SZ +
Merken

Endlich daheeme

Kathrin und Peter radeln fürs MDR-Fernsehen diesmal durch die Heimat. Nur das Wetter haben sie nicht bedacht.

Teilen
Folgen

Von Thomas Christmann

Ein Lächeln für die Kamera. Auch bei minus sieben Grad vergeht dem Schlagerduo nicht die gute Laune. Lange Unterhosen helfen beiden dabei. „Es geht noch“, sagt Peter Kunze. „Da hilft nur warm anziehen.“ Mit seiner Frau Kathrin steht er gerade vor dem Buswartehäuschen an der Hauptstaße in Waltersdorf. Das Fernsehteam will dort die nächste Einstellung aufnehmen. Kamera, Licht, Ton – alles steht bereit. Dann tönt Musik aus dem Lautsprecher. Einsatz für Kathrin und Peter. Sie singen das Lied „Fahrende Musikanten“ aus ihrem jüngsten Album, bewegen sich dazu. Gestik und Mimik sitzen. Wer jetzt mit dem Auto vorbei will, muss drei Minuten und 43 Sekunden warten.

Seit dieser Woche drehen Kathrin und Peter, auch Quirle genannt, für die Oberlausitzer Ostertour im MDR. Es ist bereits die elfte Staffel ihres musikalischen Reisespiels, in der sie per Rad verschiedene Regionen in Deutschland kennenlernen. So ist das Schlagerduo schon von der Moldau bis zur Mulde gefahren oder von Lübeck bis Ahlbeck. Nun steht es erstmals mit der Radtour in der Heimat vor der Kamera. „Wir haben lange dafür gekämpft“, sagt Peter Kunze. Allerdings ist Ostern dieses Jahr etwas früher als sonst. Die Planungen sahen bereits frühlingshafte Temperaturen vor. Beispielsweise wollte das Team einige Szenen für das Lied „Fahrende Musikanten“ an einem Teich drehen, vor der Kulisse des Zittauer Gebirges. Aber das Wetter spielt nicht mit, ein neuer Standort musste her. So haben Kathrin und Peter nun wenigstens keine Nebelwand, sondern die Umgebindehäuser in Waltersdorf im Hintergrund. Doch nicht nur die Szenen mussten kurzfristig angepasst werden, auch der Text. Von einer aufblühenden Oberlausitz ist schließlich nichts zu sehen.

Das Schlagerduo fährt stattdessen durch den Schnee. Der Oberlausitzer sei zäh und habe Durchhaltevermögen, sagt Peter Kunze. Diesmal radeln er und seine Frau entlang des Spreeradweges von Bautzen zu den Spreequellen am Kottmar. Dort geht es weiter auf der Mittellandroute D4 bis nach Zittau. Rund 100 Kilometer ist die Strecke lang. „Wir radeln, so viel es geht“ sagt Peter Kunze mit Blick auf das Wetter. Die Zuschauer werden auf den Wegen auch manche Sehenswürdigkeit wiedererkennen und sollen Lust bekommen, diese selbst mit dem Rad zu befahren.

So geht die Reise vom kleinen Umgebindehaus im Miniaturenpark in Cunewalde bis zum großen Fastentuch nach Zittau, wie es Peter Kunze formuliert. Weitere Stationen sind unter anderem das sorbische Museum in Bautzen, der Sonnenuhrenhof in Taubenheim, das Querxenland in Seifhennersdorf, die Rodelbahn in Oderwitz und das Schmetterlingshaus in Jonsdorf. Anlässlich der Feiertage stehen die Osterbräuche in der Region im Mittelpunkt. Auch ein Gespräch mit Holm Große von der Marketinggesellschaft Oberlausitz ist geplant. Er stellt die neueste Idee vor, an verschiedenen Stationen in der Region Elektrofahrräder zum Ausleihen bereitzustellen. In der Sendung darf Kathrin Kunze schon eines davon testen, während ihr Mann noch konventionell unterwegs ist. Deshalb fahre sie auch immer vorneweg, sagt er und schmunzelt. „Eine tolle Idee.“

Auf ihrer Rad-Tour wird das Schlagerduo zugleich von vielen musikalischen Kollegen begleitet. Dabei sind unter anderem Nik P., die Dorfrocker, Dirk Michaelis, Bernhard Brink, Maria Levin, die Cappuccinos, Heiko Harig, Annamarie Eilfeld und Voxxclub. Letztere haben bereits am Montag in der Burg- und Klosteranlage auf dem Berg Oybin gedreht. Die Musiker aus Bayern mussten mehrere Stunden in kurzen Lederhosen aushalten. „Sie waren tapfer“, berichtet Burgwart Dirk Keil. Für ihn bedeutet der Auftritt vor allem kostenlose Werbung. Mit Voxxclub hat er auch schon Kontakte ausgetauscht. Schließlich könnten sie nicht nur bayrische Folklore, sondern auch klassisch singen, sagt der Burgwart. Peter Kunze freut sich schon auf die Sendung. Nur welche die schönste Radtour gewesen ist, darauf will er sich nicht festlegen. „Aber daheeme is daheeme.“

Die Sendung läuft am 1.April, 20.15 Uhr, im MDR.

Auf ein Wort