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Bautzen

Ausgebüxte Emu-Dame findet in Stolpen Asyl

Der Laufvogel wurde vor einer Woche bei Ohorn eingefangen. Doch eine Frage ist noch immer offen?

An der Luchsenburgstraße bei Ohorn wanderte diese Emu-Dame vergangenen Montag an der Straße entlang. Kurz darauf wurde sie eingefangen.
An der Luchsenburgstraße bei Ohorn wanderte diese Emu-Dame vergangenen Montag an der Straße entlang. Kurz darauf wurde sie eingefangen. © Rocci Klein

Ohorn/Stolpen. „Blendend“, sagt Janine Golla und quittiert die Frage, wie es denn dem Emu geht, mit einem herzhaften Lachen. „Er hat sich gut bei uns eingelebt“, freut sich die Chefin der Straußenfarm im Stolpener Ortsteil Helmsdorf. „Wir passen auf ihn auf und versorgen ihn mit allem, was er braucht.“ Bisher scheint den zutraulichen Laufvogel niemand zu vermissen. Denn auch eine Woche nach seiner eher unfreiwilligen Ankunft in Helmsdorf hat sich noch kein Besitzer gemeldet. Aber so wie sich das Tier benimmt und Menschen gegenüber verhält, scheint es aus Privatbesitz zu kommen, sagt Janine Golla.

Die junge Frau war dabei, als die Emu-Dame vor einer Woche unweit des Forsthauses Luchsenburg bei Ohorn gefangen wurde. Bereits am Wochenende zuvor war das Tier nahe der Autobahn gesehen worden. Der Schutzzaun neben der Trasse verhinderte, dass der flugunfähige Vogel auf die Fahrbahn und dort möglicherweise vor ein Auto laufen konnte. Die Polizei versuchte vergeblich, das Tier einzufangen. Der Emu entzog sich seiner Festnahme durch Flucht in ein Waldstück, wo er nicht gefunden wurde. „Leider hinterlassen solche Tiere ihren Aufenthaltsort nicht", scherzte eine Sprecherin der Polizeidirektion Görlitz.

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Noch weitere Tiere unterwegs?

Am vergangenen Montag kreuzte der neugierige Emu dann den Weg zweier Frauen, die mit ihrem Auto zum Wandern fahren wollten. Der Vogel testete mit seinem Schnabel mehrere Fahrzeuge – aber nicht lange. Außer der alarmierten Polizei eilten auch der Tierschutzverein Bischofswerda und Janine Golla von der Straußenfarm Helmsdorf zum Ort des Geschehens. Die junge Frau lockte das Tier mit Futter und fing es ein, was dem Emu nicht so gefiel. Aber da half alles Flügelschlagen nichts – er landete in einem umgebauten Pferdeanhänger, der ihn zur Farm brachte. Dort kam er zunächst in die Kindergruppe und wurde von den Betreibern der Farm aufgepäppelt. Jetzt lässt es sich das rund 1,60 Meter große Tier in Helmsdorf offenbar gut gehen. „Sollte sich kein Besitzer melden, darf der Emu auch bei uns bleiben“, stellt Janine Golla schon mal klar.

Unklar ist nach wie vor, ob noch weitere Laufvögel im Wald bei Ohorn unterwegs sind. Augenzeugen hatten zunächst von mehreren Tieren berichtet. Wer einem Emu begegnet, sollte nicht auf eigene Faust versuchen, ihn zu fangen. Mit den spitzen Schnäbeln ist nicht zu spaßen.

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