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Endspurt beim Schulhausbau

Die Sanierungsarbeiten an der Oderwitzer Oberschule sollen bis März abgeschlossen werden. Die Gemeinde hofft, dass es bis dahin keine neuen Überraschungen gibt.

© Matthias Weber

Von Mario Sefrin

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Die Mitarbeiter des Bautzner Unternehmens Bemobil, die derzeit im Innenhof der Oderwitzer Oberschule einen neuen Aufzug ans alte Schulhaus anbauen, haben in diesen Tagen einen ungemütlichen Job. Kalt und teilweise heftig streicht der Wind um die Schulgebäude, die Arbeiter der Bautzner Fachfirma halten mit dicken Jacken, warmen Stiefeln, Mützen und Handschuhen dagegen.

Im Gegensatz zu ihnen müssen die Bauleute der anderen Gewerke, die derzeit im Inneren des alten Schulhauses aus dem Jahr 1927 arbeiten, keine widrigen Witterungsverhältnisse in Kauf nehmen. Dafür stehen sich diese Gewerke manchmal förmlich auf den Füßen: „Im alten Schulhaus arbeiten gerade Maler, Fußbodenleger, Trockenbauer, Elektriker und Sanitär- und Heizungsbauer“, sagt Hartmut Junge vom Bauamt der Gemeindeverwaltung. Die Arbeiter der verschiedenen Firmen kommen damit aber gut zurecht. Eigentlich sollte der 6. Bauabschnitt bei der Sanierung der Oderwitzer Oberschule zum Jahresende abgeschlossen werden, sodass im kommenden Jahr nur noch die Außenarbeiten anstehen, sobald die Temperaturen das zulassen. Doch schon im Sommer hatte Hartmut Junge Zweifel, ob dieses Ziel zu schaffen ist. „Wir können nicht sicher sein, ob der Altbau noch die eine oder andere bauliche Überraschung versteckt hält“, sagte er vor einigen Monaten.

Dass diese Zweifel berechtigt waren, zeigt sich heute. So haben unter anderem die Unterkonstruktionen für die Fußböden, die in vielen Zimmern erneuert werden mussten, für Bauverzögerungen gesorgt. Das war jedoch wichtig, um die Barrierefreiheit im alten Schulhaus herzustellen. „Der Umzug in den sanierten Altbau ist nun in den Februarferien vorgesehen, mit Beginn des zweiten Schulhalbjahres soll das Haus dann endlich von Schülern und Lehrern genutzt werden können“, sagt Hartmut Junge. Die Unwägbarkeiten beim Bau haben aber nicht nur für Zeitverzögerung, sondern auch für gestiegene Kosten gesorgt. Für diese Mehrkosten erhielt die Gemeinde im Spätsommer eine Nachförderung. Der Zuschuss zur Schulsanierung wurde damit auf 2,85 Millionen Euro erhöht, informiert die Gemeinde. Bei 4,4 Millionen Euro Gesamtkosten für den 2012 gestarteten Schulumbau bedeutet das für Oderwitz laut Angaben der Gemeinde ein Eigenanteil von rund 1,5 Millionen Euro.

Hartmut Junge freut sich darüber, dass die Sanierungsarbeiten an der Oberschule nun in die Endrunde gehen. „Die vergangenen fast fünf Jahre haben allen Beteiligten viel abverlangt“, sagt der Bauamtsmitarbeiter – und ist froh, dass während dieser umfangreichen Bauarbeiten an allen drei Schulgebäuden niemand zu Schaden gekommen ist. „Man darf ja nicht vergessen, dass die Arbeiten immer bei vollem Schulbetrieb stattgefunden haben“, so Junge. Rückblickend haben die Sanierungsarbeiten am Plattenbau der Oberschule die meisten Schwierigkeiten bereitet. „Dort mussten wir auf statische Probleme reagieren“, sagt Hartmut Junge. Nun sollen im Januar die Spülküche und der Speiseraum aus dem alten Schulgebäude ausziehen, damit auch dieser Teil saniert werden kann. Die Gemeinde hofft, dass es dabei keine neuen Überraschungen gibt und das Schulhaus ab März wieder genutzt werden kann.