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Endspurt fürs Welterbe

Bis heute muss die überarbeitete Bewerbung in Berlin vorliegen. Das Görlitzer Team hat weitaus mehr geleistet als nötig.

© ulrich schwarz

Von Ingo Kramer

Astrid Hahn strotzt vor Zuversicht. „Nach den jüngsten Recherchen sind wir noch überzeugter als zuvor, dass unsere Hallenhäuser Welterbepotenzial haben“, sagt die Frau, die sich im Görlitzer Rathaus um die Welterbe-Bewerbung kümmert. Allerdings nicht allein: Gestern Vormittag hat sie erneut mit Bürgermeister Michael Wieler, Stadtplanungsamtsleiter Hartmut Wilke und Denkmalchef Peter Mitsching das ausgewertet, was die Fachleute Frank-Ernest Nitzsche, Andreas Bednarek und Lars-Arne Dannenberg bis gestern Morgen verfasst haben. „Das sind momentan 20 Seiten Text“, sagt Astrid Hahn.

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Momentan heißt: Viel wird sich daran jetzt nicht mehr ändern. Bis heute nämlich muss die überarbeitete Bewerbung bei der Kulturstiftung der Länder in Berlin vorliegen. Nach Berlin reisen muss dafür niemand: Die Abgabe läuft per E-Mail. Ziel der Görlitzer ist es, gegen Mittag auf den „Senden“-Knopf drücken zu können. „Wenn nötig, legen wir vorher gern noch einmal eine Nachtschicht ein“, sagt Astrid Hahn. Das wäre jedenfalls nicht das erste Mal, erklärt sie mit Verweis auf vorigen Winter.

Damals hatte die deutsche Kultusministerkonferenz von allen Welterbe-Kandidaten neue Unterlagen verlangt: Eine auf maximal fünf Textseiten begrenzte Kurzversion der Bewerbung und dazu bis zu 20 Fotos, die die Stätte illustrieren. Und das binnen sechs Wochen. Diesmal war der Auftrag ein anderer. Die Kulturstiftung will eine Überarbeitung der Vergleichsanalyse der Görlitzer Hallenhäuser mit anderen Städten, die auf der Welterbeliste stehen, sich darum bewerben oder auch nicht. Dafür war Zeit von Ende August bis heute.

Der Architekt und Bauforscher Frank-Ernest Nitzsche und der Architekt und Architektur-Fotograf Ulrich Schwarz haben dazu binnen 13 Tagen 15 historische Städte besichtigt und dort mit Bürgermeistern, Wissenschaftlern und Hausbesitzern gesprochen. Parallel haben der Architekt Andreas Bednarek und der Historiker Lars-Arne Dannenberg Archivmaterial aus verschiedenen Städten aufgearbeitet. Anschließend wurden die Ergebnisse zusammengeführt. „Das war mehr Aufwand als unbedingt nötig“, so Astrid Hahn. Die Stadt hätte es sich auch einfacher machen und es bei der Archivrecherche belassen können: „Aber das wollten wir gerade nicht tun.“ Schließlich hat die Welterbe-Bewerbung für Görlitz oberste Priorität. Bis wann eine Entscheidung fällt, ist aber noch offen.