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Elektrizität und Geduld beschert Görlitz Touristen

Die Aufnahme der Eisenbahnstrecke Cottbus-Görlitz in den Bundesverkehrswegeplan hat in der Europastadt für ein positives Echo gesorgt. Politiker aller Fraktionen begrüßten die vorgesehene Elektrifizierung dieser Strecke bis spätestens 2015.

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Von Peter Chemnitz

Im Bundesverkehrsministerium sei eine richtige Entscheidung getroffen worden, sagt Oberbürgermeister Rolf Karbaum (parteilos). Jede Verbesserung der Verkehrssituation wirke sich günstig für die Entwicklung der Europastadt aus. Genauso wichtig sei aber die Elektrifizierung der Strecke Dresden-Görlitz. Von einem „guten Signal in die richtige Richtung“, spricht der bündnisgrüne Gottfried Semmling. Görlitz rücke damit näher an Berlin. „Das ist für den Tourismus und die Bewerbung als Kulturhauptstadt Europas 2010 sehr förderlich.“

Von der besseren Anbindung an Brandenburg und Berlin erhofft sich auch Matthias Schneider, Geschäftsführer der Görlitz Tourismus & Marketinggesellschaft, mehr Touristen aus der Bundeshauptstadt und ihrer näheren Umgebung. Dort sei schon immer das Klientel beheimatet, dass es an den Wochenenden gern nach Görlitz zieht, erinnert Schneider. Auch für ihn wäre die Elektrifizierung der Strecke nach Dresden der nächste, wichtige Schritt. Auch der Bahnhof Görlitz müsse wieder ins richtige Licht gerückt werden, sagte Schneider. Der Görlitzer Landtagsabgeordnete Volker Bandmann (CDU) hatte bereits beim jüngsten Besuch des sächsischen Wirtschaftsministers Martin Gillo (CDU) daran erinnert, dass die Elektrifizierung des Bahnhofs bereits 1923 erfolgt ist. Man dürfe Görlitz nicht so behandeln, „als wären wir ein strukturarmes Dorf“, hatte Bandmann unter Beifall gesagt: „Wir wollen einen Ausgleich für die Kriegsfolgelasten und jene technischen Strukturen zurück haben, die wir schon einmal hatten.“

Positiv steht auch die Deutsche Bahn der geplanten Elektrifizierung der Strecke Cottbus-Görlitz gegenüber. Es sei gut, wenn Schienenverbindungen berücksichtigt werden, allerdings handele es sich bei dem Bundesverkehrswegeplan erst um einen Gesetzentwurf, der noch vom Bundestag verabschiedet werden muss, zeigt sich Bahnsprecherin Kerstin Eckstein zurückhaltend.

Die vorgesehene Elektrifizierung der Bahnverbindung Cottbus-Görlitz sowie der zweigleisige Ausbau der Strecke Lübbenau-Cottbus mit vorgesehenen Investitionskosten von 237,9 Millionen Euro ist unter der laufenden Nummer 23 in der Tabelle 13 (Neue Vorhaben des VB Schiene) zu finden. Damit sei das Vorhaben mit knapper Not noch platziert worden, sagt CDU-Stadtrat Stephan Lechner. Es sei „Fünf vor Zwölf“ gewesen, als der Görlitzer Bundestagsabgeordnete Michael Kretschmer (CDU) und andere Politiker aus der Region in Berlin noch einmal Druck gemacht hätten, heißt es aus dem Ministerium.