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Endspurt mit Olympiasieger

Martin Schulz startet beim virtuellen Landkreislauf. Bis Sonntag können die Resultate per Internet gemeldet werden.

Rief in einer Videobotschaft zur Teilnahme am 1. Virtuellen Landkreislauf auf: Paralympics-Sieger Martin Schulz vom SC DHfK Leipzig.
Rief in einer Videobotschaft zur Teilnahme am 1. Virtuellen Landkreislauf auf: Paralympics-Sieger Martin Schulz vom SC DHfK Leipzig. © privat

Mittelsachsen. Der Countdown auf der Internetseite des Kreissportbundes Mittelsachsen tickt herunter. Bis Sonntagnacht 0 Uhr haben Dreierstaffeln die Chance, sich am 1. Virtuellen Landeskreislauf zu beteiligen. Dann wird die Liste geschlossen. Benjamin Kahlert, Geschäftsführer des KSB Mittelsachsen, ist bereits jetzt begeistert von der Resonanz, die es auf dieses Laufangebot gibt.

Nachdem der für den 25. April in Roßwein geplante 28. Landkreislauf aufgrund der Corona-Pandemie abgesagt werden musste, suchten die Verantwortlichen beim KSB nach einer Alternative. Diese wurde in einem virtuellen Wettkampf gefunden. Statt acht Startern pro Staffel absolvieren die Mitglieder von Dreierteams: 1,5 km, 3,0 km und 5,0 km selbstständig und melden die Ergebnisse per Internet. 

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„Wir wollten wegen der Corona-Krise den Kopf nicht in den Sand stecken, sondern innovativ werden und mit dieser Geschichte ein positives Zeichen setzen“, sagt Kahlert, der sich besonders darüber freut, dass es auch einige prominente Unterstützer für dieses mittelsächsische Sportevent gibt. 

So beteiligt sich neben Drittliga-Fußballern des Chemnitzer FC und Bundesliga-Boxern des BC Chemnitz auch ein echter Goldmedaillengewinner am Landkreislauf: Martin Schulz. Der aus Döbeln stammende und für den SC DHfK Leipzig startende Paralympicssieger im Triathlon von Rio de Janeiro 2016 nimmt mit zwei Triathleten des TSV 92 Freiberg am Staffellauf teil. 

„Auch ich möchte euch aufrufen, beim virtuellen Landkreislauf zu starten. Laufen ist schön, das Wetter ist super zurzeit – nutzt das“, übermittelte der Leistungssportler in einer Videobotschaft den mittelsächsischen Sportlern. „Es ist toll, bei dieser Aktion den Leistungssport mit dem Breitensport verbinden zu können“, sagt Benjamin Kahlert, der hofft, dass bis Sonntag eine dreistellige Anzahl an Teams ihre Ergebnisse gemeldet hat.

Unter den 70 Mannschaften bislang, sind auch einige aus der Region Döbeln. Unter anderem vom Döbelner SC oder dem UHC Döbeln, aber auch vom Cheer&Dance-Verein Waldheim. Wie viele andere Teilnehmer posteten die Zschopaustädterinnen ein Video von ihrer ungewohnten sportlichen Betätigung. 

Dabei war auch die 17-jährige Lilly Lubrich, die, wie die anderen Mädels auch, die Aktion äußerst positiv finden. Bei ihr selbst hätte der Lauf zudem Spuren hinterlassen. „Das war der Anstoß, jetzt weiter joggen zu gehen“, sagte sie. Und Head Coach Stefanie Jahn fügte an: „Wir haben das Angebot des Kreissportbundes dankend angenommen und die Mädchen so mal wieder in Bewegung bekommen.“

Insgesamt seien es bislang über 200 Leute, die sich schon am 1. Virtuellen Landkreislauf beteiligt haben. Und es gebe noch zahlreiche Anmeldungen. „Mal sehen, ob wir den Staffelrekord von 106 brechen können“, sagt Benjamin Kahlert, der die Aktion als absolute Erfolgsgeschichte sieht.

 „Erfunden haben wir eine solche Aktion natürlich nicht, aber weitergetragen schon“, sagt der Geschäftsführer. Und so freuen er und seine Mitstreiter sich bereits über die ersten Nachahmer in Sachsen. So sei im Vogtland eine ähnliche Veranstaltung ins Leben gerufen worden.

„Wir hatten auf unsere Vereine gehofft und sind äußerst positiv überrascht worden von der Resonanz“, sagt Kahlert, und auch davon, wie lebendig von den Sportlern mit den neuen Medien umgegangen wird. Nun gelte es, die Daumen zu drücken, dass bis Sonntag die 100 als Teilnehmerzahl fällt. Das sei das heimliche Ziel. 

Intern gebe es da beim Kreissportbund schon Wetten. „Wenn der Mittelwert eintritt, dann sind wir absolut zufrieden“, sagt Benjamin Kahlert, der für 12. Mai die Bekanntgabe der Ergebnisse ankündigt. Für 2021 wünschen sich die Organisatoren dann jedoch, dass der Lauf in Roßwein vor Ort gestartet werden kann. Selbst wenn die virtuelle Aktion eine Erfolgsgeschichte sei, und in irgendeiner Form sicherlich eine Wiederholung erfahren könnte.

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