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Eltern gründen Arbeitsgruppe

Vor der Landtagswahl wollen sich Mütter und Väter weiter für eine bessere Betreuung ihrer Kinder in den Kitas einsetzen.

Von Alexander Kempf

Es ist Gepäck mit Gewicht. Am Freitag hat die Initiative „Weil Kinder Zeit brauchen“ im Dresdner Landtag eine Unterschriftenliste mit 1869 Unterstützern an die SPD-Abgeordnete Eva-Maria Stange übergeben. Die Eltern und Erzieher fordern unter anderem ein besseres Betreuungsverhältnis in den Kindertagesstätten. „Wir sind sehr freundlich empfangen worden“, sagt Flavia Lampke von der Initiative. Die SPD-Politikerin unterstütze das Engagement der Eltern und habe diese ermuntert, sich auch weiterhin einzubringen.

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Erst vor wenigen Tagen ist bekannt geworden, dass der Freistaat die Kita-Pauschale pro Kind ab 2015 erhöhen wird. Statt 1875 Euro soll es dann 2060 Euro geben. Für Flavia Lampke sei das angesichts der in den vergangenen Jahren gestiegenen Kosten für Personal und Unterhaltung aber lediglich ein Tropfen auf den heißen Stein. „Das ist nur ein kleiner Anfang“, sagt die Verantwortliche von „Weil Kinder Zeit brauchen“. Die Elterninitiative halte weiter an ihrer zentralen Forderung fest, dass der sogenannte Betreuungsschlüssel in Sachsen verbessert werden muss. Derzeit kommt auf sechs Krippenkinder oder dreizehn Kindergartenkinder jeweils ein Erzieher. Diese Quote erachten viele Eltern und Erzieher als nicht ausreichend.

Bei einem Aktionstag in Uhsmannsdorf hat der Landtagsabgeordnete Lothar Bienst den Wunsch der Eltern und Erzieher, den Betreuungsschlüssel zu ändern, vergangene Woche als unrealistisch zurückgewiesen. Der CDU-Politiker begründet dies mit den damit verbundenen Kosten. Dieses Argument aber will die Elterninitiative nicht gelten lassen. „Wir tun so, als wären wir total verarmt. Das ist traurig“, sagt Flavia Lampke. Gemeinsam mit der Landtagsabgeordneten Kathrin Kagelmann (Die Linke) und der Rothenburger Bürgermeisterin Heike Böhm (SPD) habe die Elterninitiative nun eine Arbeitsgruppe gebildet, um ihre Ziele zu erreichen.