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Eltern fordern Sanierung der Prohliser Schule

Niedersedlitzer Grundschüler gehen im Herbst in Prohlis zur Schule. Die Eltern sind über den Zustand des Plattenbaus entsetzt.

© André Wirsig

Von Nora Domschke

Toilettengestank weht ihr um die Nase, als sie die Plattenbauschule in der Boxberger Straße betritt. Beatrix Hörger ist über das Prohliser Gebäude entsetzt, das sie kürzlich gemeinsam mit den anderen Eltern der 89. Grundschule besichtigen durfte. Ab Herbst wird die Schule in der Sosaer Straße saniert, dann sollen ihre Kinder in Prohlis lernen und den Nachmittag dort im Hort verbringen. „Das Haus ist eine Zumutung“, sagt die 40-jährige Mutter.

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So sehen das auch andere Eltern, ein Junge ist sogar den Tränen nahe. „Das ist eine Bruchbude“, sagt er zu seiner Mutter. Auch Beatrix Hörgers Tochter Clara-Sophie ist alles andere als begeistert. „Hier geh’ ich nicht auf’s Klo“, sagt die Neunjährige entschieden. Dabei wird sie diese Schule nun für mindestens zwei Jahre besuchen. Für Familie Hörger, die in Lockwitz wohnt, eigentlich kein Problem. „Es stört uns nicht, dass wir dann täglich nach Prohlis müssen“, so die Mutter. Sie hat erst im vergangenen Oktober von den Sanierungs- und Umzugsplänen erfahren, mit dem angebotenen Ausweichstandort war sie einverstanden. Schließlich freuen sich die Eltern, dass die Grundschule in Niedersedlitz jetzt endlich auf Vordermann gebracht wird.

„Doch in der Plattenbauschule muss unbedingt etwas passieren, bevor unsere Kinder dort einziehen“, fordert Hörger. „Der Toilettengeruch war so eklig, dass ich sie mir nicht anschauen konnte.“ Außerdem kritisiert sie die maroden Fenster. „Ich kann mir gar nicht vorstellen, wie dort derzeit Gymnasiasten unterrichtet werden.“ Bis zu den Sommerferien ist das Hans-Erlwein-Gymnasium in dem Prohliser Gebäude untergebracht. Die Schüler werden zum neuen Schuljahr in ihr saniertes Stammhaus nach Gruna zurückziehen.

Zum Besichtigungstag wird den Eltern indes versprochen, dass die Prohliser Schule in den Sommerferien instand gesetzt wird. „Es soll innen neu gestrichen und der Schulhof saniert werden“, erinnert sich Hörger. Auch die sanitären Anlagen bekommen frische Farbe – größere Reparaturen seien dort allerdings nicht geplant.

Das bestätigt am Montagabend auch Falk Schmidtgen im Prohliser Ortsbeirat. „Für umfangreichere Bauarbeiten fehlt uns schlichtweg die Zeit“, sagt der Leiter des Schulverwaltungsamtes. Er räumt ein, dass die Schule dringend eine komplette Sanierung bräuchte. Dabei wäre im kommenden Schuljahr eigentlich ausreichend Platz für ein größeres Bauvorhaben.

Weil sich für das Gymnasium Prohlis zu wenig Schüler angemeldet haben, geht es im Herbst nun doch nicht wie geplant an den Start. Das sollte ebenfalls in der Plattenbauschule untergebracht werden. Nun steht dieser Trakt des Gebäudes leer. Doch Schmidtgen bremst die Euphorie von Eltern und Ortsbeiräten: Eine Komplettsanierung sei frühestens im Sommer 2015 möglich. Ob dann das Geld dafür zur Verfügung steht, sei aber offen. Falls das Gymnasium also im nächsten Jahr gegründet werden sollte, müssen die Schüler dann während des Unterrichts mit Baulärm und Dreck leben. Immerhin soll der leer stehende Bereich vorher teilsaniert werden.

Die Prohliser Ortsbeiräte machen indes den schlechten Bauzustand der Schule für die geringe Anzahl der Anmeldungen verantwortlich. Nur elf Schüler hatten Prohlis als Erstwunsch angegeben, sechs weitere als Zweitwunsch. Im kommenden Schuljahr müssten es mindestens 40 Schüler sein, so Schmidtgen. Die Stadt sucht derzeit nach einem Leiter für die neue Einrichtung. Wenn der gefunden ist, soll das Gymnasium an den Grundschulen besser beworben werden. „Das wird keinen Erfolg haben, wenn die Schule nicht endlich saniert wird“, sagt Beatrix Hörger.