzial besteht in der Vernetzung des ambulanten mit dem stationären Bereich. Einige Ärzte finden für ihre Praxen nur schwer Nachfolger. Diese könnten über das Poliklinik-Modell durch festangestellte Ärzte übernommen werden.

Wachstumschancen und neue Geschäftsfelder sieht das Unternehmen beispielsweise beim Rettungsdienst und der notärztlichen Versorgung in bestimmten Gegenden des Kreises. Gemeint sein dürften vermutlich ländliche Räume, wie etwa die Großenhainer Pflege. Hier hatte es in diesem Bereich wiederholt Probleme gegeben.

 Im Kerngeschäft weiter zu wachsen, dürfte sich dagegen schwierig gestalten. Der jetzt erreichte Stand lasse sich nicht mehr „in Größenordnungen“ steigern, heißt es im Jahresabschluss. Deshalb müsse künftig verstärkt daran gearbeitet werden, die Kosten zu senken, ohne dass darunter die Qualität der Angebote leide. 

Als hilfreich erweist sich dabei die Kooperation mit der Universitätsklinik Dresden. So konnte auf diesem Wege die Behandlung von Schlaganfall-Patienten in den letzten Jahren deutlich verbessert werden. Diese Partnerschaft dürfe nicht gefährdet werden, ist in der Bilanz zu lesen.

Als stabil bewertet das Management die Personalsituation. 2 700 Mitarbeiter zählt die Belegschaft. Die Entgelte der Auszubildenden in der Gruppe liegen über dem Niveau des Tarifvertrages im öffentlichen Dienst. Schlüsselpositionen im ärztlichen Bereich konnten mit vielversprechenden Kandidaten nachbesetzt werden. 

Dazu beigetragen hätten nicht zuletzt gute Plätze in Rankings wie der Focus Rangliste von Kliniken für Gallenblasen-Probleme. Die drei Häuser umfassen fast 1 000 Betten. Dazu kommen nochmals 125 Betten der Reha-Klinik in Großenhain.

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