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Garten

Tipps, die jeder Gärtner kennen sollte

Die Erdbeerpflanze wirkt schlaff? Wie kann ich Schädlinge ohne Chemie loswerden? Wir haben die Antworten. 

© imago images / Westend61

Stück für Stück müssen Gärtner nun den Winterschutz entfernen, Beete säubern und gegen Schädlinge vorbeugen. Zum Saisonauftakt beantworteten Gartenfachleute die dringendsten Fragen unserer Leser.

Was kann ich jetzt für den Rasen tun?

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Ist der Boden noch zu feucht, gar nichts. Es kommt auch darauf an, wie viel nach dem vergangenen trockenen Sommer überhaupt noch vom Rasen übrig ist. Ist kaum noch etwas da, sollten Sie vertikutieren, Reste herausnehmen, umgraben und mit neuer Erde auffüllen. Dann müssten Sie neu ansäen. Wurzelunkräuter, die sich ausgebreitet haben, sind auszustechen.

Auf meiner Wiese blühen Krokusse und Narzissen. Damit die Blütenpracht im nächsten Jahr erhalten bleibt, möchte ich beim Mähen keine Fehler machen. Wann kann ich mähen?

Sobald sie abgeblüht sind und das Laub abgetrocknet ist.

Ich bin mit meinen Himbeeren nicht mehr zufrieden. Kann ich an gleicher Stelle neue Pflanzen setzen?

Das ist nicht zu empfehlen. Entweder Sie suchen einen neuen Platz oder Sie müssen an alter Stelle die Erde austauschen. Sind die Pflanzen gestaucht, haben weniger Ertrag und weder Schädlinge noch Krankheiten, könnte Zeit für einen Wechsel sein. Dann empfehlen sich an dieser Stelle zum Beispiel Steinobst oder Gemüse.

Meine Erdbeerpflanzen sehen schon im zweiten Jahr degeneriert aus. Was tun?

Das ist von Ferne schwer zu sagen. Überprüfen Sie den Standort und zeigen Sie die Pflanze einem Fachmann. Sind es Milben, gibt es dagegen kein zugelassenes Mittel.

Was kann ich gegen den Erdbeerblütenstecher unternehmen?

Dagegen gibt es keine zugelassenen Mittel. Versuchen Sie es mit einer anderen Fläche.

Viel zu tun: Zwerg-Rhododendron und Forsythie blühen im Kleingarten von Tilo Grämer in Dresden. Eine bunte Margerite soll das Farbenspiel ergänzen.
Viel zu tun: Zwerg-Rhododendron und Forsythie blühen im Kleingarten von Tilo Grämer in Dresden. Eine bunte Margerite soll das Farbenspiel ergänzen. © Ronald Bonß

Ich kultiviere seit den 1980er-Jahren die Erdbeersorte Korona. Jährlich erneure ich die Pflanzen durch Senker. Seit Jahren beobachte ich nun ein Dahinkümmern.

Pflanzen degenerieren mit der Zeit. Sie sollten nach so vielen Jahren neue Pflanzen kaufen und einen neuen Standort suchen.

Kann ich jetzt gegen Monilia spritzen? Wie gehe ich dabei vor?

Es gibt die Monilia-Spitzendürre in der geöffneten Blüte, bei der die Triebspitzen absterben. Die sollten bis zum gesunden Holz abgeschnitten werden. Eine Spritzung ist in die Blüte mit zugelassenen Mitteln möglich, maximal dreimal – zu Beginn, in der Mitte und zum Ende der Blüte. Zudem gibt es die Fruchtmonilia. Durch Verletzungen in der Schale entstehen dabei faulige Stellen an den Früchten. Dagegen sollten Sie Trockenfrüchte aus dem Vorjahr konsequent absammeln, die Krone luftig schneiden und wenn Früchte befallen sind, beseitigen. Oft hilft es auch, den Boden zu verbessern, beispielsweise mit Kompost. Manchmal fehlt Kali. Das ist aber wichtig, damit die Früchte haltbar werden. Ob das zutrifft, erfahren Sie bei einer Bodenprobe.

Seit einigen Jahren fressen an meinem Schneeballbaum kurz nach dem Laubansatz kleine schwarze Raupen fast alles kahl. Gift möchte ich nicht anwenden, da hier viele Singvögel leben. Gibt es Alternativen zum Absammeln?

Wir vermuten, dass es der Schneeballblattkäfer ist. Bekämpft werden kann er nur durch Spritzen. Sie könnten es mit Kernseifenlauge mit etwas Rapsöl versuchen oder mit Wasser abspritzen. Meist ist der Befall in einigen Jahren weg. Auch ein starker Rückschnitt könnte helfen.

Kann man eine alte Berberitzenhecke auf den kahlen Stock zurücksetzen?

Bei einer alten Hecke klappt es meist nicht. Eine jüngere Hecke übersteht einen starken Rückschnitt eher. Abhängig ist das aber von der jeweiligen Sorte. Ein Aufsetzen auf den Stock ist aber nur von Anfang Oktober bis Ende Februar möglich.

Meine Tulpen bringen nur noch ein Blatt heraus, keine Blüten mehr.

Man sollte die Tulpen im Frühjahr gut düngen, damit sie sich im nächsten Jahr kräftigen entwickeln können. Auch die Blumenzwiebeln brauchen in der Wachstumszeit viele Nährstoffe, die sie für die neue Saison einlagern können. Die Blätter sollten erst abgeschnitten werden, wenn sie gelb sind.

An unserer Grundstücksgrenze steht ein 60 Zentimeter hoher Bambus und breitet sich aus. Nun will ich ihn mit Pflanzen ergänzen. Welche eignen sich?

Dafür eignen sich nur starkwachsende Sträucher wie Hartriegel oder Flieder, auch Bäume wie Ahorn, Kiefer und Tanne. Wichtig ist aber auch zum jetzigen Zeitpunkt noch, eine Wurzelsperre einzusetzen, damit sich der Bambus nicht weiter ausbreitet. Stark wachsende Bambusarten können nämlich auch das Mauerwerk zerstören.

Unsere Experten: SZ-Gartendoktor Katrin Keiner (l.), Wolfgang Friebel, ehemaliger Gartenmeister in Pillnitz, und Fachberaterin Helma Bartholomay, alle aus Dresden.
Unsere Experten: SZ-Gartendoktor Katrin Keiner (l.), Wolfgang Friebel, ehemaliger Gartenmeister in Pillnitz, und Fachberaterin Helma Bartholomay, alle aus Dresden. © Thomas Kretschel

Mein Apfelbaum blüht jedes Jahr und setzt viele Fruchtstände an. Einen Monat vor der Reife Anfang August fallen die Früchte faul von innen heraus ab.

Entweder dem Baum fehlen Nährstoffe oder Wasser. Oder er hat zu viele Früchte angesetzt, die er in der Masse nicht versorgen kann. Schaffen Sie eine luftige Krone, schneiden Sie überaltertes Holz heraus und lesen Sie verfaulte Früchte ab.

Mein Pfirsichbaum hatte vergangenes Jahr auch faulige Früchte, Mumien und viele gekräuselte Blätter. Ich habe den Baum deshalb im Herbst zurückgeschnitten. In den letzten Wochen habe ich gespritzt. Was ist zu tun, wenn die Blätter wieder welk werden?

Das kann Blattlausbefall sein oder auch Kräuselkrankheit. Dieser Pilz schwächt den Baum, Fruchtmenge und -qualität lassen dann nach. Sie können beim Knospenschwellen spritzen. Bei Läusen kann man Nützlinge fördern oder spritzen. Sind es nur die Triebspitzen, könnte man diese abschneiden und vernichten.

Kann ich jetzt noch Tomaten für die Anzucht aussäen?

Ja, bis spätestens Mitte April ist eine Vorzucht möglich – im Zimmer oder im Gewächshaus. Ab Mitte Mai nach den Eisheiligen setzt man die Tomaten ins Freie.

Meine Gurken im Gewächshaus wachsen nicht. Die Blätter vertrocknen und sind wie Pergament. Woran kann das liegen?

Das wird wahrscheinlich die Spinnmilbe sein. Die Gurken brauchen von Anfang an Feuchtigkeit. Sie können sie zwischendurch einsprühen. Gegen die Spinnmilben ist es möglich, Nützlinge einzusetzen wie Raubmilben. Die kann man im Gartencenter kaufen oder im Internet bestellen.

Wann muss ich von Rosen Stecklinge schneiden, um diese zu vermehren?

Schneiden sollten Sie nur gut ausgereifte einjährige Triebe in den Sommermonaten. Es ist nicht bei jeder Sorte sinnvoll, Stecklinge zu schneiden. Eine Kleinstrauchrose eignet sich vielleicht besser als eine Gewächshausrose. Sie müssen dafür eine Gewächshausatmosphäre schaffen: Stülpen Sie über den Steckling ein Glas oder führen Sie die Anzucht in einem Gewächshaus durch. So sorgen Sie für eine hohe Luftfeuchtigkeit, damit der Steckling nicht vor der Wurzelbildung vertrocknet.