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EnergieversorgerlegenGrundstein für große Biogasanlage

Mit einem symbolischen ersten Spatenstich hat die Biomethan Zittau GmbH gestern mit dem Bau einer Biomethan- und einer Aufbereitungsanlage auf dem Stadtwerkegelände an der Friedenstraße begonnen. „Wir wollen mit diesem Engagement am Umbau der Energieversorgung mitarbeiten“, sagte Geschäftsführer Dr.

Von Thomas Mielke

Mit einem symbolischen ersten Spatenstich hat die Biomethan Zittau GmbH gestern mit dem Bau einer Biomethan- und einer Aufbereitungsanlage auf dem Stadtwerkegelände an der Friedenstraße begonnen. „Wir wollen mit diesem Engagement am Umbau der Energieversorgung mitarbeiten“, sagte Geschäftsführer Dr. Thomas von Schieszl gestern. Die Nutzung von Biomasse werde eine wesentliche Säule im zukünftigen Energiemix Deutschlands sein.

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Kernstück sind drei Betonbehälter mit einem Volumen von je 4000 Kubikmeter, in denen aus Mais, Gras und anderen Pflanzen Biogas erzeugt wird. In der Aufbereitungsanlage wird dem Biogas unter anderem Kohlendioxid entzogen. Es hat Erdgasqualität und kann ins Netz der Stadtwerke eingespeist werden. Pro Stunde werden davon maximal 1000 Kubikmeter erzeugt.

Ins Netz werden etwa 550 Kubikmeter je Stunde eingespeist. In den Sommermonaten reicht diese Menge, um den Bedarf der gesamten Stadt zu decken. Allerdings wird das Gas nicht nur in der Stadt abgenommen, sondern weitergeleitet.

Die pro Jahr benötigten 45000 Tonnen Pflanzen stammen von polnischen Bauern aus der grenznahen Region. Bereits vor zwei Jahren wurde die Kooperation besiegelt. Das Projekt hat auf polnischer Seite zu Belebung brachliegender Flächen geführt. „Damit wurden und werden Arbeitsplätze in der Region gesichert“, so der Geschäftsführer.

Die Biomethan GmbH investiert rund acht Millionen Euro in die Anlage. Zusätzlich wenden die Stadtwerke rund zwei Millionen Euro für Anschlusstechnik auf. Zudem kündigte Stadtwerke-Chef Manfred Kürschner weitere Nachfolge-Investitionen an. Der Freistaat beteiligt sich mit 750000 Euro Fördergeld. Bisher sind zwei Mitarbeiter beschäftigt. Die Stadtwerke haben die kaufmännische und technische Betriebsführung übernommen. Die Produktion soll 2012 anlaufen.

Die Biomethan GmbH ist eine Tochterfirma der Stadtwerke und des Energieversorgers Enso. Sie wurde 2009 gegründet. Die Stadtwerke bereiten den Bau seit 2006 vor. Ursprünglich sollte er bereits vor rund einem Jahr starten, verzögerte sich aber unter anderem wegen des länger als erwartet andauernden Genehmigungsverfahrens. Parallel zur Anlage haben die Stadtwerke mit Bau von Blockheizkraftwerken begonnen, die mit dem Gas versorgt werden sollen.

Der Bau ist umstritten. Beim August-Hochwasser war das Gelände überspült worden. Die Landesdirektion hatte empfohlen, die Anlage nicht zu errichten. Die Fachleute der Firma sind sich dagegen sicher, dass keine Gefahr besteht.