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Elf Monate zum Preis von sechs

Schon bald kommen Kalender für 2020 in den Handel, doch vorher müssen die übrig gebliebenen für 2019 raus. Was passiert damit?

Reingard Kretschmar-Dietrich blättert in einem Kalender mit Landschaftsmotiven. Dieser und andere nicht verkaufte werden an die Verlage zurückgehen. Verkauft werden nur noch einige wenige Kalender regionaler Verlage – preisgesenkt.
Reingard Kretschmar-Dietrich blättert in einem Kalender mit Landschaftsmotiven. Dieser und andere nicht verkaufte werden an die Verlage zurückgehen. Verkauft werden nur noch einige wenige Kalender regionaler Verlage – preisgesenkt. © SZ/Uwe Soeder

Bautzen. Mehr als ein Zwölftel des Jahres ist schon wieder vorbei. Wer es bis jetzt nicht geschafft hat, einen Kalender für 2019 zu kaufen, muss sich beeilen. Und kann dabei ein Schnäppchen machen, denn viele Geschäfte verkaufen die Kalender jetzt zum halben Preis. Lange wird es fast elf Monate zum Preis von sechs aber nicht mehr geben, denn in diesen Tagen sortieren die Händler ihre Restbestände aus.

Große, überregional tätige Verlage nehmen die unverkauften Kalender zurück und verschenken sie oft an soziale Einrichtungen, berichtet die Bautzener Buchhändlerin Reingard Kretschmar-Dietrich. Manche Verlage möchten nur einzelne Blätter zugeschickt haben, damit die Kalender nicht doch noch verkauft werden können, wenn die Buchhändler ihre Gutschrift erhalten. „Schwierig wird es bei den kleinen, meist regionalen Verlagen, die wollen ihre Kalender nicht zurück. Wir versuchen dann, sie billiger zu verkaufen, oft vergeblich. Das ist dann unser materieller Schaden.“ Sehr oft gingen in den vergangenen Jahren in der Bautzener Traditionsbuchhandlung Fotokalender von Bautzen und der Oberlausitz über den Ladentisch. Auch Sprachkalender mit täglichen kleinen Übungen und Mondkalender haben ihre meist treuen Abnehmer. Am meisten nachgefragt war zuletzt aber „Der grüne Wink“, ein Garten-Tages-Abreißkalender.

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Die Bischofswerdaer Buchhändlerin Angelika Heinrich verschenkt die Reste von Kalendern, aus denen sie einzelne Blätter zurückschicken musste, an Kindereinrichtungen oder Vereine zum Basteln. Die Bischofswerdaerin, deren Geschäft seit 2018 das Gütesiegel „Hervorragende Buchhandlung“ tragen darf, bestellt bereits jetzt die Kalender für 2020. Diese werden ab Mai ausgeliefert. „Wir sind bestrebt, so zu bestellen, dass wir so wenig wie möglich zurückgeben. Obwohl man das nicht immer genau hinbekommt.“ Spezielle Kundenwünsche können per Bestellung erfüllt werden, die Kalender sind dann meist am nächsten Tag schon da. Besonders gern gekauft würden Familienplaner und Kalender mit regionalem Bezug, berichtet Angelika Heinrich.

Zurück zum Lieferanten

Märkte des Edeka-Verbunds, zu dem auch Marktkauf und Netto-Markendiscount gehören, schicken Ende Februar die bis dahin nicht verkauften Kalender an die Lieferanten zurück. „Diese gehen dann in den Recycling-Kreislauf“, berichtet Unternehmenssprecherin Stefanie Schmitt.

Im Bautzener SZ-Treffpunkt gibt es noch einige Restbestände an 2019er Kalendern. Aber nicht mehr lange, sagt Mitarbeiterin Sylvana Albers. In den nächsten Tagen schickt sie nicht verkaufte Kalender an die Lieferanten zurück.

Die Smolersche Verlagsbuchhandlung in Bautzen verkauft derzeit den Kalender „Moja Łužica“ aus dem Domowina-Verlag zum halben Preis. Alle anderen Kalender gehen zurück an die jeweiligen Anbieter. Leiterin Annett Scholze hebt einen Unterschied zu anderen Buchhandlungen hervor: „Wir verkaufen bei uns nur Kalender mit regionalem Charakter – Bautzen, wenn möglich zweisprachig, Oberlausitz, Spreewald, Zittauer Gebirge.“