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Eltern sammeln Geld für Hortkinder

Mit der Sanierung der Kita Sohland verbessern sich die Bedingungen für die Kinder. Aber das Problem fehlender Plätze bleibt. Das will der Elternbeirat ändern.

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Von Constanze Junghanß

Sohlands Eltern freuen sich. Für die Sanierung der Kindertagesstätte „Rotsteinkinder“ wurden Fördermittel genehmigt. Ein Platzproblem wird es jedoch auch danach noch geben. Der Elternbeirat geht deshalb nun einen Schritt weiter. Elternratssprecher Thomas Nowak sagt: „Das Kita-Gebäude soll wachsen, damit allen Kindern ein Betreuungsvertrag gewährleistet werden kann. Denn auch nach der Haussanierung besteht das Problem fehlender Plätze ab 2013 weiter.“ Die Auslastung der Kita stößt an ihre Grenzen, ist der Elternrat überzeugt. Denn auch 24 Hortkinder werden hier betreut. Für mehr ist kein Platz, Bedarf dagegen schon.

Ein Erweiterungsbau ist nicht geplant. Der Gedanke ist nun, das ehemalige Lebensmittelgeschäft in unmittelbarer Nähe in die Nutzung der Kindertagesstätte mit einzubeziehen. Das Gebäude gehört der Gemeinde. Der Vorteil ist, dass die notwendigen Medien bereits anliegen. Die Gemeinde hat sich im Vorfeld über nötige Umbaukosten schlaugemacht. „Da ging es um eine Summe weit über 50 000 Euro“, sagt Thomas Nowak.

Für den Elternbeirat ist die Sache aber dringend – deshalb zeigt er Eigeninitiative. In der Kita sind Aushänge angebracht, auf denen es um die Unterstützung für das Projekt geht. Der Elternbeirat hat auch im Dorf eine Spendenaktion gestartet. „Mit dem Spendenaufruf möchten wir die Gemeinde unterstützen, die im kommenden Jahr eine hohe Eigenleistung für die energetische Sanierung des Kindergartens aufbringen muss“, sagt Thomas Nowak. Nicht nur für finanzielle Spenden für den Umbau soll geworben werden. Der Elternbeirat hofft auch auf Unterstützung ortsansässiger Firmen und Eltern, die freiwillig beim Ausbau helfen.

Insgesamt besuchen 87 Kinder die Kita. Damit sei die Einrichtung ausgelastet. Weitere Plätze sind aber notwendig. „Sohland und seine Umgebung sorgen für Zuzug junger Familien mit Kindern. Gleichzeitig werden von den einheimischen Familien immer wieder Kinder angemeldet“, sagt Thomas Nowak.

Das Platzproblem ist der Gemeinde bekannt. Bürgermeister Wilfried Zinke sagt aber, dass „über die Bereitstellung zusätzlicher Plätze für die Jahre 2013 bis 2015 die Gemeinde im Moment noch keine Lösung hat.“ Letztendlich, so Thomas Nowak, müsse vor allem das Landesjugendamt mit einbezogen werden. Denn das Amt erteilt die Betriebserlaubnis. Ursprünglich wollte der Elternbeirat die Kontakte mit dem Amt selbst in die Hand nehmen. Die Unterlagen muss jedoch der Träger der Einrichtung, also der DRK-Kreisverband, einreichen. „Mit dem DRK sind wir deshalb im Gespräch“, so Nowak. Das DRK lobt das Engagement der Eltern. „Es ist toll, wie sehr sich die Eltern für ihre Einrichtung einsetzten“, sagt Janet Schulz, zuständig für Kinder, Jugend und Familie. Der Träger unterstützt das Anliegen. „Alle Unterlagen, die das Landesjugendamt benötigt, haben wir der Behörde zugearbeitet und warten nun auf eine Reaktion“, erklärt Schulz.

Eltern und Gemeinde dachten auch über andere Alternativen nach. „Der Reichenbacher Hort wäre zwar denkbar“, sagt der Elternsprecher. Hier gibt es aber die Probleme der fehlenden Ortsanbindung und längeren Fahrwege. Ebenso wurde an die ehemalige Sohländer Schule gedacht und das Schloss Mittelhof. Doch allein die Kosten für den Umbau sind schon zu hoch. Also bleibt nur das Geschäftshaus als die machbarste Variante“, ist der Elternrat überzeugt.

Spenden an die Gemeinde Sohland, Sparkasse Oberlausitz-Niederschlesien, BLZ: 85050100

Konto: 30001315, Verwendung: „Spende Kita“