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Eltern machen sich für ihre Grundschulen stark

Zur nächsten Ratssitzung geht es um die Grundschulbezirke. Gibt es nur noch einen, können die Eltern die Schule frei wählen.

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Von Sylvia Mende

Christan soll einmal die Gersdorfer Grundschule besuchen. Eingeschult wird der erst wenige Wochen alte Junge im Jahr 2020. Seine Mutter Christiane Voigt macht sich in der Elterninitiative der Gersdorfer Grundschule für den Erhalt der zwei Grundschulbezirke und damit für den Fortbestand der Einrichtung stark.

Zur Ratssitzung am 20. März steht der Beschluss für die Satzung für einen Grundschulbezirk auf dem Plan. Den Antrag hatten mehrere Stadträte gestellt. Zurzeit gibt es zwei Schulbezirke. Die Kinder von Hartha und Aschershain dürfen in der Harthaer Grundschule angemeldet werden, die aus den anderen Ortsteilen in der Gersdorfer Grundschule. Für Kinder, die in den anderen Schulbezirk eingeschult werden sollen, muss eine Ausnahmegenehmigung beantragt werden. Das soll künftig nicht mehr der Fall sein. Außerdem lassen sich ohne diese Regelung die Schüler besser verteilen, falls eine Klasse nicht gebildet werden kann. Die Meinung der Eltern zu den Schulbezirken ist grundverschieden.

Die Gersdorfer Eltern wollen zwei Schulbezirke behalten

Mitglieder der Gersdorfer Elterninitiative sprachen jetzt bei den Mitgliedern des Kultur- und Sozialausschusses vor. Bereits am Dienstag hatten sie die Stadträte eingeladen, die sich für die Bildung eines Grundschulbezirkes einsetzen. Vier waren gekommen, um noch einmal das Für und Wider abzuwägen. „Danach haben wir festgestellt, dass noch einige Fragen offen, Punkte eventuell nicht bedacht worden sind“, sagte Sabine Schreiber. Diese brachten sie zu Papier und übergaben sie den Ausschussmitgliedern. Eine Antwort bekamen sie nicht sofort. „Wir müssen uns zuerst mit diesen Fragen beschäftigen. Erst dann sind verbindliche Antworten möglich“, sagte Annerose Richter. Sie arbeitet als berufene Bürgerin im Ausschuss mit. „Wir sind ein Ausschuss, der nicht beschließen, sondern nur empfehlen kann“, sagte der Vorsitzende des Kultur- und Sozialausschusses Henry Görlitz. Er wolle die Fragen gern mitnehmen und im nichtöffentlichen Teil der Sitzung diskutieren. „Die Mitglieder der Elterninitiative erhalten von uns eine Vorab-Stellungnahme“, sagte Henry Görlitz. Die Stellungnahme der Elterninitiative und die Fragen werden alle Stadträte erhalten. Görlitz findet es gut, dass es die Initiative von engagierten Eltern gibt, und würde sich das an anderen Stellen ebenso wünschen. Die Mitglieder der Elterninitiative sehen für die Gersdorfer Schule viele Nachteile, wenn die Grundschulbezirke aufgelöst werden. Sie befürchten, dass sich zu wenig Schüler anmelden könnten, um eine Klasse zu bilden. Die Elterninitiative ist der Meinung, dass es zum Zeitpunkt keinen vernünftigen, sachlich fundierten Grund für den Zusammenschluss der Grundschulbezirke gibt.

Harthaer Eltern wollen ein klares Bekenntnis zu ihrer Schule

Die Schulkonferenz der Harthaer Grundschule, zu der Eltern, Lehrer und die Schulleitung gehören, haben ebenfalls eine Stellungnahme abgegeben. Darin heißt es: „Ein gemeinsamer Schulbezirk wird von der Schulkonferenz abgelehnt. Ziel sollte nicht die Auflösung der Schulbezirke sein, sondern die zeitnahe Entscheidung für eine Grundschule Hartha.“ Die Vertreter der Schulkonferenz erwarten ein Bekenntnis zu einem Schulstandort sowie einen genauen Zeitplan zur Zusammenführung beider Grundschulen. Das kommende Schuljahr sei ein idealer Zeitpunkt dafür, heißt es in der Stellungnahme. Auch dieser Forderung kann der Stadtrat nicht nachkommen, denn er ist politisch dazu nicht in der Lage. „Der Bestand der Gersdorfer Grundschule ist im Eingemeindungsvertrag festgeschrieben“, sagte Henry Görlitz. Eine Schließung der Dorfschule werde nur dann in Betracht gezogen, wenn sich zu wenig Kinder anmelden. Dann würde aber auch der Rat die Schule nicht schließen, sondern die Bildungsagentur entsendet keine Lehrer. Es darf keine neue Klasse gebildet werden. Ist das mehrmals der Fall, läuft der Schulbetrieb aus.