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Energiewende an der Friesenstraße

Eine Biesnitzer Firma engagiert sich für den Klimaschutz. In der Oberlausitz will man solches Engagement bündeln.

© nikolaischmidt.de

Von Ralph Schermann

365 Tage für Patienten da

Die Dresdner City-Apotheken bieten mehr, als nur Medikamente zu verkaufen. Das hat auch mit besonderen Erfahrungen zu tun. Was, wenn Sonntagmorgen plötzlich der Kopf dröhnt oder die Jüngste Läuse mit nach Hause gebracht hat?

Rund 10 000 Kilometer hat Steffen Wittig voriges Jahr mit seinem kleinen Smart innerhalb von Görlitz zurückgelegt. Bei jedem Kundengespräch und jeder Baustellenkontrolle wirbt der Haustechniker damit für Umweltschutz und erneuerbare Energien. Denn sein Smart ist ein Elektroauto. „Wir fahren mit dem Strom, den unsere Heizung erzeugt“, sagt er.

Vor reichlich zehn Jahren gegründet, zog die Firma Moderne Haustechnik Steffen Wittig 2013 ein paar Häuser weiter auf der Friesenstraße 20 in einen neu gebauten Firmensitz. Hier sorgt ein kleines Blockheizkraftwerk nicht nur für Heizung und Warmwasser – es füllt auch die Akkus des Elektromobils. Wittig weiß, dass „die Leute meist eher auf die Kosten als auf den Umweltschutz schauen, viele Aufträge auch von Fördermitteln abhängig sind“, aber: „Die Nachfrage nach neuen Energien bei Heizung und Sanitär nimmt Jahr für Jahr zu.“ Sieben Monteure, ein Lehrling und eine Büromitarbeiterin haben in der Modernen Haustechnik Steffen Wittig daher gut zu tun. Sie bauen Pelletheizungen ein wie jüngst im ehemaligen Dienstleistungszentrum Clara-Zetkin-Straße, sie montieren Solaranlagen, sie kennen sich aus mit Luft-Wärme-Pumpen und Erdwärmeanlagen. Und immer wieder geht es um Blockheizkraftwerke, zurzeit in einem Haus auf der Uferstraße. Auch die Stadtwerke betreiben solche Kraft-Wärme-Kopplungen schon seit Jahren, nennen diese Lösungen Energie-Effizienz-Quartiere. Steffen Wittig ist davon überzeugt, dass nur regenerative Energien gut für die Umwelt sind. Als sich vor Jahren in Görlitz eine Klimaschutzagentur dieses Themas annahm, war er sofort dabei.

Energiewende heißt das Wort dafür, das auch andere begeistert. Zum Beispiel Günter Keil in Obergurig im Landkreis Bautzen. Der ermuntert unermüdlich Hausbesitzer für neue Dämmstoffe aus Holzfasern. In seinem Ort richtete er 2007 ein eigenes Energie- und Umweltzentrum ein. Dort taten sich ein gutes Dutzend Kommunen im Oberland zusammen, um darüber nachzudenken, wie sich die Oberlausitz entwickeln soll. Die Vision hieß Klimaschutzregion, blieb aber ein Wunsch. Ohne Fördergeld war nichts zu machen. Günter Keil lässt sich davon nicht entmutigen. Er initiierte eine Solaranlage, an der sich Bürger finanziell beteiligen. Er schart weiter Unternehmen, Planungsbüros, Architekten und Firmen wie die Görlitzer Moderne Haustechnik Steffen Wittig um sich, die ein Energie- und Klimaschutzteam werden sollen. Keil möchte Beispiele effizienter Energielösungen bündeln und einen Erfahrungsaustausch anschieben. „Woanders ist man da schon weiter“, weiß er. Zum Beispiel gäbe es zwischen Bischofswerda und Wachau kommunale Energiebeauftragte mit steigendem Erfolg. „Manchmal sind es kleine Dinge wie die richtige Einstellung der Heizung, die sich am Ende aber wirklich lohnen“, erklärt Keil. In Dresden widmet sich ein Informations- und Beratungsinstitut der Energieeinsparung und dem Umweltschutz – für dieses Institut wurde Günter Keil eine offizielle Außenstelle.

In Görlitz mit dem Titel „Energiesparstadt“ fand er Steffen Wittig als Mitstreiter. Der ist überzeugt: „An erneuerbaren Energien kommt heute keiner mehr vorbei.“

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