SZ +
Merken

Englisch-Stadtführer für Bautzen

Immer wieder wünschen Bautzen-Besucher aus dem Ausland englischsprachige Stadtführungen. Bautzener Touristinformation und Kreisvolkshochschule haben reagiert: In einem Kurs werden zehn neue Stadtführer für Fremdsprachen ausgebildet.

Teilen
Folgen

Von Heiko Engel

Einfach nur Interesse genügte diesmal nicht, um sich für den Stadtführerkurs bei der Kreisvolkshochschule (VHS) einzuschreiben. „Die Teilnehmer müssen in einer Fremdsprache sicher sein“, sagte Elke Grosche, Bereichsleiterin Kunst und Kultur an der VHS.

Denn eine spezielle Sprachenausbildung findet für die angehenden Stadtführer nicht statt, Fachbegriffe aus der Kunst- und Architekturgeschichte müssen sich die zehn Männer und Frauen zu Hause selbst aneignen. Wer bei diesen Anforderungen zum Beispiel Englisch nicht von Anfang an flüssig beherrscht, hätte im späteren Stadtführer-Alltag größte Schwierigkeiten. Grosche hat einen dicken Ausbildungskatalog zusammengestellt. Am Anfang steht ein Rundumschlag Stadtgeschichte: „1 000 Jahre Bautzen in der Oberlausitz“¨– drei Stunden Daten, Fakten, Hintergründe vom 9. bis ins 19. Jahrhundert. Weitere Abende beschäftigen sich mit dem für Bautzen besonderen Jahrzehnt zwischen 1860 und 1870, mit sorbischen Bräuchen und der Stadtentwicklung. An einem Sonnabend stand bereits die Malerin Marianne Britze auf dem Kursplan. Zwei Stunden lang wurden vom Britze-Garten aus die Stationen ihres Lebens entlang des „Marianne- Britze-Weges“ abgearbeitet.

Der Stundenplan sieht außerdem Führungen vor: Dom, Gefängnis, Friedhöfe, Baustile, Museen müssen die künftigen Stadtführer parat haben. Und weil wirklich keine Besucherfrage unbeantwortet bleiben soll, bekommen sie auch noch Bautzens wirtschaftliche Entwicklung und die Aufgaben und Ziele der Tourismusinformation erklärt.

Ein beachtliches Pensum ist da zu bewältigen, alles in allem dreieinhalb Monate mit wöchentlich jeweils drei bis vier Unterrichtsstunden allein in der Volkshochschule kämen zusammen, sagte Elke Grosche. Zu Hause müsse das geballte Wissen aufgearbeitet werden. Abgerundet wird die Stadtführer-Ausbildung durch einen Abend „Richtig sprechen“, bei dem es um Artikulation und Stimmbildung geht.

Dann geht’s an die Prüfung. Denn ohne Begfähigungsnachweis darf niemand Bautzener Sehenswürdigkeiten vorstellen. In 20 Minuten Stadtführung müssen die Kandidaten dem Stadtführerbeirat nachweisen, dass sie über die Stadt und ihre Geschichte Bescheid wissen – und das auch in Englisch oder einer anderen Sprache.