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Endstation Dresden

Germania ist insolvent, drei Flieger der Airline parken nun in Klotzsche. Was passiert mit ihnen?

Heben die Germania-Maschinen womöglich bald wieder ab?
Heben die Germania-Maschinen womöglich bald wieder ab? © Sven Ellger

Ihre letzten Reisen führten sie von den Kanarischen Inseln und dem Roten Meer nach Dresden. Nun sind drei Boeing 737 der insolventen Fluggesellschaft Germania am Klotzscher Flughafen gestrandet. Was passiert jetzt mit den Maschinen?

Gut zwei Wochen ist es her, dass Germania den Flugverkehr eingestellt hat. In der Nacht zuvor waren alle Flugzeuge nach Deutschland zurückgeflogen worden. Hätten ausländische Airports von der Zahlungsunfähigkeit erfahren, während die Maschinen dort am Boden waren, hätten sie diese als Sicherheit für die fälligen Flughafengebühren festsetzen können. Jets, die Germania gehören, wären möglicherweise aus der Insolvenzmasse gefallen. An die übrigen geleasten Maschinen wären die Leasinggeber nur schwer herangekommen.

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Entscheidend sei, dass es weiter gelingt, die Fluglinie betriebsbereit zu halten, sollte sich ein Investor finden, hatte Insolvenzverwalter Rüdiger Wienberg vergangene Woche mitgeteilt. Dazu sei es erforderlich, dass Germania weiterhin einsatzbereite Flugzeuge, Crews und Wartungsleistungen vorhalten kann. Der überwiegende Teil der Leasinggeber arbeite weiter mit Germania zusammen. So stünden 22 der ehemals 27 Maschinen nach wie vor zur Verfügung und seien technisch sofort einsatzbereit. „Im Falle einer Investorenlösung wären wir in der Lage, den wesentlichen Teil des Flugbetriebs kurzfristig wieder hochzufahren“, so Wienberg.

Die in Dresden geparkten Flugzeuge gehören unter anderem zwei US-amerikanischen Leasingfirmen. Die Jets sind 20 beziehungsweise 21 Jahre alt. Und obwohl sie nur stehen, kosten sie weiterhin Geld. Der Dresdner Flughafen bestätigte auf SZ-Anfrage, dass Gebühren für das Parken der Germania-Flieger auf dem Vorfeld anfallen. Wie hoch die Kosten sind, wollte die Flughafengesellschaft allerdings nicht sagen. Aufgrund vertraglicher Vereinbarungen könnten keine Angaben gemacht werden, so ein Sprecher. 

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Ein Blick in die Entgeltordnung des Airports zeigt, dass für eine Boeing 737-700 normalerweise rund 185 Euro pro Tag fällig werden. Bei drei Flugzeugen würde das in zwei Wochen etwa 7.700 Euro ergeben. Allerdings kann zwischen dem Flughafen und der Airline ein Mietvertrag mit anderen Konditionen geschlossen werden, sollten die Maschinen länger als einen Monat stehen bleiben. Das ist hier offenbar der Fall.

Für Besucher des Dresdner Flughafens bieten sich die Flugzeuge als Fotomotiv an. Denn geparkt sind zwei von ihnen direkt vor der Besucherterrasse im Terminal.