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Empfang mit Emotionen

Der OB hatte zu seinem letzten Neujahrsempfang geladen. Das ging nicht spurlos an ihm vorüber.

Von Matthias Weigel

Rund 350 Gäste aus Politik, Wirtschaft, Kultur, Sport und Gesellschaft sind am Freitag der Einladung von Freitals OB Klaus Mättig (CDU) zum Neujahrsempfang gefolgt. In diesem Jahr fand die Veranstaltung wieder im Kulturhaus statt. Wegen der Eröffnung des Technologiezentrums am Neumarkt hatte die Stadt ihren Empfang 2014 in dem Neubau abgehalten, vor allem, um einer breiten Masse das neue Haus bekannter zu machen und dafür zu werben.

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Dieses Jahr war nun alles wieder beim Alten und das Kulturhaus erwies sich erneut als guter Gastgeber – und bot den Gästen neben dem Ambiente und Raum für Gespräche auch ein reichhaltiges Büffet. Für die Untermalung des Abends sorgten Lehrer der Musikschule gemeinsam an ihren Instrumenten.

Nachhilfe für Pirna

Für den eigentlichen Höhepunkt des Abends aber sorgte OB Klaus Mättig selbst. In gewohnt hemdsärmeliger und humorvoller Art begrüßte er viele seiner Gäste mit einer kleinen Anekdote oder einem persönlichen Wort – darunter den Landrat Michael Geisler (CDU), Bundestagsabgeordneten Klaus Brähmig (CDU), die Landtagsabgeordneten Andrea Dombois und Roland Wöller (alle CDU) oder die Amtskollegen aus Dorfhain, Tharandt, Wilsdruff und Dippoldiswalde. Er könne es nun mal nicht ändern, größte Stadt des Landkreises zu sein, frotzelte Mättig zum Beispiel in Richtung Landrat. Mättig spielte dabei auf die Konkurrenz beider Kreisstädte an und darauf, das Pirna trotz weniger Einwohner Sitz des Landrates ist. „Sie können sich ja bei unseren Kita-Erziehern und Eltern mal ein paar Tipps holen, wie wir das mit dem Nachwuchs machen, damit Pirna vielleicht mal aufholt“, sagte Mättig.

Bei allem Spaß gab es von Mättig aber auch ernste und nachdenkliche Töne – wie zum Beispiel über den Streit um das Gymnasium in Wilsdruff, die aktuelle Asylproblematik, die Finanzierung des Tierheimes oder die Auswirkungen der Bundespolitik auf die Kommunen.

Langer Applaus

Bislang von ihm kaum gekannte Emotionen in der Öffentlichkeit zeigte Mättig, als er auf das Ende seiner zweiten Amtszeit im Sommer zu sprechen kam. Mättig kann aus Altersgründen nicht wieder kandidieren, würde sich aber freuen, wenn er vom Nachfolger wieder eingeladen werde. Er hoffe, das Freital weiter eine gute Entwicklung nimmt, sich Stadtrat und sein Nachfolger auf die Hauptaufgaben Schulen, Kitas, Straßen, Vereine und Wirtschaft konzentrieren – aber auch für freiwillige Ausgaben den einen oder anderen Euro übrig haben. „Es tut weh loszulassen. Wer einmal Macht hatte, tritt nicht freiwillig und gern ab“, sagte Mättig. Seine Frau habe aber gesagt, er sei 66, er solle aufhören und loslassen, sie hätten ja auch noch ein Leben. Tränen kamen dem OB, als er seiner Familie für all das dankte, was man über die Jahre aushalten musste. „Es tut eben auch weh, wenn man in der Zeitung und der Öffentlichkeit kritisiert wird“, so Mättig. Ein langer und herzlicher Applaus hielt an, selbst als Klaus Mättig das Rednerpult und die Bühne schon verlassen hatte. Für Grußworte der Gäste ließ das am Ende keinen Platz mehr.

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