SZ +
Merken

Endspurt an der Kita Storchenbrunnen

In drei Wochen soll der Neubau an der August-Bebel-Straße in Betrieb gehen. Bis dahin bleibt für alle noch gut zu tun.

Teilen
Folgen

Von Matthias Weigel

Die Kinderküche? Dort! Nein, hier! Ach nein, da!“ Noch muss Maik Striemann ständig umdenken. Denn die neue Kita am Storchenbrunnen ist baugleich mit der neuen in Kleinnaundorf – nur speigelverkehrt. Seit ein paar Wochen schon ist der Kita-Leiter beim Elternverein Lebensbaum angestellt. Der Träger der Kleinnaundorfer Kita Wurzelzwerge – die erst vor knapp drei Wochen von der alten Schule in dem Ortsteil in den Neubau am Meßweg gezogen ist – hat auch den Zuschlag für die neue Kita an der August-Bebel-Straße in Döhlen bekommen. Fürs Einarbeiten hat Striemann schon am Meßweg mitgemacht – und muss nun eben umdenken.

Ein paar Tage hat er auch noch, bevor es am Storchenbrunnen losgeht. Noch wuseln an allen Ecken die Handwerker. Viel ist schon fertig, auch bei den Außenanlagen. Doch es sind die vielen Kleinigkeiten, die am Ende Zeit kosten. „Man darf sich aber nicht verrückt machen lassen, das habe ich in Kleinnaundorf gesehen, wo sie es auch geschafft haben“, sagt Striemann. Dass man rechtzeitig fertig wird, ist für ihn keine Frage – wobei rechtzeitig nun ein paar Monate später ist als ursprünglich geplant – wegen Mehrarbeiten und Wetter-Bauverzug. Doch der neue Zeitplan steht unverrückbar, die Möbel sind geordert – und am 10. und 12. März ist Abnahme. Am 17. März soll es dann losgehen, auch wenn dann sicher noch Restarbeiten bleiben.

Starten wird die Kita mit neuen Kindern, aber auch solchen, die von anderen Einrichtungen oder Tagesmüttern wechseln. Eltern, die ihre Kinder in die neue Kita schicken wollen, sollten das der Stadt Freital (Amt für Soziales) mitteilen – denn bei vielen gab es die Kita noch gar nicht, als sie ihren Erstwunsch bei der Anmeldung des Kindes gleich nach der Geburt ins Formular einschreiben mussten.

Der Neubau für rund 2,4 Millionen Euro ist topp ausgestattet und hochmodern eingerichtet. Die Zimmer sind geräumig – und alle mit viel Fensterfläche versehen. Auch die Flure sind groß und sollen als Spielraum mitgenutzt werden. Neben Personalräumen und großen Garderoben gibt es einen Kreativraum, ein Foyer mit Elternecke, Sportraum und ein Kinderrestaurant. Das ist eine Kinderküche, in der auch gegessen wird. Das Essen wird per Fahrstuhl aus der Zubereitungsküche im Erdgeschoss angeliefert. Die Kinder müssen also nicht mehr in den Gruppenräumen speisen. Das erfordert Organisation, dafür riecht es nicht nach Essen in den Gruppen, und das Spielzeug kann stehenbleiben.

Im Untergeschoss werden einmal drei Krippengruppen mit 38 Kindern Platz finden. Eigentlich waren nur zwei für 26 Kinder geplant. Wegen der großen Nachfrage wird das Therapiezimmer aber Gruppenraum, vorübergehend, so zwei Jahre, bis andere Kitas wie in Wurgwitz oder am Goetheplatz fertig sind. „Dann wollen wir hier mit Integrativkindern beginnen“, sagt Striemann. Dass es in der Anfangsphase jetzt noch nicht so ist, habe auch Vorteile. Die Erzieher hätten Zeit, das Haus samt Konzeption zu verinnerlichen und das Ganze behutsam wachsen zu lassen. Im oberen Geschoss wird es drei Kindergartengruppen mit 60 Kindern geben.

Insgesamt neun Mitarbeiter konnte der Verein vertraglich sichern. Einer mehr wird es sein, wenn die Kita voll ausgelastet ist. Erstaunlich: 70 Bewerbungen hatte es gegeben – trotz Fachkräftemangels und trotz spezieller Anforderungen. „Erfreulich ist auch, dass wir sowohl Jüngere als auch Ältere, sowohl Erzieher als auch Sozialpädagogen gefunden haben. Eine gute Mischung“, sagt Striemann – selbst Freitaler. Bislang war er als Kita-Leiter in Dresden tätig. Irgendwann hatte ihn Lebensbaum-Vereinschef Chris Meyer angesprochen. Er schrieb letztlich die Konzeption für die Einrichtung, mit der sich der Verein durchsetzte. Warum dann nicht am Heimatort arbeiten, wo man lebt, die Leute kennt und mit dem Rad auf Arbeit fahren kann? So wechselte Striemann von Dresden nach Freital – und kann nun seine eigene Konzeption umsetzen. Ein besonderer Reiz.

Als Konzept verfolgt die Kita ein Stück weit Naturpädagogik. Geplant ist, viel draußen in der Natur zu unternehmen. „Und wir sehen uns als Teil dieses Stadtteils, den wir erkunden und bereichern wollen“, sagt Striemann. Dass die Kita Storchenbrunnen heiße, habe zwar mit dem Vereinskonzept wenig zu tun, habe sich im Vorfeld aber so stark etabliert, dass man den Namen wohl erst einmal beibehalten werde. Immerhin schaut der Storch auch von ein paar Spielgeräten draußen runter.