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Endlich wieder in die Tagespflege

Die Einrichtungen dürfen seit Montag wieder öffnen. Das sorgt nicht nur bei den Tagesgästen für Erleichterung.

Ruth Dietrich (rechts) gießt gemeinsam mit Pflegedienstleiterin Stephanie Koch die Erdbeerpflanzen im Hochbeet. In der Tagespflege der „Pflege mit Herz“ werden täglich bis zu 17 Gäste von sechs Mitarbeitern betreut.
Ruth Dietrich (rechts) gießt gemeinsam mit Pflegedienstleiterin Stephanie Koch die Erdbeerpflanzen im Hochbeet. In der Tagespflege der „Pflege mit Herz“ werden täglich bis zu 17 Gäste von sechs Mitarbeitern betreut. © Dietmar Thomas

Hartha. Ruth Dietrich kümmert sich gern um das Hochbeet. An diesem Nachmittag gießt sie die Erdbeerpflanzen. Die 88-Jährige besucht montags bis freitags die Tagespflege der „Pflege mit Herz“ in Hartha. Ihr gefällt es gut in der Einrichtung. „Das Personal ist nett, die Verpflegung gut. Und ansonsten mache ich alles mit“, sagt sie.

Als die Corona-Beschränkungen Mitte März erlassen wurden, musste die Einrichtung wie alle anderen auch zunächst schließen. „Nach anderthalb Wochen durften wir aber eine Notbetreuung anbieten“, sagt Pflegedienstleiterin Stephanie Koch. Dies sei aber nur möglich gewesen, weil der Bereich der Tagespflege in einem separaten Gebäude untergebracht ist. „Wären wir mit im Haupthaus untergebracht gewesen, hätte es die Genehmigung nicht gegeben“, so Koch.

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In der Notbetreuungszeit durften Tagesgäste die Einrichtung besuchen, deren Angehörige zur Risikogruppe gehörten. Auch Patienten, die allein zu Hause waren, oder deren Angehörige arbeiten mussten, durften in die Tagespflege kommen. „Besonders wichtig war die Betreuung für Gäste, die bestimmte Diagnosen wie Depression haben. Sie konnten in einem geregelten Tagesablauf bleiben“, sagt Stephanie Koch. Zehn bis 13 Gäste waren in der Zeit der Notbetreuung täglich da.

Bei einigen Patienten habe sich die anderthalbwöchige Schließung der Tagespflege schon negativ bemerkbar gemacht. „Man hat gespürt, dass die Förderung und tägliche Beschäftigung gefehlt haben“, so Koch. Es sei wichtig, Körper und Geist, so gut es gehe, in Schwung zu halten. 

Das versuchen die Mitarbeiter mit Gedächtnistraining, kleinen Sporteinheiten oder Zeitungsschau. „Aber auch Bingo ist hoch im Kurs. Das funktioniert auch mit Abstandsregelung“, so Koch. Ein- bis zweimal im Monat werden Veranstaltungen organisiert. So ist demnächst ein Sportfest geplant, bei dem Kegeln, Hockey und Ringe werfen auf dem Programm stehen.

Im Mai kamen viele Anrufe von Angehörigen, die sich mit der Betreuung Pflegebedürftiger überlastet fühlten. Die musste die Pflegedienstleiterin jedoch vertrösten. „Für mich war es schwierig, in diesen Fällen nein zu sagen. Aber die Bestimmungen der Allgemeinverfügung haben das einfach nicht zugelassen“, so Koch.

Sie habe ständig per E-Mail und Telefon in Kontakt mit dem Sozialministerium gestanden, berichtet Stephanie Koch. Immer wieder habe sie nachgefragt, was erlaubt ist. Seit Montag dürfen die Tagesgäste wieder offiziell die Einrichtung besuchen. Eine Forderung der Sächsischen Corona-Schutz-Verordnung ist, dass das Hygienekonzept überarbeitet werden muss. 

Das bedeutet, dass die Toiletten nach jeder Benutzung sowie die Handläufe in den Gängen desinfiziert werden“, erklärt Stephanie Koch. Da der Mindestabstand von 1,5 Metern zu den Patienten nicht immer eingehalten werden kann, ist für die Mitarbeiter der Tagespflege das Tragen eines Mund-Nase-Schutzes Pflicht. Wenn die Gäste mit dem Bus geholt oder nach Hause gebracht werden, müssen sie ebenfalls eine Maske tragen.

Die Öffnungserlaubnis sei von den Angehörigen mit großer Freude aufgenommen worden. „Vielen fiel ein Stein vom Herzen, weil sie dadurch auch selbst einmal durchschnaufen können“, so Stephanie Koch.

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