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Eltern müssen tiefer in die Tasche greifen

Mit der neuen Kita-Satzung hat der Gemeinderat auch einer Beitragserhöhung zugestimmt. SZ erklärt, was sich ab 1. Januar ändert.

Von Antje Steglich

Es ist eine moderate Steigerung, sagte der Nünchritzer Bürgermeister Gerd Barthold (CDU) mit Blick auf die neue Kita-Satzung der Gemeinde. Die wurde mit einer Stimmenthaltung am Montagabend vom Gemeinderat beschlossen, ist ab 1. Januar gültig und gilt für alle Kindereinrichtungen der Gemeinde: also die Kitas Kinderland und Elbkinder sowie den Hort Schwalbennest.

Stars im Strampler aus Großenhain
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Grund für die Neugestaltung sei zum einen gewesen, dass man die bisher getrennten Satzungen über die Betreuung und die Beiträge zusammenführen wollte. Außerdem habe der Elternanteil für die Krippe zuletzt unter den vorgeschriebenen 20 Prozent gelegen. „Wir mussten nachbessern“, so Barthold. Eltern müssen dadurch monatlich nun bis zu 14 Euro mehr zahlen.

Wie viel kostet ein Kita-Platz ab 2014 in Nünchritz?

Für eine Neun-Stunden-Betreuung in der Krippe werden statt bisher 154 Euro fürs erste Kind 168 Euro pro Monat fällig. Gehörte Nünchritz neben Lampertswalde bisher kreisweit zu den günstigsten Krippen für die Eltern, liegt man damit jetzt sogar ein paar Cent über dem Kreisdurchschnitt. Zum Vergleich: In Lampertswalde müssen für neun Stunden 138 Euro gezahlt werden, am teuersten ist es für Eltern in Coswig mit fast 197 Euro.

Ist der Nachwuchs schon im Kindergarten, relativieren sich die Mehrkosten für die Eltern bereits. Gemäß neuer Satzung sind dann nur noch etwa 3 Euro mehr für die Neun-Stunden-Betreuung zu zahlen: statt bisher 92,71 Euro nämlich ab 1. Januar 96 Euro. Hier liegt Nünchritz damit weiter unter dem Kreisdurchschnitt: die höchsten Kindergartenbeiträge werden aktuell in Radebeul mit über 128 Euro fällig, die niedrigsten in Stauchitz und Tauscha mit 84 Euro.

Ähnlich gering fällt die Mehrbelastung für die Hortbetreuung aus. Waren für die Sechs-Stunden-Betreuung in Nünchritz bisher 54,24 Euro fällig, sind es ab 2014 dann 57 Euro. Damit gehört auch hier Nünchritz zu den preiswerteren Kommunen im Kreis: Am günstigsten ist es im Ketzerbachtal mit gut 44 Euro, am teuersten in Lommatzsch mit knapp 78 Euro. „Ich glaube, die Steigerung ist vertretbar, vor allem wenn man bedenkt, was wir dafür bieten“, sagte Bürgermeister Barthold und verwies auf die sanierte Kita Merschwitz und den bald fertigen Neubau in Nünchritz.

Haben die Kitas künftig länger geöffnet?

 Zwar gab es eine Anfrage von der Wacker Chemie AG, die Kita Kinderland schon ab 5.30 Uhr zu öffnen. „Der Bedarf hat sich aber bei einem Kind eingepegelt, das wäre unverhältnismäßig“, sagte Gerd Barthold. Denn allein die Personalkosten würden dadurch um 4 000 Euro im Jahr steigen. Dennoch sei man für Anfragen immer offen, betonte er. Aktuell haben die Kitas in Merschwitz und Nünchritz weiterhin 6 bis 17 Uhr geöffnet, der Hort in Nünchritz 6 bis 7.45 Uhr sowie 11 bis 16.30 Uhr.

Wie lange kann ich mein Kind in der Einrichtung lassen?

Dank der neuen Satzung sind in Krippe und Kindergarten nun Betreuungszeiten von bis zu elf Stunden möglich, im Hort bis sieben Stunden. „Das finde ich gut, das hätte ich mir früher auch gewünscht“, so SPD-Rätin Anett Wendler. Mit der Berechnung zeigten sich die Sozialdemokraten jedoch unzufrieden: „Es wird zwar stundenweise abgerechnet, außer, wenn ich mein Kind vor 6 Uhr bringe. Dann ist automatisch für neun Stunden zu zahlen. Das ist ungerecht“, sagte Jürgen Schmidt. Deshalb wurde jetzt die Formulierung in die Satzung eingefügt, dass bei einer Betreuung von sechs, sieben oder acht Stunden die Kinder in Ausnahmefällen auch schon ab 6 Uhr gebracht werden könnten. Die in Nünchritz für Kitas zuständige Sachbearbeiterin Regina Uhlig äußerte Bedenken, dass es zu Schwierigkeiten in der Personalplanung kommen könnte, würden Eltern übermäßig von dem Angebot Gebrauch machen. „Wenn wir mit den Kosten nicht hinkommen, sitzen wir wieder hier“, so Barthold.