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Eltern gegen rappelvolle Schulbusse

Seit Anfang März ist die 337 nach Kesselsdorf überlastet. Mancher holt sein Kind mit dem Auto von der Schule ab.

Von Annett Heyse

Wie schön sich das im Internetauftritt des Regionalverkehrs Dresden liest: „Die Linie 337 erschließt hauptsächlich als schülerverkehrsbezogene Buslinie die westlichen Freitaler Stadtteile zwischen Deuben und Kesselsdorf und stellt somit die Anbindung der Grundschulen Wurgwitz, Zauckerode, Oberhermsdorf und des Weißeritzgymnasiums sicher.“ Angebunden sind die Schulen tatsächlich, und zwar so sehr, dass der Nachmittagsbus völlig überlastet ist.

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Der Garten ruft
Der Garten ruft

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Kommt die Fahrt 15.24 Uhr in Oberhermsdorf an, der letzten Schule in der Kette, ist er rappeldicke voll. Vor allem sitzen dann viele Gymnasiasten im Bus. „Grundschüler müssen stehen, sitzen teilweise auf den Stufen sowie auf den Armaturen an der Frontscheibe des Busses“, heißt es in einem Beschwerdebrief, den Eltern an den Regionalverkehr schickten. Es gab Tage, da kamen manche Schüler nicht mehr in den Bus hinein. „Der Busfahrer telefonierte nach einem Ersatzbus, der dann etwa 15 Minuten später kam“, berichtet Hortleiterin Angela Oelke. Manche Eltern würden ihre Kinder jetzt nachmittags mit dem Auto nach Hortschluss abholen, um dem Chaos auszuweichen. Oelke: „Sinnvoll ist das nicht, zumal Eltern und Landkreis für die Monatskarten aufkommen.“

Das Chaos begann am ersten Schultag nach den Winterferien, dem 3. März. Mit der Linien- und Fahrplanumstellung war an Oberhermsdorfs Grundschule die Fahrt in Richtung Kesselsdorf um 14.30 Uhr weggefallen. Jetzt fährt 13.30 ein Bus dort ab und der nächste eben jener um 15.24 Uhr. Und dann noch einer um 16.24 Uhr. „Der Bus gegen halb zwei ist für unsere Schüler zu zeitig. Da können sie die Hausaufgaben nicht im Hort erledigen“, begründet Angela Oelke. 16.24 Uhr sei vielen schon zu spät. Bleibt der Chaos-Bus.

Die Zustände hatten sich schnell bis in die Wilsdruffer Stadtverwaltung herum gesprochen. „Es wäre ja schön gewesen, wenn der Regionalverkehr mal mit den Kommunen und Schulträgern die Zeiten abgestimmt hätte“, monierte Bürgermeister Ralf Rother kürzlich in einer öffentlichen Ausschusssitzung. Man sei verwundert, dass bei einem solchen Eingriff in den Schülerverkehr nicht vorher die Kommunen einbezogen werden. Beim Regionalverkehr hat man inzwischen reagiert. Zunächst fuhr dem 15.24 Uhr-Bus ein zweiter als Ersatz hinterher. „Aber der hat auch nicht gereicht“, berichtet Karla Horn, Vorsitzende des Wilsdruffer Kindergartenvereins, der auch den Hort in Oberhermsdorf betreibt. Denn immerhin würden allein um die 60 Kinder nach dem Hort in Richtung Kesselsdorf pendeln. Horn: „Die Problematik ist unbefriedigend.“

Weil die Variante mit dem zweiten Bus ohnehin nur eine provisorische Lösung sein konnte, hat man bei dem Verkehrsunternehmen nochmals die Fahrpläne überarbeitet und mittlerweile leicht nachjustiert. „Mit der Umgestaltung des Stadtverkehrs Freital sind punktuell noch Wünsche aufgetreten, welche im Zusammenhang mit dem Weg zur Schule stehen. Das betrifft die neuen Abfahrts- und Wartezeiten, das Umsteigen oder ausreichend Platz in den Bussen“, gibt Volker Weidemann, Sprecher des Regionalverkehrs, zu.

Deshalb habe man sich mit dem Landkreis unmittelbar nach Beginn des zweiten Schulhalbjahres zusammengesetzt und Lösungen gesucht. Hauptkritikpunkt ist vor allem der Wegfall der Fahrt am frühen Nachmittag. „Vor der Fahrplanumstellung gab es einen Bus, der gegen 14.30 Uhr an unserer Schule abfuhr. Der fehlt“, sagt Hort-Chefin Oelke. Doch genau diese Fahrt wird nicht wieder eingeführt. Vielmehr fährt jetzt die Linie F an Schultagen um 14.49 Uhr vom Busbahnhof Freital als Eilfahrt nach Zauckerode und weiter nach Kesselsdorf. Die könnte schon einen ganzen Schwung Gymnasiasten mitnehmen und somit die Buslinie 337 entlasten. Theoretisch.

Wie es praktisch aussieht, wird sich zeigen. Die Verhältnisse hätten sich mittlerweile etwas gebessert, heißt es aus dem Schulhort. Beim Regionalverkehr indes war wohl schon vorher klar, dass der über viele Monate ausgetüftelte Fahrplan sich erst einmal einspielen muss: „Dass ergänzende Detaillösungen nach einer derartig umfangreichen Umstellung notwendig sein können, dürfte außer Frage stehen“, begründet Volker Weidemann.