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Elstraer Geschichten helfen die Orgel retten

Ende April gibt’s eine Neuauflage von „Mein Schummlau lob ich mir“. Die Besucher wünschten ein Comeback der Veranstaltung.

Von Manuela Reuß

Ein Wunsch geht in Erfüllung. Der Freundeskreis Strohbachorgel lädt zur Neuauflage der Veranstaltung „Mein Schummlau lob ich mir“ ein. Im vergangenen Jahr ging die Premiere dieses Geschichten-Nachmittags über die Bühne. Alte und junge Elstraer, Ehemalige und Einwohner aus der Umgebung halfen dabei, die schönsten Heimatgeschichten und Episoden aus eigenen Erlebnissen zusammenzutragen. Sie wurden gestaltet und bearbeitet, um sie auf unterschiedlichste Weise zu Gehör zu bringen. Daraus entstand am Ende ein kurzweiliges, launiges Programm, welches mit kleinen musikalischen Zwischenspielen abgerundet wurde.

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Der Nachmittag war ein riesiger Erfolg und viele Besucher wünschten sich eine Fortsetzung dieser Veranstaltung. Holde Liebau, die seinerzeit den Hauptpart der Organisation übernommen hatte, nahm den immensen Zeitaufwand der Vorbereitung ein zweites Mal auf sich. Sie recherchierte, spürte Begebenheiten auf, sprach Leute an und zurrte aus alldem schließlich ein Programm fest.

Wer die Neuauflage nicht verpassen will, der sollte sich den 27. April schon mal fest im Kalender vormerken. Denn dann werden in der St. Michaeliskirche wieder erstaunliche, packende und unterhaltsame Geschichten erzählt. In der Pause serviert der Förderkreis den Besuchern wieder einen kleinen Orgelschmaus. Außerdem haben die Organisatoren auch „Kunst oder Krempel“ und andere Dinge zum Verkauf dabei. Der Erlös dieser Veranstaltung kommt der Sanierung der Abraham-Strohbachorgel zugute. Seit drei Jahren organisiert der Freundeskreis diverse Benefizveranstaltungen für das Barock-Instrument. Über 93 000 Euro kamen schon zusammen.

Dank dieser großartigen Spendensumme konnten inzwischen auch Fördermittelanträge gestellt werden, berichteten Sabine Göpfert und Petra Schulze vom Freundeskreis. Angeschrieben haben die Elstraer Landeskirche, Denkmalschutz und Sparkassenstiftung. Sollten die Zuschüsse gewährt werden, könnte dieses Jahr der erste Bauabschnitt der Orgelsanierung starten.

Das prächtige, 1755 vom Elstraer Haynmühlen-Müller Abraham Strohbach erbaute Instrument ist das einzige, welches noch nahezu im Original erhalten ist. Deshalb engagieren sich die zehn Männer und Frauen des Freundeskreises so unermüdlich für den Erhalt des historischen Kleinodes. Wahrscheinlich sei die Verbundenheit so groß, weil „es ein Elstraer war, der sie gebaut hat“, mutmaßt Petra Schulze. Dass Strohbach ein Müller war, der einfach so vier Orgeln baute, kann sich Sabine Göpfert nur schwer vorstellen. Schließlich sei das ein kompliziertes Handwerk. „Wahrscheinlich war er ein Orgelbauer, der nebenbei die Mühle betrieb, weil er vom Instrumentenbau allein nicht leben konnte.