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Endlich ein richtiger Fußweg

2015 soll die Kötzschenbrodaer Straße saniert werden. Elf Bürger haben Einwände vorgebracht. Die Stadt ist mit ihnen im Gespräch.

© Arvid Müller

Von Birgit Andert

Wer sich ein Bild vom geplanten Ausbau der Kötzschenbrodaer Straße machen will, der braucht Standkraft und Zeit. Denn um die Pläne zu verstehen, die in zwei großen Schaukästen entlang der Straße aushängen, bedarf es genauer Betrachtung. Insgesamt drei Lagepläne von Teilbereichen der Straße zwischen Gottesacker und Weintraubenstraße samt dreiseitiger Erläuterung sind hier zu finden. Sie zeigen, wie eine der wichtigsten Verkehrsadern Radebeuls bald aussehen könnte.

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Die verschlissene Straße soll auf einer Länge von etwa 1 250 Metern grundhaft ausgebaut werden und dabei einen durchgehenden Fußweg erhalten. Ein separater Radweg ist nicht geplant. Vor allem um einen ausreichend breiten Fußweg zu ermöglichen, muss zum Teil in bestehende Grundstücke eingegriffen werden. So am Alten Friedhof, wo die Friedhofsmauer für einen Gehweg um etwa zwei Meter versetzt werden soll. Sowohl der Kirchenvorstand der Friedenskirchgemeinde als auch das Landesamt für Denkmalpflege haben diesem Anliegen der Stadt zugestimmt.

Außerdem betrifft es den Bereich am Hauptfriedhof. Hier hat das Denkmalamt eine Versetzung der Friedhofsmauer abgelehnt. Die Stadt muss auf der gegenüberliegenden Seite einen Streifen Land erwerben, will sie den Fußweg verbreitern.

„Es handelt sich hier ausschließlich um Gartengrundstücke“, erklärt Marcus Hesse vom Stadtplanungs- und Bauaufsichtsamt, „und wir sind jetzt mit den Besitzern im Gespräch.“

Grundsätzlich unterstützten die Besitzer das Anliegen der Stadt, so Hesse. „Aber es gibt noch einige individuelle Anliegen zu klären, die im Zuge des Straßenbaus vorgebracht werden.“ So wünschen sich manche Besitzer zusätzliche Medienanschlüsse, andere wiederum brauchen vorhandene Anschlüsse nicht mehr. „Wir sind bestrebt, überall eine einvernehmliche Lösung zu finden“, betont Marcus Hesse. „Und in Wohngrundstücke greifen wir auf der ganzen Strecke sowieso nicht ein.“

Nur elf Leute hatten im Zuge der Bürgerbeteiligung vom 3. bis 17. April Einwendungen im Rathaus vorgebracht, die meisten Anwohner begrüßen den geplanten Ausbau der Straße. „Wir werden die Stellungnahmen in den nächsten Wochen zusammenfassen und mit einer Stellungnahme der Verwaltung ergänzen“, sagt Hesse. „Die Auswertung werden wir in einer der nächsten Sitzungen des Stadtentwicklungsausschusses – wahrscheinlich im Juli – vorstellen.“

Größte Sorge der Anwohner ist ohnehin nicht die Beeinträchtigung durch den Straßenbau, sondern die erwartete Zunahme des Verkehrs auf der neuen Straße. „Wenn die Straße breiter wird, nutzen noch mehr Lastkraftwagen die Strecke.“ Das befürchtet Dana Mohn, die gegenüber dem Alten Friedhof wohnt. Dass die Fahrbahn selbst gar nicht breiter werden soll, sondern nur der Fußweg für eine Verbreitung der gesamten Straße sorgt, ist vielen aus den Plänen nicht ersichtlich gewesen. „Ich hätte mir eine Bürgerversammlung gewünscht“, sagt deshalb Carola Naumann aus der Kötzschenbrodaer Straße 183, „damit wir auch verstehen, was hier geplant wird.“

Mit einem Baubeginn ist jedoch frühestens im zweiten Quartal 2015 zu rechnen, anschließend an die geplante Verlegung eines Abwasserkanals. Derzeit befindet sich die Planung noch im Vorentwurfsstadium. Erst nach der Auswertung der Öffentlichkeitsbeteiligung wird der Stadtrat im Herbst 2014 einen Baubeschluss fassen, und die weiteren Planungen können beginnen. Nach Aussage von Marcus Hesse werden die Bauarbeiten voraussichtlich bis Ende 2015 abgeschlossen sein. „Anlieger und Betroffene erhalten vor dem Baubeginn eine detaillierte Information zu Bauablauf, Einschränkungen, Ansprechpartnern“, versichert er.