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Ende eines ungewöhnlichen Schuljahres in Sachsen

Zeugnisausgaben können wieder stattfinden. Auf einen Abschlussball müssen aber viele verzichten. Die wichtigsten Fragen und Antworten.

Die Oberschule Dohna hat die Klassen getrennt um den Regelungen gerecht zu werden.
Die Oberschule Dohna hat die Klassen getrennt um den Regelungen gerecht zu werden. © Daniel Schäfer

Das Schuljahr ist fast vorbei – ab 17. Juli haben Sachsens Schüler Sommerferien. Geschlossene Schulen, Homeschooling, Fern- und Präsenzunterricht: Die Absolventen der 10. Klassen der Oberschulen und der 12. Klassen der Gymnasien werden als Corona-Jahrgang in die Geschichte eingehen. Aufgrund der Pandemie können auch schulische Veranstaltungen derzeit nicht wie gewohnt stattfinden.

Werden alle Schüler versetzt?

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Durch die Schulschließung soll den Schülern kein Nachteil entstehen. Die Lehrer sollen bei der Benotung die aktuelle Lage berücksichtigen. Die Schüler haben Möglichkeiten bekommen, ihren Notenspiegel zu verbessern. Kultusminister Christian Piwarz (CDU) sprach sich für eine „Günstigkeitsregel“ aus: Verbessert sich ein Schüler durch eine Note nicht oder verschlechtert sich sogar, kann die Zensur aus dem Notenspiegel gestrichen werden. Im Gegensatz zu anderen Bundesländern hat Sachsen die Möglichkeit, das Schuljahr zu wiederholen, aber nicht ausgeschlossen. Das müssen die Lehrer zusammen mit den Eltern entscheiden.

Um verpassten Unterrichtsstoff wegen wochenlanger Schulschließungen aufzuholen, schlägt Piwarz freiwillige Bildungsangebote zum Lernen und Üben in den Sommerferien vor. Der Unterricht soll vorzugsweise in der ersten und fünften Ferienwoche stattfinden und kann von den Schulen frei gestaltet werden. Die Lehrkräfte der Schulen „sollen auf freiwilliger Basis“ an der Sommerschule mitwirken. Viele Eltern hätten in der letzten Zeit ihre Sorge über Bildungsdefizite mitgeteilt, sagte Piwarz. „Diese Sorgen nehme ich sehr ernst.“

Dürfen Zeugnisausgaben am Ende des Schuljahres stattfinden?

Ja. Mit der Allgemeinverfügung, die Anfang Juni beschlossen wurde, hat Sachsen das Veranstaltungsverbot in Schulen gelockert. Die feierliche Zeugnisausgabe für Abschlussklassen und Viertklässler kann unter Beachtung des Infektionsschutzes stattfinden. Viele Schulen weichen dafür auf Turnhallen als Veranstaltungsort aus, damit der Mindestabstand von 1,50 Meter eingehalten werden kann. Möglich ist auch, die Schüler und ihre Eltern in Gruppen aufzuteilen.

Finden Abschlussfeiern wieder statt?

Schulfeste, Sportfeste und Tage der offenen Tür bleiben schwierig. Diese Veranstaltungen seien nicht zwingend, um den Schulbetrieb aufrecht zu erhalten. Es sollte bei einer Absage bleiben, empfiehlt das Kultusministerium.

Wird es Abitur- und Abschlussbälle geben?

Das entscheiden die Schulen. Die Bälle gehören zwar zur Schultradition, sie sind aber im Gegensatz zu Zeugnisausgaben nicht zwingend. Die außerschulischen Veranstaltungen werden meist von den Abiturienten organisiert. In vielen Fällen sind es Großveranstaltungen, die Besucherzahl liegt häufig jenseits der 500. Das Kultusministerium empfiehlt in diesem Schuljahr von Abschlussbällen abzusehen. Ob solche Veranstaltungen in Gaststätten, Hotels oder anderen Lokalitäten durchgeführt werden, muss aber der Veranstalter entscheiden. Auch hier gilt die Corona-Schutz-Verordnung. Möglich ist auch, die Abi- und Abschlussbälle im Herbst nachzuholen.

Wie sollen die Schuleinführungen am 29. August 2020 ablaufen?

Die Schulen sollen spätestens nach den Sommerferien in allen Bundesländern in den Regelbetrieb zurückkehren. Dies gelte, falls sich die Infektionslage in der Corona-Krise weiterhin gleichbleibend gut entwickle. Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hatte bereits vor einigen Wochen angekündigt, im Freistaat den regulären Schulbetrieb nach den Sommerferien wieder aufzunehmen.

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Derzeit geht auch das Kultusministerium davon aus, dass Schuleingangsfeiern Ende August möglich sein werden. Die Übergabe der Zuckertüten soll im Beisein naher Verwandter ermöglicht werden. Die jeweiligen Schulleiter sind dafür verantwortlich, wie die Feiern unter den Anforderungen des Infektionsschutzes ablaufen – ob es etwa verkürzte Zeremonien gibt oder ob sich die Erstklässler gestaffelt im zukünftigen Klassenverband treffen. „Auf ein umfangreiches musisch-künstlerisches Programm soll grundsätzlich verzichtet werden“, heißt es vom Kultusministerium.

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