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Elstraer Jugend soll mitreden

Noch ist Geld für Jugendprojekte da. Anträge können gestellt werden. Neuntklässler entscheiden über die Vergabe.

Von Manuela Reuß

Einen Radweg zwischen Elstra und Rauschwitz gibt es immer noch nicht. Auf das Fehlen eines solchen haben Julia, Ellen, Samira, Anna, Tina und Lena von der AG Radweg vergangenen Sommer medienwirksam aufmerksam gemacht. Unter anderem mit einem historischen, dreistündigen Radausflug, welchen die Mädels nahezu in Eigenregie organisiert hatten.

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Dass die jungen Leute gern sicherer radeln würden, war ein Projekt, welches sich auf einem von der Demokratie- und Beteiligungswerkstatt Ratio organisierten Jugendforum im Juli 2012 herauskristallisierte. Immerhin gebe es Schüler, die mit dem Rad in die Schule fahren. Auf der stark frequentierten Straße zwischen Elstra und Rauschwitz ist das riskant. Projekt Nummer zwei war, einen Jugendclub für Elstra zu etablieren. Für diese zwei Projekte vergaben Neuntklässler der Mittelschule Elstra beim Planspiel „Stadtrat für einen Tag“ insgesamt 500 Euro. Dabei hatten sie das Doppelte zur Verfügung. 1 000 Euro hatte die Verwaltung für die Jugend lockergemacht. Allerdings merkten die Eintags-Stadträte auch, dass es nicht leicht ist, eine begrenzte Geldmenge sinnvoll aufzuteilen. Deshalb entschied das Gremium, der Jugendclub-AG 200 Euro und der Radweg-AG 300 Euro auszuhändigen und dann zu schauen, wie sich die Projekte entwickeln.

„Ich fand diese Entscheidung richtig clever und vor allem auch weitsichtig“, sagt Christoph Semper. Der Diplomsozialpädagoge vom Sozialraumteam Westlausitz des Netzwerkes für Kinder- und Jugendarbeit Bischofswerda begleitete die Aktionsgruppen. Aus der Idee des Jugendclubs sei leider nichts geworden. „Die AG ist auseinandergegangen“, resümiert der Sozialarbeiter. Deren Geld ist nicht ausgegeben. Und auch die Radweg-AG schöpfte ihr Budget nicht aus. „Es wurde nur Geld für den Druck von Flyern und Plakaten für die Radtour ausgegeben.“

Deshalb ist der Topf für die Jugendprojekte mit rund 900 Euro noch gut gefüllt. Denn die Stadtverwaltung steht zu ihrem Wort. Die seinerzeit zugesagten 1 000 Euro sollen jungen Leuten zugutekommen. Aus diesem Grund gibt es jetzt eine zweite Chance. Alle, die eine konkrete Aktion für Kinder oder Jugendliche planen und dafür Geld brauchen, können einen Antrag stellen. Egal, ob es sich um eine Sport- oder Kulturveranstaltung handelt oder ob es um ein Bau- oder Umweltprojekt geht.

Zu finden ist das Formular dafür auf der Homepage des Sozialraumteams. Wer keinen Bock auf ein unpersönliches Formblatt hat, kann den Antrag auch als Film, Powerpoint-Präsentation oder Fotowand einreichen, so Christoph Semper. „Umso lebendiger, umso schöner.“ Hauptsache daraus geht hervor, wer der Antragsteller ist, wie viel Geld beantragt wird, wofür es verwendet werden soll und wie der Antragsteller zu erreichen ist. Über die Vergabe entscheiden am 24. Juni wieder Elstraer Neuntklässler. Christoph Semper freut sich schon auf die Debatte. Schön wäre es auch, wenn sich jemand finden würde, der die Radweg-Aktion weiterdreht. Vielleicht zunächst mit einer jährlichen Radtour, so wie es sie vorigen Sommer gab. „Die wurde ja super angenommen.“ Und womöglich klappt es ja doch irgendwann mit dem Radweg.

Unterstützung bei Antrag oder Projektplanung gibt’s bei Christoph Semper: 015112105339 oder 035955 718770

www.srt-westlausitz.de