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Eltern im Oberland in Sorge um ihre Kinder

Wieder soll ein Mann Kinder im Süden des Kreises angesprochen haben. Die Polizei ermittelt.

Von Romy Kühr

Ein Auto hält an der Bushaltestelle. Am Steuer sitzt ein Mann. Aus dem haltenden Auto heraus spricht er einen zehnjährigen Jungen an, der gerade auf dem Gehweg läuft, will den Jungen offenbar ins Auto locken. Das Kind steigt nicht ein, das Auto fährt auf der B 96 in Richtung Oppach davon. Das soll sich vor einigen Tagen in Friedersdorf ereignet haben. Eine Mutter warnt im Internet bei Facebook. Auch in der jüngsten Ortschaftsratssitzung hat ein besorgter Vater das Thema angesprochen. Der fremde Mann soll auch Süßigkeiten angeboten haben, um das Kind zu locken.

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Die Polizeidirektion Görlitz bestätigt, dass ein solcher Vorfall aus Friedersdorf gemeldet wurde, so Sprecher Thomas Knaup auf Nachfrage der SZ. Was genau sich zugetragen hat, versucht die Polizei derzeit noch zu ermitteln. Die bisherigen Befragungen von Zeugen und Einwohnern hätten allerdings noch keine weiteren Erkenntnisse gebracht. Ob sich der Sachverhalt tatsächlich zugetragen hat, sei derzeit noch unklar, sagt Sprecher Knaup. „Die Ermittlungen der Polizei dauern an.“

Bekannt ist der aktuelle Fall auch in der Grundschule des Ortes. Die betroffene Mutter hatte sofort die Einrichtung informiert, damit auch andere Eltern gewarnt sind. Daraufhin seien die Kinder für den Umgang mit Fremden sensibilisiert worden, sagt Schulleiterin Heike Däblitz. Solche Belehrungen stehen zwar regelmäßig auf dem Plan. In dem konkreten Fall haben die Lehrer aber sofort reagiert und das Thema bei den Kindern noch einmal angesprochen. Die wichtigste Empfehlung sei demnach, auf die Ansprache von Fremden nicht zu reagieren und einfach weiterzugehen. Kinder sollten auch nichts annehmen von Leuten, die sie nicht kennen und schon gar nicht zu Fremden ins Auto steigen. Der Schulleiterin ist außerdem wichtig, dass die Eltern solche Fälle direkt bei der Polizei anzeigen, wenn ihre Kinder derartiges berichten. Das rät auch der Friedersdorfer Ortsvorsteher Hamisch, der ebenfalls von den Gerüchten in seinem Ort gehört hat. „Die 110 ist immer die schnellste und sicherste Verbindung“, so Hamisch.

Vor etwa anderthalb Jahren hatte es schon einmal ähnliche Vorfälle in Friedersdorf und in Nachbarorten gegeben – das berichteten zumindest Eltern. Die Polizei untersuchte das, konnte die Vorkommnisse damals aber nicht bestätigen oder aufklären. Mehrere Mütter und Väter erzählten jedoch davon, dass ihre Kinder auf der Straße von einem Fremden aus dem Auto heraus angesprochen wurden. Insbesondere auf dem Nachhauseweg von der Schule soll das passiert sein. Meldungen besorgter Bürger nimmt die Polizei ernst. Was das Internet als Informationsquelle angeht, ist sie allerdings vorsichtig: Sowohl bei den Vorfällen von damals als auch heute warnt die Polizei vor Panikmache im Internet. Dass über das weltweite Netz Gerüchte verbreitet werden, käme immer häufiger vor. Die Informationen verbreiten sich unkontrolliert, jeder dichtet noch etwas hinzu und am Ende weiß niemand mehr, was wirklich vorgefallen ist, so die Erfahrung der Polizei. Entsprechende Warnmeldungen würden zuhauf durch das Internet kursieren, so Knaup. Die Eltern sehen die Möglichkeiten, die sich heute mit dem Internet bieten, aber als Chance. Sie könnten Infos in solchen brisanten Fällen schnell weitergeben und damit andere Familien warnen.

In den letzten Tagen hat sich die Lage wieder beruhigt. „Weitere Meldungen sind uns nicht bekannt“, sagt Bürgermeister Matthias Lehmann (CDU). Er habe dazu mit der Polizei Rücksprache gehalten. Damit die Beamten Vorkommnissen nachgehen können und die Kinder sicher sind, gilt allerdings immer: bei einem Verdacht die Polizei informieren.