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Eltern kämpfen für den Erhalt der 126. Grundschule

Rund 400 Unterschriftenwurden für das weitere Bestehen der Schule gesammelt. Der Stadtrat entscheidet morgen.

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Die 126. Grundschule an der Cämmerswalder Straße soll geschlossen werden. Morgen Abend entscheidet der Stadtrat darüber. Zeigt der Daumen nach unten, wäre zum Schuljahresende Schluss. Die Kinder müssten in die 80. Grundschule umziehen. Da deren Gebäude aber ab diesem Sommer saniert wird, gehen sie zunächst gemeinsam weiter im Plattenbau an der Cämmerswalder Straße zur Schule.

„Wenn die 80. Grundschule fertigsaniert ist, wäre dann hier aber wirklich Schluss“, sagt Albrecht Pallas. Der SPD-Ortsvereinschef hat eine Unterschriftensammlung für den Erhalt der 126. Grundschule koordiniert. Er war in den vergangenen Tagen gemeinsam mit Eltern und anderen Freiwilligen im Stadtteil unterwegs und hat Unterschriften gesammelt. „Wir haben jetzt 330 zusammen, und es sind noch nicht alle Listen bei mir eingegangen“, sagt Pallas.

Die Unterschriften werden morgen als Petition an den Stadtrat übergeben. „Wir hoffen, dass wir die Stadträte in ihrer Entscheidung für unsere Sache gewinnen können“, sagt Doreen Degenhardt. Die Mutter dreier Kinder engagiert sich im Förderverein für die 126. Grundschule. „Ich bin hierhergezogen, weil Kleinpestitz ein ruhiges überschaubares Gebiet ist“, sagt sie. „Meine Kinder können zu Fuß in die Schule gehen, das ist wichtig.“ Auch ihre Arbeitsstelle im Chemielabor der TU Dresden ist nicht weit entfernt.

Würde die Schule geschlossen, müssten die Kinder dann ab Herbst 2010 in die 80. Grundschule an der Oskar-Seyffert-Straße 3 gehen. Um mit dem Bus dorthin zu gelangen, müssten sie einmal umsteigen. „Der Weg ist einfach zu weit“, sagt nicht nur Albrecht Pallas. Auch die Eltern wollen das nicht.

Die Argumente der Stadt klingen hingegen erdrückend. Die Schule hat zurzeit eine erste, dritte und vierte Klasse. Die Anmeldezahlen sind in den letzten Jahren gesunken. „Wenn die Stadt will, dass auch künftig Familien mit Kindern nach Kleinpestitz ziehen, muss die 126. Grundschule erhalten bleiben“, sagt Pallas. Und Doreen Degenhardt schlägt vor: „Man könnte eine Kita einbinden sowie Freizeitangebote für Kinder und Jugendliche integrieren, um den Standort zu erhalten.“ Tilman Günther